Vor 45 Jahren entstand eines der berühmtesten Musikstücke der Kinogeschichte: Die Melodie ist heute bekannter als der Film, für den sie geschrieben wurde!
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1981 erntete „Die Stunde des Siegers“ mehrere Oscars, doch heute kennen immer weniger Film-Interessierte dieses Sport-Historiendrama – wohl aber die musikalische Untermalung von Vangelis…

Amadeus“ (1984), „Platoon“ (1986) und „Der letzte Kaiser“ (1987) – das sind einige der Filme, die in 1980ern mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet wurden und vielen Film-Interessierten auch heute noch ein Begriff sind. Doch wie es in der langen Geschichte der Academy Awards so ist, garantiert die begehrte Auszeichnung nicht in allen Fällen, dass ein Film auch in folgenden Jahrzehnten noch bekannt bleibt.

So erging es unter anderem dem 1981 erschienenen Oscar-gekrönten Sport-Historiendrama „Die Stunde des Siegers“: ein weitgehend an wahren Tatsachen orientierter Film über die beiden britischen Sprinter Harold Abrahams (Ben Cross) und Eric Liddell (Ian Charleson), die 1924 bei den Olympischen Sommerspielen in Paris antraten.

Damals war „Die Stunde des Siegers“ sowohl an den heimischen Kinokassen als auch bei der Kritik derart erfolgreich, dass er sich kurz darauf als erfolgreichster Film-Import des Jahres in den USA bewährte. 45 Jahre später aber wird nur noch selten über „Die Stunde des Siegers“ gesprochen – und wenn, dann meist im Zusammenhang mit einem weltbekannten Musikstück…

Die Stunde des Siegers
Die Stunde des Siegers
Starttermin 25. September 1981 | 1 Std. 59 Min.
Von Hugh Hudson
Mit Nigel Havers, Ian Holm, John Gielgud
User-Wertung
2,6
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Elektronik und Klaviernoten statt wuchtiger Klassik

Für die Kreation der Filmmusik von „Die Stunde des Siegers“ wurde damals nämlich niemand geringeres als der griechische Komponist Vangelis (1943-2022) beauftragt. Ein außergewöhnlicher Entschluss von Regisseur Hugh Hudson, denn vor allem bei Historienfilmen waren in den 1980ern eher wuchtige Orchester-Kompositionen üblich, während Vangelis als Pionier der elektronischen Musik durch seinen Einsatz von Synthesizern und Ambient-Klängen bekannt geworden war.

Sein für den Soundtrack von „Die Stunde des Siegers“ erschaffenes Stück „Chariots of Fire“ vereint eingängige Klaviermelodien mit Synthesizerklängen und ist bis heute weltweit und über Generationen hinweg bekannt. Wer es noch nicht im Ohr hat, kann hier in das Musikvideo schauen, das Vangelis ganz unbekümmert (die 80er eben…) mit Zigarette und Kaffee am Klavier zeigt, während Sportsequenzen aus „Die Stunde des Siegers“ im Hintergrund laufen:

Keine glorreiche Zeitlupe mehr ohne Vangelis

Als erste Synthesizer-Filmmusik wurde Vangelis‘ Komposition für „Die Stunde des Siegers“ 1982 mit einem Oscar ausgezeichnet. Die Klänge von „Chariots of Fire“ sollten aber auch in den kommenden Jahrzehnten nie verstummen: Die BBC verwendete die Musik für ihre Berichterstattung über die Olympischen Sommerspiele 1984 und 1988.

Als 2012 die Olympischen Spiele in London ausgerichtet wurden, stand „Chariots of Fire“ gleich zur Eröffnungszeremonie im Mittelpunkt, gespielt von einem von Sir Simon Rattle dirigierten Orchester – und einem gewissen Mr. Bean am Synthesizer, der sich zwischenzeitlich in „Die Stunde des Siegers“ hineinträumt…:

Auch in einigen Filmen fand „Chariots of Fire“ Wiederverwendung, meist im parodistischen Kontext von pseudo-sportlichen Sequenzen und glorreichen Zeitlupen in Komödien wie „Bruce Allmächtig“ (2003) und „Old School“ (2003). Mit seinem Ohrwurmpotenzial bleibt „Chariots of Fire“ der Olympiade und der Filmwelt also weiterhin erhalten – und Euch für die nächste Zeit vielleicht auch im Kopf…

Um eine andere weltberühmte Melodie dreht sich der nachfolgende Artikel:

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Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.
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