Die Liebe für den „Spider-Man“-Kosmos quillt bei „Spider-Man: Brand New Day“ aus allen Poren. Das wird nicht nur an der behutsamen (Weiter-)Entwicklung von Story und Figuren deutlich, sondern auch an der mit vielen kleinen Details ausgestatteten Welt drumherum. Dabei gibt es auch allerlei Easter Eggs, die die Herzen von Spidey-Fans höher schlagen lassen.
Da wären etwa die in der Bösewicht-Montage mit Tarantula, Boomerang und Ramrod nachgestellten Comicheft-Cover oder auch verschiedenste Moves aus den gefeierten „Spider-Man“-PlayStation-Spielen, die Einzug in den Film gefunden haben. Eine ganz besondere Hommage ist allerdings noch etwas besser versteckt, verleiht dem anheimelndem New-York-Abspann aber tatsächlich noch eine zusätzliche emotionale Note.
Verweist der Abspann von "Brand New Day" auf "Spider-Man 2"?
In den Credits wird mit malerischen Bildern der Heimat von Peter Parker gehuldigt. Hier bekommen wir nicht nur Impressionen von der Skyline und einigen Straßenzügen, sondern erleben auch idyllische Alltagssituationen wie Tauben im Park, Menschen beim Schachspielen oder einen einem Spielzeug hinterher jagenden Hund.
Und auch wenn diese Eindrücke vielleicht für viele sinnbildlich für New York sind, wurden sie im Spider-Man-Kontext wohl nicht ganz zufällig ausgewählt. Der Reddit-User Lukestein77n schlägt hier jedenfalls einen spannenden Bogen zu Sam Raimis fantastischem „Spider-Man 2“, dem für viele noch immer besten Kino-Abenteuer des Wandkrabblers.
Vor allem eine bestimmte Szene des 2004er-Blockbusters, in der Peter Parker (Tobey Maguire) versucht, dem cholerischen Dailey-Bugle-Chefredakteur J. Jonah Jameson (J.K. Simmons) seine New-York-Fotos ohne Spider-Man schmackhaft zu machen, stellt er dabei heraus. Denn der abweisende Jameson sagt hier Folgendes: „Hunde, die Frisbees fangen, Tauben im Park, alte Knacker, die Schach spielen...“ (in der deutschen Fassung wird der mittlere Teil mit „Möwen am Meer“ übersetzt, was tatsächlich auch besser zum gezeigten Schnappschuss passt, im Englischen spricht Jameson aber eigentlich von „pigeons in the park“).
Lukestein77n hat die entsprechenden Ausschnitte in einem eigenen kleinen Video sogar gegenübergestellt, wobei er mit einem Fragezeichen im Titel seines Posts offenbar noch die Möglichkeit einräumt, dass es sich bei dieser mutmaßlichen Verbindung auch um einen Zufall handeln könnte:
Wir sind uns angesichts der versammelten Spidey-Expertise bei der Produktion von „Spider-Man: Brand New Day“ aber relativ sicher, dass es sich hier um eine gezielte Anspielung handelt, die noch einmal verdeutlichen soll, was Peter – egal in welcher Welt – an seiner Stadt so sehr schätzt. Oder wie Tobey Maguires Peter es etwas verzweifelt in „Spider-Man 2“ formuliert: „Ich dachte, der Bugle könnte zur Abwechslung mal eine andere Seite von New York zeigen.“
Nachdem Jameson diesen Versuch damals noch als „süßes Poesiealbum“ abwatschte, erfüllt sich Peters Traum, jene Seite seiner Metropole in den Fokus zu rücken, am Ende von „Brand New Day“ nun in gewisser Weise doch noch. Ein schöner Fingerzeig, der das beschauliche Gefühl im Abspann nur noch mehr verstärkt.
Was derweil der Ausgang der eigentlichen Story am Schluss des Films sowie die Post-Credit-Szene für die Zukunft bedeuten könnten, haben wir im folgenden Artikel ausführlich spekuliert:
Bereitet "Spider-Man: Brand New Day" "Avengers: Doomsday" vor? Die Post-Credit-Szene und das Ende erklärt