Kevin Costner war gerade einer der größten Stars Hollywoods, als ihm Clint Eastwood die Hauptrolle in „Perfect World“ gab. Mit Erfolgen wie „Der mit dem Wolf tanzt“, „JFK – Tatort Dallas“ und „Bodyguard“ im Rücken kann man davon ausgehen, dass Costner selbstbewusst am Set auftrat und seine eigene Arbeitsweise durchsetzen wollte. Doch damit war er an den Falschen geraten. Denn wie Clint Eastwoods Sohn Scott Eastwood nun erzählt, genügten seinem Vater während der Dreharbeiten wenige ruhige Worte, um dem Superstar klarzumachen, wer hier die Entscheidungen trifft.
Doch was ist passiert? Das führt Eastwood als Gast im Podcast „Armchair Expert“ von Schauspielkollege Dax Shepard aus, aber mit einer Einschränkung. Eastwood war damals noch ein kleines Kind und hat die Geschichte nicht selbst miterlebt. Er gibt also nur Hörensagen weiter, das ihm später erzählt wurde, aber wohl stimmt. Denn der beim Dreh beteiligte Kameramann Jack N. Green hat die Geschehnisse bereits vor einigen Jahren sehr ähnlich gedreht.
Costner vs. Eastwood: Zwei Philosophien prallen aufeinander
Im Mittelpunkt des Konflikts standen die unterschiedlichen Arbeitsweisen der beiden Stars. Clint Eastwood ist bekannt dafür, effektiv und schnell zu drehen. Er erwartet von seinem Ensemble, auch zwischen den Szenen am Set zu bleiben, um jederzeit drehbereit zu sein. Auch seinem Sohn habe er diese Haltung beigebracht, die einen auch persönlich weiterbringe. Wer lernen wolle, wie Filme gemacht werden, müsse auch immer vor Ort sein und die Produktion mit den eigenen Augen sehen, erklärt Eastwood Junior im Podcast das Credo seines Vaters.
Doch Kevin Costner soll sich immer ausgiebig in seinen Wohnwagen zurückgezogen haben. Er wollte Abstand zwischen den Szenen und die Zeit zur ausgiebigen Vorbereitung nutzen. So war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis das zu einem Konflikt führte.
Clint Eastwood schmiss Kevin Costner aus einer Szene
Eines Tages kam Kevin Costner schlicht nicht aus seinem Wohnwagen, obwohl die Kameras für seine Szene bereits liefen. Den Grund dafür kennt Scott Eastwood nicht. Er spekuliert nur, dass Costner während seines rasanten Aufstiegs in Hollywood womöglich ein paar Starallüren entwickelt hatte. Vielleicht wollte der Schauspieler aber auch einfach noch mehr Zeit, um sich in die richtige Stimmung zu bringen. Für Clint Eastwood spielte der Grund ohnehin keine Rolle. Statt auf Costner zu warten oder das Gespräch mit seinem Star zu suchen, ordnete er lediglich an: „Dann schickt ihn nach Hause.“
Auf den Einwand der Crew, Costner werde doch in der anstehenden Szene gebraucht, verfügte Eastwood einfach, die Szene so zu ändern, dass sie auch ohne den Hauptdarsteller funktioniert. Hierzu erzählte Kameramann Jack N. Green vor einigen Jahren Esquire, dass der Regisseur die Szene kurzerhand mit Costners Lichtdouble drehte und die Kamera so absurd nah an diesem positionierte, dass der Unterschied nicht zu erkennen war.
Auch Costner soll äußerst verwirrt darauf reagiert haben, dass er nicht vor der Kamera stand, sondern nach Hause geschickt wurde. Doch laut Scott Eastwood hatte er seine Lektion gelernt. Am nächsten Tag sei der Schauspieler bestens vorbereitet und einsatzbereit direkt am Set erschienen. Anschließend gab es keine Probleme mehr, dass der Star zu lange im Wohnwagen verschwand, obwohl er am Set gebraucht wurde. „Das ist die Hackordnung“, resümiert Scott Eastwood, der bis heute bewundert, wie ruhig sein Vater solche Ansagen machen konnte.
Im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren habe Eastwood nie schreien müssen und auch nie jemanden vor versammelter Mannschaft zurechtgewiesen. Er sei stets mit einer Kombination aus Ruhe und Konsequenz aufgetreten, wie bei „Perfect World“, wo er einfach die Szene abänderte und weiterdrehte. Dieses Auftreten sei der Grund, dass seine Autorität niemals infrage gestellt worden sei.
Übrigens war ausgerechnet Kevin Costner dafür verantwortlich, dass Clint Eastwood bei „Perfect World“ nicht nur Regie führte, sondern vor der Kamera auch den Gegenspieler des späteren „Yellowstone“-Stars verkörperte. Mehr dazu, zur Handlung des Films und warum sich das Thriller-Drama lohnt, erfahrt ihr im nachfolgenden Streaming-Tipp von FILMSTARTS-Autor Oliver Kube:
Heute Abend streamen: Clint Eastwood UND Kevin Costner in einem nahezu perfekten 1990er-Highlight*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.