„Beim Sterben ist jeder der Erste“ (1972) zählt zweifellos zu den besten und einflussreichsten Abenteuerfilmen aller Zeiten: John Boormans Survival-Thriller um vier Großstädter (unter anderem Burt Reynolds und Jon Voight), die während eines Kanuausflugs in den abgelegenen Wäldern Georgias von einer Gruppe bewaffneter Einheimischer verfolgt werden, hat das Backwoods-Genre entscheidend geprägt und schockiert bis heute mit seiner kompromisslosen Härte. Selbst Meisterregisseur und „Shining“-Schöpfer Stanley Kubrick sprach davon, dass der Film „die furchterregendste Szene“ enthalte, die er je gesehen habe.
Besonders legendär ist außerdem ein anderer Moment, der mit der eigentlichen Handlung zunächst nur wenig zu tun hat: Noch bevor die Reise der vier Freunde beginnt, begegnen sie einem Jungen namens Lonnie, der sie zu einem musikalischen Duell mit dem Banjo herausfordert. Die wenige Minuten lange Sequenz zählt heute zu den berühmtesten Eröffnungsszenen der Kinogeschichte, die sogar einen Grammy-prämierten Hit hervorbrachte. Doch viele Zuschauer*innen wissen gar nicht, dass der Junge das Instrument überhaupt nicht selbst gespielt hat!
Dieser geniale Trick machte das berühmte Banjo-Duell erst möglich
Billy Redden, der damals 15 Jahre alte Darsteller von Lonnie, konnte nämlich überhaupt kein Banjo spielen. Damit die Szene trotzdem möglichst glaubwürdig wirkt, griff das Team auf einen ebenso simplen wie genialen Trick zurück: Redden spielte die Saiten lediglich mit der rechten Hand an, während sich hinter ihm der lokale Musiker Mike Addis versteckte. Dessen linker Arm verlief durch den Ärmel von Reddens Hemd, sodass auf der Leinwand der Eindruck entstand, der junge Darsteller würde die Finger selbst über das Griffbrett bewegen.
Allerdings wurde die in der Szene zu hörende Version von „Dueling Banjos“ ohnehin nicht live eingespielt, sondern von den Studiomusikern Eric Weissberg und Steve Mandell nachträglich aufgenommen und mit den Bildern kombiniert. Das Stück entwickelte sich anschließend zu einem weltweiten Hit, gewann einen Grammy in der Kategorie „Best Country Instrumental Performance“ und erreichte Platz 2 der US-Charts.
Film- und Musikgeschichte schrieb übrigens auch ein anderes Stück, das heute bekannter ist als der Film, für den es komponiert wurde. Hier erfahrt ihr mehr dazu:
Vor 45 Jahren entstand eines der berühmtesten Musikstücke der Kinogeschichte: Die Melodie ist heute bekannter als der Film, für den sie geschrieben wurde!Ein ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.