Bevor Brendan Fraser in „Die Mumie“ gegen untote Hohepriester kämpfte und Sean Astin als Samweis Gamdschie den Einen Ring nach Mordor trug, standen die beiden gemeinsam für eine der verrücktesten Highschool-Komödien der 1990er-Jahre vor der Kamera.
In „Steinzeit Junior“ wird ein seit Jahrtausenden eingefrorener Höhlenmensch aufgetaut und kurzerhand als Austauschschüler an einer kalifornischen Schule eingeschleust. Wer diese Prämisse bislang verpasst hat oder den Film nach mehr als 30 Jahren noch einmal sehen möchte, bekommt jetzt eine perfekte Gelegenheit: Denn seit heute ist „Steinzeit Junior“ bei Netflix verfügbar.
Darum geht es in "Steinzeit Junior"
Dave Morgan (Sean Astin) und sein bester Freund Stoney Brown (Pauly Shore) gehören nicht gerade zu den beliebtesten Schülern ihrer Highschool. Um endlich Eindruck zu schinden, will Dave im Garten seiner Eltern einen Swimmingpool ausheben. Dabei macht er jedoch eine ungewöhnliche Entdeckung. Unter der Erde liegt ein vollständig eingefrorener Höhlenmensch. Dave und Stoney schaffen den gewaltigen Eisblock in die Garage, wo ihr Fund langsam auftaut und tatsächlich wieder zum Leben erwacht.
Die beiden geben ihm den Namen Link (Brendan Fraser) und versuchen, ihn mit der modernen Welt vertraut zu machen. Gegenüber ihren Eltern und Lehrkräften behaupten sie, Link sei ein Austauschschüler aus Estland. Dass der Neuankömmling kaum sprechen kann, keinerlei gesellschaftliche Regeln kennt und lieber Shampoo trinkt, als sich damit die Haare zu waschen, macht die Tarnung allerdings nicht unbedingt leichter. Doch vor allem läuft der Plan, mithilfe des vermeintlichen Austauschschülers endlich beliebt zu werden, bald in eine andere Richtung. Denn mit seinem außergewöhnlichen Auftreten wird Link selbst zum Star der Schule.
Mit diesem Film feierte Brendan Fraser seinen Durchbruch
Für Brendan Fraser war „Steinzeit Junior“ eine der ersten großen Filmrollen und verschuf ihm größere Aufmerksamkeit. Denn mit der Figur des Link, der nur eingeschränkt spricht, konnte Fraser bereits jenes Talent für körperliche Komik zeigen, das später auch Filme wie „George – Der aus dem Dschungel“ und „Die Mumie“ prägen sollte. An der Seite von Fraser, der über 30 Jahre später für seine Hauptrolle in Darren Aronofskys „The Whale“ den Oscar als bester Hauptdarsteller gewinnen sollte, stehen hier vor allem Sean Astin und Pauly Shore. Astin war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten durch „Die Goonies“ bereits einem breiteren Publikum bekannt. Weltberühmt wurde er knapp zehn Jahre später als treuer Hobbit Samweis Gamdschie in Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Trilogie. Shore war bereits als MTV-Moderator ein Star, hatte hier aber erstmals eine richtig große Kinohauptrolle.
Das Trio wird von mehreren später prominenten Darstellerinnen und Darstellern unterstützt. Unter anderem sind „The Mentalist“-Star Robin Tunney, Rose McGowan aus „Charmed“ sowie der spätere Oscar-Gewinner Ke Huy Quan („Everything Everywhere All At Once“) in kleineren Rollen zu entdecken.
Von der Kritik verrissen, vom Publikum zum Kultfilm gemacht
Bei der Kritik kam „Steinzeit Junior“ damals übrigens überhaupt nicht gut an. Die laute 90er-Komödie von Regisseur Les Mayfield („Flubber“) wurde fast einhellig verrissen. Miese 17 Prozent positive Besprechungen auf Rotten Tomatoes zeugen noch heute davon. Vor allem der damals bekannteste Star aus dem Ensemble, Pauly Shore, wurde mit reichlich Spott und Häme bedacht. Man sprach dem TV-Gesicht ab, auf die Kinoleinwand zu gehören, und zeichnete ihn sogar mit dem Anti-Oscar-Schmähpreis, der Goldenen Himbeere aus.
Doch die alberne Komödie hat sich trotz der schlechten Kritiken über die Jahre eine treue Kultanhängerschaft erarbeitet und ausgerechnet Shores Figur Stoney wird von vielen Fans verehrt. Auch finanziell war „Steinzeit Junior“ alles andere als ein Misserfolg. Bei einem Budget von ungefähr sieben Millionen Dollar spielte der Film allein in Nordamerika mehr als 40 Millionen Dollar ein.
Könnte sogar "Steinzeit Junior 2" noch kommen?
So verwundert es nicht, dass es über die Jahre immer wieder Sequel-Gerüchte gab. Vor allem Pauly Shore sprach mehrfach darüber, dass es Diskussionen gebe, eine Fortsetzung direkt für Disney+ zu machen. Für diese sollen natürlich er, Fraser und Astin zurückkehren. Konkret wurde es aber nie. „Immerhin existiert bereits eine Art inoffizielles Shared Universe rund um den Film. Denn in den 90er-Komödien „Schwiegersohn Junior“ und „In The Army Now - Die Trottel der Kompanie“ mit Pauly Shore in den Hauptrollen schaut jeweils auch Brendan Fraser als Link für Cameo-Auftritte vorbei und deutet damit an, dass alle drei Filme in derselben Welt spielen.
„Herr der Ringe“-Star Sean Astin sprach derweil gerade ausführlich über seine schlechte Bezahlung für das Mittelerde-Franchise von Peter Jackson. Die sehr kleinen Gehaltsschecks sorgten sogar dafür, dass er sein Haus verkaufen musste. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
"Ich musste mein Haus verkaufen": "Herr der Ringe"-Star verdiente mit der Fantasy-Trilogie nur Peanuts