Heute im TV: Fans von Stephen King sollten sich diesen Mystery-Thriller nicht entgehen lassen – mit einem richtig starken Nicolas Cage!

Selbst wenn ihr große Fans von Nicolas Cage seid, könnte es ein, dass ihr von „The Watcher – Willkommen im Motor Way Hotel“ noch nichts gehört habt. Der Mystery-Thriller ist aber durchaus einen Blick wert. Heute Abend im TV.

Inzwischen ist Nicolas Cage („Con Air“) wieder vermehrt in hochwertigen, ambitionierten und spannenden Produktionen zu sehen. Vor einigen Jahren sah die Sache allerdings noch ganz anders aus. Der verschuldete Oscar-Gewinner hat in den 2010er-Jahren gefühlt jedem Projekt zugesagt, das ihm etwas Geld einbrachte. Die wirklich interessanten oder zumindest halbwegs sehenswerten Streifen waren dabei definitiv in der Minderheit.

Durchaus gelungen ist etwa der Mystery-Thriller „The Watcher – Willkommen im Motor Way Motel“ von Tim Hunter, der 1997 den großartigen „River's Edge – Das Messer am Ufer“ mit Keanu Reeves ablieferte. Falls ihr den Film bislang noch nicht gesehen haben solltet, könnt ihr ihn heute, am 25. August, ab 22.25 Uhr bei Tele 5 nachholen. Alternativ könnt ihr auf Amazon Prime Video ausweichen.

Darum geht’s in "The Watcher"

Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Tochter sind die Eheleute Ray (Nicolas Cage) und Maggie (Robin Tunney) am Boden zerstört. Sie erwerben ein abgelegenes Hotel in der Wüste, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Die neue Verantwortung soll davon ablenken, wie schwer der Schmerz über den Verlust in Wirklichkeit wiegt..

Doch seltsame Dinge gehen an dem Ort vor sich, und Ray entdeckt nach und nach, dass sich einst ein bizarrer Mord in dem Hotel ereignete. Als er dann auch noch einen geheimen Gang findet, der hinter den Spiegel eines der Zimmer führt, geraten sowohl Rays Leben als auch seine geistige Gesundheit in Gefahr ...

Ein starker Nicolas Cage & leichte Stephen-King-Vibes

Besonders gelungen ist „The Watcher – Willkommen im Motor Way Motel“ in der ersten Stunde. Hier nimmt sich Tim Hunter die Zeit, den Alltag der von ihrer Trauer überwältigten Protagonisten einzufangen. Ihr Versuch, einfach weiterzumachen, ist dabei tatsächlich so greifbar und nachvollziehbar porträtiert, dass es für die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer sicherlich vollkommen in Ordnung gewesen wäre, genau dabei zu bleiben und „The Watcher“ als zurückhaltenden Film über Trauma und Verlust zu gestalten. Genau darin hat sich Hunter bereits bei „River's Edge“ ausgezeichnet.

„The Watcher“ möchte allerdings auch die Konventionen des Mystery- und Horror-Genres bedienen und verliert dabei zusehends seine eigentlichen Themen, insbesondere den Umgang mit Verlust und Trauer, aus den Augen. Wo die Inszenierung zunächst am effektivsten ist, wenn sie sich einfach treiben lässt und die Atmosphäre für sich sprechen lässt, soll in der zweiten Hälfte der Schrecken des Alltäglichen dann stärker auf einer Mystery-Ebene herausgearbeitet werden. Dabei werden zwar deutliche Stimmungs- und Motivverbindungen zu Stephen King erkennbar, gleichzeitig verliert der Film jedoch seine einnehmende Zurückhaltung aus den Augen. Das ist schade, denn gerade diese leisen Momente gehören zu seinen größten Stärken.

Bis zum Ende hin überzeugt allerdings Nicolas Cage mit einem angenehm dezenten Spiel. Damals war es jedenfalls wohltuend, den Superstar nicht schon wieder in einer Direct-to-DVD-Produktion beim hemmungslosen Grimassieren zusehen zu müssen.

Nachfolgend könnt ihr euch den Trailer in der englischsprachigen Originalversion anschauen:

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Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.
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