Streaming-Tipp: Dieser Blockbuster hat das Kino verändert – und ist auch nach fast 30 Jahren noch richtig stark!

Vor mehr als 25 Jahren kam er in die Kinos und veränderte darauf das Blockbuster-Kino nachhaltig: „X-Men“. Auch heute ist Superhelden-Abenteuer noch absolut sehenswert. Ein Streaming-Tipp von FILMSTARTS-Redakteur Pascal Reis.

Wenn wir heute an Comic-Verfilmungen denken, kommt uns natürlich sofort das Marvel Cinematic Universe in den Sinn, das 2008 mit „Iron Man“ seinen Anfang nahm und sich mit seinem 38. Eintrag, „Spider-Man: Brand New Day“, wieder zu neuen Höhen aufschwingen konnte. Auch wenn das MCU in den vergangenen Jahren ein wenig ins Stottern geraten ist, erscheint es uns heute kaum noch ungewöhnlich, dass ein Superhelden-Blockbuster Millionen von Menschen in die Kinos lockt. Es gab allerdings auch andere Zeiten.

Die späten 1990er-Jahre waren eine seltsame Zeit für Comic-Verfilmungen. Gefühlt waren sie entweder einem erwachsenen Publikum vorbehalten (wie „Blade“ oder „The Crow“), blieben künstlerisch („Judge Dredd“) und kommerziell („Spawn“) hinter den Erwartungen zurück oder waren schlicht in jeder Hinsicht völlig jenseitig („Batman & Robin“). Mit „X-Men“ aus dem Jahr 2000 sollte sich das ändern – und es kam zu einer Wiederbelebung des Superhelden-Genres.

Ihr habt „X-Men“ bislang noch nicht gesehen? Dann solltet ihr euch den Film unbedingt noch einmal anschauen. Ich habe es nach Jahren ebenfalls getan und bin noch immer überzeugt. Im Abo von Disney+ steht der Mutanten-Actioner ohne Aufpreis zum Abruf bereit:

Darum geht’s in "X-Men"

Rogue (Anna Paquin) ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. Doch sie besitzt eine besondere Fähigkeit: Durch Berührung kann sie die Kräfte anderer Menschen absorbieren, wobei diese geschwächt oder sogar in Lebensgefahr gebracht werden. Wie Rogue sind viele Menschen Mutanten und verfügen über außergewöhnliche Fähigkeiten.

Während Professor Xavier (Patrick Stewart) mit seiner Gruppe versucht, die Kräfte der Mutanten zum Wohle der Menschheit einzusetzen, verfolgt Magneto (Ian McKellen) andere Ziele. Die Mutanten werden von vielen Menschen gefürchtet und gehasst. Besonders Senator Kelly (Bruce Davidson) treibt ihre Verfolgung voran – bis er schließlich selbst von Mutanten entführt wird...

Ein entscheidender Wendepunkt

Mit „X-Men“ wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Superheldenfilme auch als ernsthafte Mainstream-Blockbuster funktionieren können. Tim Burton hatte diesen Umstand zwar bereits mit „Batman“ unter Beweis gestellt, doch in den Jahren darauf wurde derart viel Schindluder mit dem Genre getrieben, dass Comic-Verfilmungen beinahe wie ein Auslaufmodell wirkten. Regisseur Bryan Singer („Die üblichen Verdächtigen“) hingegen verstand, dass sich großes Blockbuster-Spektakel mit greifbaren, erwachsenen Themen verbinden lässt, ohne dabei das breite Publikum aus den Augen zu verlieren.

Bis heute funktioniert „X-Men“ dabei bemerkenswert gut als Allegorie auf Ausgrenzung und liest sich beinahe wie ein Appell gegen gesellschaftliche Gleichförmigkeit. Das politische Klima rund um Anfeindung, Vorurteile und die Assimilation all dessen, was als fremd empfunden wird, besitzt dabei eine unheimliche Aktualität. Zugleich gelingt es „X-Men“, sein großes Figurenensemble erstaunlich greifbar einzuführen, weil der Film seinen Charakteren immer wieder Raum für Zwischenmenschliches lässt – und nahezu jede Rolle famos besetzt ist.

Die Szenen zwischen Logan aka Wolverine (Hugh Jackman) und Rogue bilden etwa den emotionalen Kern der Geschichte, während Xavier und Magnet (Ian McKellen) dem Geschehen eine besondere Gravitas verleihen. Und auch wenn die Effekte heute nicht mehr taufrisch erscheinen mögen (gerade im Finale auf der Freiheitsstatue), bleibt „X-Men“ ein packender, im besten Sinne geradliniger Blockbuster, der in rund 100 Minuten all das zu erzählen vermag, wofür manche Superheldenfilme heute 150 Minuten benötigen.

Im Marvel Cinematic Universe erwartet uns demnächst ein „X-Men“-Reboot mit neuer Besetzung. Wer alles mit von der Partie sein wird, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Der Cast von Marvels "X-Men"-Reboot steht fest: Diese Stars werden zu Professor X, Rogue, Storm & Co. – und einen Starttermin gibt es auch

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Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.
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