Heute im TV: "Herr der Ringe"- & "Alien"-Stars in düster-verzwicktem Psycho- & Serienkiller-Thriller

Ähnlich wie „Harry Potter“-Star Daniel Radcliffe ist auch „Herr der Ringe“-Frodo Elijah Wood kaum bis gar nicht mehr in Blockbustern zu sehen. Stattdessen dreht er lieber kleinere Filme, die mehr ins Extreme gehen können. So wie „The Oxford Murders“:

Auf den ersten Blick wirkt „The Oxford Murders“ vom „Perdita Durango“-Macher Álex de la Iglesia wie ein klassischer Brit-Krimi zum Mitraten im Stile von Agatha Christie oder Arthur Conan Doyle. Mit fortschreitender Laufzeit wird das Ganze dann aber doch um einiges fieser und düsterer.

„The Oxford Murders“ läuft am heutigen 6. September 2026 um 22.55 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 7. auf den 8. September um 3.25 Uhr. Alternativ könnt ihr den FSK-16-Titel derzeit gratis bei Joyn* und Plex streamen. Wer bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann auch auf Blu-ray und DVD oder Video-on-Demand ausweichen. Die Hardcopys bieten dabei einiges an Bonusmaterial:

Eine klare Fehlbesetzung?

Der Spanier Álex de la Iglesia drehte seinen Thriller an Originalschauplätzen im englischen Oxford. Zudem surrten die Kameras auch noch im altehrwürdigen Victoria and Albert Museum zu London, das die weltweit umfangreichste Sammlung von Kunstgewerbe und Design beherbergt. So kommt das Ganze visuell und atmosphärisch schon fast automatisch sehr authentisch daher. Der literarischen Vorlage von Guillermo Martínez entsprechend spielen in der Adaption Diskussionen über philosophische und mathematische Theorien eine wichtige Rolle. Streckenweise überschatten diese den Krimi-Plot sogar – was für den Story-Ablauf nicht immer hilfreich ist.

Wie in der lediglich 2,5 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik dargelegt, hinterlassen auch die schauspielerischen Leistungen von „The Oxford Murders“ ein eher uneinheitliches Bild. John Hurt („Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“) passt als egozentrischer Professor perfekt in seine Rolle. Elijah Wood kommt hingegen einer Fehlbesetzung nahe. Er schafft es einfach nicht, die Rolle des von der Damenwelt umschwärmten, dabei zielstrebigen Mathematikstudenten wirklich glaubhaft zu verkörpern. Gerade in den zahlreichen Dialogen der beiden Hauptfiguren zieht Wood im direkten Vergleich mit dem deutlich charismatischer aufspielenden Hurt regelmäßig klar den Kürzeren.

Laut Rezensent Ulf Lepelmeier sind aber die beiden Liebesbeziehungen das primäre Problem des Films. Wollen sie doch einfach nicht richtig funktionieren und münden schließlich in fast lächerlich ungelenk anmutenden Bettszenen. Zum einen nimmt man Wood den Womanizer nur schwerlich ab, sodass es unverständlich bleibt, weshalb sich gleich zwei attraktive junge Damen (Leonor Watling und Julie Cox) um ihn reißen. Zum anderen stimmt die Chemie zwischen ihm und seinen Drehpartnerinnen überhaupt nicht. Vielleicht wäre de la Iglesias eigentlich erste Wahl für die Hauptrolle – „Amores Perros“-Star Gael García Bernal – am Ende doch die bessere gewesen?

The Oxford Murders
The Oxford Murders
Starttermin 16. Januar 2009 | 1 Std. 43 Min.
Von Álex de la Iglesia
Mit Elijah Wood, John Hurt, Julie Cox
User-Wertung
3,0
Filmstarts
2,5

Wirklich begeistern kann „The Oxford Murders“ also nicht. Aufgrund der stimmigen Atmosphäre und wegen John Hurts gewohnt ansprechender Leistung können Genre-Fans es aber zumindest einmal mit dem Reinschauen probieren.

Darum geht es in "The Oxford Murders"

US-Student Martin (Elijah Wood) trifft im englischen Oxford ein, um an der dortigen Elite-Universität ein Auslandssemester zu absolvieren. Eine Unterkunft findet er im Haus von Mrs. Eagleton (Anna Massey), einer alten Freundin seines Mathematikprofessors Arthur Seldom (John Hurt). Auch weil Seldom die kontroverse Theorie vertritt, dass keine endgültig objektive Wahrheit existieren kann, verehrt Martin ihn. Er hofft sogar, dass er den eigenwilligen Gelehrten als Doktorvater gewinnen könne.

Die Gelegenheit zur engen Zusammenarbeit der Männer ergibt sich, als Martin schon kurz nach seinem Einzug die Leiche von Mrs. Eagleton auffindet. Gemeinsam müssen die beiden Mathematiker eine Symbolreihe entschlüsseln, die in direktem Zusammenhang mit dem Mord zu stehen scheint. Tötet der Killer am Ende vielleicht sogar nur, um Seldoms Intellekt herauszufordern?

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.
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