Fast elf Millionen Menschen gingen 2024 in Frankreich für „Was ist schon normal?“ in die Kinos. Dort wurde die Komödie so zum meistgeschauten Film des Jahres – weit vor allen Hollywood-Titeln. Der beste US-Film war „Alles steht Kopf 2“ mit 8,4 Millionen verkauften Kinotickets. Und für einen weiteren Vergleich mal die deutschen Zahlen: Hier war 2024 „Alles steht Kopf 2“ mit etwas über 5,8 Millionen verkauften Kinotickets der größte Hit. Im vergangenen Jahr hatten wir mit „Das Kanu des Manitu“ mal wieder einen lokalen Komödien-Erfolg, also etwas vergleichbares zu „Was ist schon normal?“: Das Bully-Sequel wollten rund fünf Millionen Menschen sehen.
In Deutschland lockte das Road-Movie über eine große Gruppe von Menschen mit Behinderungen, unter die sich plötzlich zwei Gauner auf der Flucht mischen, immerhin etwas mehr als 200.000 Menschen in die Kinos. Das ist ein respektabler Wert, aber von einem Hit war „Was ist schon normal?“ hierzulande damit meilenweit enfernt.
Deutlich mehr dürften es am Ende beim deutschen Remake werden, das lassen zumindest die bisherigen Zahlen aus den ersten Tagen erhoffen. „Das gewisse Etwas“ mit Max von der Groeben, Mala Emde und Florian Lukas in den Hauptrollen läuft seit dem 3. September 2026 in den Kinos. Dass sein Mega-Hit schon so schnell eine deutsche Neuauflage bekommen würde, überraschte sogar den Macher des Originals, den Komiker, Autor und Schauspieler Artus, der mit „Was ist schon normal?“ sein Regie-Debüt feierte.
Im April 2026 stand in Frankreich die erste TV-Ausstrahlung von „Was ist schon normal?“ an. Aus diesem Anlass sprach unsere Schwesternseite AlloCiné mit den Verantwortlichen des Films – und hatte dabei einen sehr überraschten Artus vor der Kamera. Als die Produzenten nämlich darüber redeten, dass schon wenige Monate später das deutsche Remake erscheinen würde, war der Filmemacher selbst verblüfft: „Ich erfahre das gerade zur gleichen Zeit wie du!“, kommentierte er gegenüber uns die Neuigkeit.
Artus hätte die Remake-Rechte nicht gekauft
Er wusste bislang nur, dass die Remake-Rechte verkauft sind. Dass es so schnell schon zu einer ersten Umsetzung gekommen ist, hatte er aber nicht auf der Rechnung. Allerdings ist er hinsichtlich der Neuauflage auch skeptisch, wie er AlloCiné bereits in einem vergangenen Interview erklärte.
„Ich freue mich sehr, dass wir die Remake-Rechte verkaufen konnten, aber meiner Meinung nach ist das kein Film, den man einfach neu verfilmen kann.“ Er habe diesen Film für reale Personen gemacht. Die Darsteller*innen der zahlreichen Figuren aus der WG für Menschen mit Behinderung spielen sich quasi selbst, zeigen im Film ihre eigenen Macken: „Ich habe einen Film über sie gemacht, ich habe für sie geschrieben. Arnaud ist wirklich ein Fan von Dalida, Boris trägt wirklich diese Kostüme“, beschreibt Artus seinen Prozess.
Dass jemand davon ein Remake machen will, amüsiert ihn ein wenig: „Ich sah keinen Sinn darin, die Rechte zu kaufen. Meiner Meinung nach muss man einfach großartige Schauspieler*innen wie sie finden und einen Film über sie schreiben. Da braucht man keine Rechte zu kaufen. Schön für uns, dass der Verkauf geklappt hat, aber ich hätte es jedenfalls nicht getan, ich hätte einfach einen ähnlichen Film gedreht“, verriet er im Interview mit AlloCiné.
Inzwischen können wir auch beurteilen, was der deutsche Regisseur Marc Rothemund aus dem Stoff gemacht hat. Der Filmemacher, der uns bereits mit Werken wie „Wochenendrebellen“ oder „Heute bin ich blond“ begeisterte, bleibt mit seiner Neuverfilmung sehr nah am französischen Original. In der FILMSTARTS-Kritik gibt es dafür 3,5 von 5 möglichen Sternen: Rothemund meistere den Umgang mit seinem Ensemble ebenso überzeugend wie Artus und ziehe das Tempo gegenüber dem Original sogar noch etwas an.
Wer nach „Das gewisse Etwas“ nun auch das französische Vorbild sehen möchte, kann „Was ist schon normal?“ aktuell bei Amazon Prime Video im Abo streamen*. Dort gibt es auch die Filme, die wir euch im folgenden Artikel vorstellen:
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