Es gibt gute Filme – und dann gibt es solche, die einem für immer im Herzen bleiben. Dazu zählt ohne Zweifel „Good Will Hunting” von Gus van Sant, der die 1990er-Jahre maßgeblich geprägt hat und heute gut und gerne als moderner Klassiker bezeichnet werden kann.
Nicht nur brachte er die Karrieren von Ben Affleck und Matt Damon, die gemeinsam das Drehbuch schrieben, so richtig ins Rollen – auch für Robin Williams war der Film richtungsweisend. Psychologe Sean Maguire gehört wohl neben John Keating in „Der Club der toten Dichter” zu jenen Rollen, die Robin Williams am stärksten im kollektiven Gedächtnis verankert haben: als Schauspielerpersona, die Menschlichkeit und Warmherzigkeit mit Ecken und Kanten vereint. Nach drei Nominierungen brachte „Good Will Hunting” dem Schauspieler und Komiker seinen ersten (und einzigen) Oscar als bester Nebendarsteller ein.
Ab sofort haben alle Abonnent*innen die Gelegenheit, „Good Will Hunting” im Programm von Netflix zu sehen. Dabei könnt ihr mitfühlen und vielleicht auch ein bisschen mitheulen – denn der Film trifft jedes Mal erneut wieder mitten ins Herz.
Alternativ ist das Drama zurzeit aber noch bei Streaming-Konkurrent Paramount+* im Abo enthalten. Wer kein Abo hat und bereit ist ein paar Euro zu investieren, kann natürlich auch zum Video-on-Demand greifen:
Falls ihr ein Abo von Amazon Prime Video haben solltet, könnt ihr „Good Will Hunting“ unter dem obigen Link übrigens ebenfalls ohne Aufpreis streamen. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratis-Test des Arthaus-Channels* anmelden. Sofern ihr vor Ablauf des Probezeitraums nicht wieder stornieren wollt, werden im Anschluss daran 3,99 Euro pro Monat fällig.
Das ist "Good Will Hunting"
Will Hunting (Matt Damon) arbeitet als Hausmeister am MIT. Doch hinter dem Böden schrubbenden, durch die Straßen ziehenden und sich prügelnden Jungen aus South Boston steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag – nämlich ein Genie.
Als er nachts heimlich ein schwieriges mathematisches Problem löst, wird sein Talent entdeckt – doch seine Impulsivität und sein Hang zur Kriminalität bringen ihn immer wieder vor Gericht. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, landet er bei dem Psychologen Sean Maguire (Robin Williams). Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung, die Wills Leben – und auch Seans eigenes – nachhaltig bewegt.
Matt Damon und Robin Williams – eine unschlagbare Dynamik!
Das Zusammenspiel von Matt Damon und Robin Williams ist das Herzstück des Films: Ihre Dialoge und Interaktionen sind voll von Schmerz, Wut, Trauer. Mal laut, mal leise, entblättern sich die beiden immer weiter, während sie behutsam aufeinander zugehen.
Allen, die mehr über die Hintergründe des Films erfahren möchten, sei die Blu-ray empfohlen. Dort findet ihr nebem einem Audiokommentar mit Gus Van Sant, Ben Affleck und Matt Damon auch unveröffentlichte Szenen und ein Featurette, in dem Matt Damon sich 15 Jahre später an „Good Will Hunting” zurückerinnert:
Soziale Gegensätze und große Gefühle
„Good Will Hunting” erzählt nicht nur von einem heimlichen Genie auf der Suche nach seinem Platz in der Welt, sondern auch von sozialen Gegensätzen: Die raue Arbeiterklasse trifft auf das elitär-akademische Bostoner Establishment – während das wahre Genie ein Waisenkind der sogenannten Unterschicht ist.
Hinzu kommt die Liebesgeschichte, die sich zwischen Will und der Studentin Skyler (Minnie Driver) entspinnt: eine Liebe zwischen zwei Welten, die Will dazu zwingt, sich mit sich selbst zu konfrontieren und Nähe zuzulassen.
In diesem Dreieck zwischen Will, Skyler und Sean entfaltet sich die ganze Tiefe des Films: Er zeigt, wie Menschen Mauern nicht nur ins Wanken, sondern gar zum Einstürzen bringen können. „Good Will Hunting” ist im besten Sinne Balsam für die Seele – und kommt dabei ganz ohne Kitsch aus. Berührend sind übrigens auch Ben Afflecks Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit Robin Williams – die ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:
"Ich wünschte, ich hätte ihn mein ganzes Leben lang gekannt": Ben Affleck erklärt, wie sehr die Arbeit mit Robin Williams ihn geprägt hatDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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