George Lucas ließ den Todesstern auf den Müll werfen – Jahrzehnte später halfen die Überreste, ein College-Studium zu bezahlen

Normalerweise versuchen Filmschaffende so viel wie möglich von Produktionen aufzuheben. Doch ausgerechnet beim zweiten Todesstern machte George Lucas eine Ausnahme. Dass dieser auf dem Müll landete, machte aber einen Sommerjobber sehr glücklich.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Eigentlich bestand George Lucas von Anfang an darauf, dass alle für „Star Wars“ gebauten Modelle aufgehoben und in gutem Zustand erhalten werden. Denn der clevere Geschäftsmann erkannte schon früh, dass man sie nicht nur für weitere Filme nutzen, sondern womöglich auch anderweitig zu Geld machen könnte. Doch bei einem der größten Modelle aus „Star Wars: Episode VI - Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ entschied er anders. Der Todesstern sollte nach dem Dreh schlicht auf dem Müll landen.

Die kuriose Geschichte, wie diese Entscheidung später ein Studium finanzieren sollte, erzählte Thomas G. Smith, der Anfang der 1980er Jahre General Manager bei George Lucas' Effektschmiede Industrial Light & Magic (ILM) war, anlässlich des 40. Jubiläums von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ auf der offiziellen „Star Wars“-Website.

Darum schmiss George Lucas den Todesstern in den Müll

Für die spektakuläre finale Weltraumschlacht des dritten „Star Wars“-Films baute ILM unter anderem ein gewaltiges Modell der Oberfläche des noch unfertigen zweiten Todessterns. Und diese Ausmaße sind wörtlich zu nehmen, denn laut Smith war die Konstruktion ungefähr doppelt so groß wie ein Tennisplatz.

Doch die Größe des riesigen Todesstern-Modells stellte nach Abschluss der Dreharbeiten ein ganz praktisches Problem dar. Denn für die übliche Einlagerung nahm es einfach zu viel Platz weg. George Lucas persönlich gab deshalb die Anweisung, das Modell zu verschrotten und im Müll zu entsorgen. ILM-Mitarbeiter zerlegten daher die Konstruktion, mieteten sogar mehrere Lastwagen und fuhren die Einzelteile zu einer nahegelegenen Müllkippe.

Ein Sommerjob rettete ein Stück "Star Wars"-Geschichte

Dass ein wertvolles Stück Filmgeschichte danach nicht verloren war, haben wir dem Sohn von Smith und einem riesigen Zufall zu verdanken: „Mein Sohn hatte dort einen Ferienjob. Er sah all diese Teile auf der Müllkippe landen und dachte sich: ‚Nein, nein, nein. Einige von diesen Sachen sehen noch richtig gut aus!‘“, erinnerte sich das Lucasfilm-Urgestein zurück.

Kurzerhand entschied sich der Junior, einige Fragmente der Todesstern-Oberfläche an sich zu nehmen und nach Hause zu schleppen. Sein Vater war davon erst wenig begeistert, zumal das Zeug über Jahre bei ihnen herumlag. Smith erinnert sich sogar daran, seinem Sohn später gesagt zu haben, er solle den Müll endlich wegwerfen. Zum Glück hörte der nicht auf ihn und bewahrte die Stücke auf, was sich eine ganze Weile später auszahlen sollte.

Todesstern-Schrott ist heute Tausende Dollar wert

Viele Jahre später war der Sohn von Thomas G. Smith selbst Vater, als ihm der die ganze Zeit eingelagerte Todesstern-Müll plötzlich hilfreiche Dienste erwies. So blickte Smith Senior darauf zurück: „Als seine Tochter aufs College ging, konnte er einen Teil ihrer Studiengebühren finanzieren, indem er diese Fragmente des zerschlagenen Todessterns verkaufte.“

Wie viel Geld der Sohn von Smith mit dem geretteten Müll einnahm, ist nicht bekannt. Wie wertvoll die Überreste aber inzwischen sind, zeigte im Mai 2025 eine Auktion. Da wurde ein gerade einmal rund 24 mal 23,5 Zentimeter großes Originalsegment der Todesstern-Oberfläche aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ versteigert und brachte satte 11.250 Dollar ein. Es ist zwar nicht bekannt, ob dieses Stück aus dem Fundus stammt, den Smiths Sohn gerettet hat, es verdeutlicht aber ziemlich eindrucksvoll, welchen Wert die Sachen heute haben, die George Lucas Anfang der 1980er Jahre auf die Müllkippe schicken ließ.

Wenn ihr euch für eine Timeline der „Star Wars“-Saga interessiert, haben wir den folgenden Artikel für euch:

Die komplette "Star Wars"-Timeline: Alle Filme, Serien etc. in der richtigen Reihenfolge (inklusive "Star Wars Zero Company")
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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