Es gibt wenige Stars, die so eng mit dem Genre des Abenteuerkinos verbunden sind wie Errol Flynn: Der Publikumsliebling aus dem goldenen Zeitalter des Hollywood-Studiosystems brillierte in zahlreichen Kostüm-Actionern, Mantel-und-Degen-Abenteuern und Swashbucklern. Und geschlagene 18 Jahre und 35 Filme lang stand er treu im Dienste der Warner-Bros.-Studios.
Im Sommer 1952 nahm diese Ära ein Ende: In Cornwall, den schottischen Highlands und in Palermo entstand das Piraten-Action-Abenteuer „Der Freibeuter“ – eine Romanverfilmung, mit der Flynn ein letztes Mal vor Ende seines Langzeitvertrags für Warner vor die Kamera trat. Ein Jahr später kam der Film in die Kinos und wurde als würdiger Abschluss der Kollaboration zwischen dem Swashbuckler-Superstar und seiner langjährigen Studioheimat besprochen.
So wurde das Piraten-Spektakel trotz eher platter Charakterzeichnung für seine farbprächtigen Kostüme, das lebhafte und originelle Säbelrasseln, das temporeiche Storytelling und die energische Leinwandpräsenz des allmählich ergrauenden Flynn gelobt. Nun könnt ihr euch in HD einen Eindruck davon verschaffen, denn diese Woche ist „Der Freibeuter“ erstmals in Deutschland auf Blu-ray erschienen.
Darum geht es in "Der Freibeuter"
Das 18. Jahrhundert: Schottland will den englischen Thron für sich gewinnen, doch die Rebellion scheitert. Jamie Durie (Errol Flynn), Sohn des Lords Durrisdeer (Felix Aylmer), muss im Zuge dieser Niederlage seine Heimat verlassen. Da er sich von seinem Bruder Henry (Anthony Steel) verraten fühlt, von seiner Verlobten Lady Alison (Beatrice Campbell) verlassen wurde und von den Rotröcken verfolgt wird, kennt er nur einen Ausweg.
Jamie Durie flieht hinaus auf die offene See und wird dort in die verworrene, gefährliche Welt betrügerischer, brutaler Piraten gezerrt. Dort gibt es nur einen Weg, um zu überleben: Der Adlige muss lernen, sich wie ein Fähnchen im Wind zu drehen. Oder ist Integrität selbst unter der Piratenflagge möglich?
Als Vorlage für dieses Abenteuer diente der Roman „Der Junker von Ballantrae“* aus der Feder des „Die Schatzinsel“-Autors Robert Louis Stevenson. Die Inszenierung übernahm William Keighley, der damit seinen Abschied vom Regiestuhl feierte und daraufhin nach Paris zog, wo er sich der Fotografie widmete. Zuvor stemmte Keighley unter anderem das auf der gleichnamigen Mark-Twain-Geschichte basierende Errol-Flynn-Vehikel „Der Prinz und der Bettelknabe“, den Thriller „Straße ohne Namen“ und die ironisch betitelte Komödie „Keine Zeit für Komödie“.
Keighley drehte außerdem Teile des wegweisenden Errol-Flynn-Abenteuerklassikers „Robin Hood – König der Vagabunden“, bevor man ihn aufgrund eines langsamen Arbeitsprozesses und zu hoher Ausgaben durch „Casablanca“-Regisseur Michael Curtiz ersetzte. Darüber, wie die Dreharbeiten zu seinem Abschiedsprojekt verliefen, streiten sich die Quellen: Laut Turner Classic Movies lief bei „Der Freibeuter“ alles glatt, nachdem mehrere vorherige Flynn-Filme von turbulenten Produktionsverläufen geplagt waren. „Die Hexe des Grafen Dracula“-Regisseur Vernon Sewell, der zur Crew des Films gehörte, behauptete hingegen, der Dreh wäre regelrecht katastrophal verlaufen.
Ein mit Degen-Action bespicktes Abenteuer, dessen holprige Produktionsgeschichte konkreter verbucht ist, stellen wir euch jedenfalls im folgenden Artikel ausführlicher vor:
Heimkino-Tipp für Abenteuer-Fans: Diese Mantel-und-Degen-Action ist trotz gefeiertem Superstar der 80er und 90er nahezu unbekannt!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.