TV-Tipp: Jack Nicholson ist brillant in diesem zu Unrecht vergessenen Thriller – inszeniert von dreifachem Oscargewinner!

2001 spielte Jack Nicholson die Hauptrolle im US-Remake eines deutschen Films aus den 1950ern. Für FILMSTARTS-Autor Oliver Kube bot der legendäre Schauspiel-Star hier eine seiner besten Leistungen. Heute könnt ihr das Werk werbefrei im Free-TV sehen:

Der als Mime bereits dreimal mit einem Oscar prämierte Sean Penn („Into The Wild“) inszenierte „Das Versprechen“ (Originaltitel: „The Pledge“) mithilfe einer fantastischen Besetzung. Lest euch nur mal diese Liste an Stars durch, die neben Nicholson in wichtigen Parts dabei sind: Benicio del Toro (Oscar für „Traffic“), Helen Mirren (Oscar für „Die Queen“), Robin Wright (Golden Globe für „House Of Cards“), Vanessa Redgrave (Oscar für „Julia“), Patricia Clarkson (oscarnominiert für „Pieces Of April“), Sam Shepard (oscarnominiert für „Der Stoff, aus dem die Helden sind“), Mickey Rourke (oscarnominiert für „The Wrestler“). Allein für den Cast lohnt sich das Einschalten. Warum ihr das Thriller-Drama meiner Meinung nach außerdem noch sehen solltet, erfahrt ihr etwas weiter unten in diesem Artikel. Hier kommen jetzt erst einmal die Daten und Zahlen zur TV-Ausstrahlung:

Das Versprechen“ läuft am heutigen 7. August 2026 um 22.50 Uhr auf BR Fernsehen. Eine klassische Wiederholung ist nicht vorgesehen. Am 30. August kommt der FSK-12-Titel aber auch nochmal um 22.45 Uhr auf SWR. Streamen lässt sich der Film hierzulande derzeit nicht – weder im Rahmen eines der gängigen Flatrate-Abos noch als Video-on-Demand. Wer nicht so lange aufbleiben möchte und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann aber auf Blu-ray oder DVD ausweichen:

Kein echtes Remake von "Es geschah am hellichten Tag"

Wer von euch weiter oben den Trailer angeschaut hat, wird es vielleicht bemerkt haben. Die Geschichte von „Das Versprechen“ wurde bereits verfilmt – insgesamt sogar fünfmal. Die bekannteste Version ist noch immer die erste, nämlich „Es geschah am hellichten Tag“ – ein deutsch-schweizerischer Spielfilm aus dem Jahre 1958 mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe in den Hauptrollen. Der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt („Der Richter und sein Henker“) hatte das Drehbuch für den Krimi-Evergreen verfasst.

Dürrenmatt war mit dem Film und dessen Ende damals zwar zufrieden, aber nicht restlos begeistert davon. Nach etwas Nachdenken entschloss er sich, sein Drehbuch in einen Roman umzuarbeiten, bei dem er den Fokus deutlich weniger auf die Psyche des Täters, sondern mehr auf die des polizeilichen Ermittlers legte. So ergibt auch die Umbenennung in „Das Versprechen“ eindeutig Sinn. Das von Mary Olson-Kromolowski („Modi, Three Days On The Wing Of Madness“) und Jerzy Kromolowski („In The Electric Mist“) verfasste Skript für Sean Penns Film orientiert sich am Buch und nur in einzelnen Momenten an dem Schwarzweiß-Klassiker aus den 1950ern.

Das Versprechen
Das Versprechen
Starttermin 11. Oktober 2001 | 2 Std. 04 Min.
Von Sean Penn
Mit Jack Nicholson, Robin Wright, Aaron Eckhart
User-Wertung
3,7

Trotz einiger Anpassungen kultureller und geografischer Art erfasst das polnisch-amerikanische Ehepaar die Essenz des Romans nahezu komplett. Natürlich sind dennoch Ähnlichkeiten zwischen beiden Filmen vorhanden. Dieser Umstand macht eine Nacheinander-Sichtung beider Titel für mich besonders reizvoll. Also schaut euch gern nach „Das Versprechen“ auch nochmal „Es geschah am hellichten Tag“ von Regisseur Ladislao Vajda („Der Lügner“) an. Vielleicht kommt ihr ja zu demselben Schluss wie ich: Beide Filme sind einfach großartig.

Für mich zeigt Jack Nicholson in „Das Versprechen“ seine vielleicht beste Leistung seit „Chinatown“ und „Eine Frage der Ehre“. Die Vielschichtigkeit der Emotionen von Wut über nackte Panik bis hin zu tiefer Verzweiflung und der gleitende Übergang zwischen ihnen sind sehr subtil und deshalb perfekt dargestellt. Auch aufgrund dieser Nicholson-Performance darf ein dermaßen guter Film trotz seines damaligen Flops an den Kinokassen einfach nicht in Vergessenheit geraten.

"Das Versprechen": Das ist die Story

Kurz vor seiner Pensionierung übernimmt Detective Jerry Black (Jack Nicholson) noch einen letzten Fall: Ein kleines Mädchen wurde sexuell missbraucht und dann brutal ermordet. Jerry unterrichtet die verzweifelte Mutter (Patricia Clarkson) vom Tod ihrer Tochter und verspricht der untröstlichen Frau, den Täter zur Strecke zu bringen. Sein Kollege Stan Krolak (Aaron Eckhart) glaubt, ihn kurz darauf bereits gefunden zu haben.

Als sich der Mann noch auf der Polizeiwache selbst tötet, wollen alle außer Jerry den Fall zu den Akten legen. Er ist überzeugt, dass der wahre Killer noch frei herumläuft und bald wieder zuschlagen wird. Deshalb beschließt er, ihm eine Falle zu stellen. Damit, dass ihm die Sache jedoch entgleitet und er das Leben eines anderen Kindes aufs Spiel setzen könnte, hat er indes nicht gerechnet …

Warum Sean Penn seinen Oscar für „One Battle After Another“ nicht persönlich entgegengenommen hat, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Sean Penn, 65, über die Oscars: "Die Academy hat ihre Mitschuld bis heute nicht anerkannt, im Namen des Patriotismus ist es dafür höchste Zeit"

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.
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