Als Kind war es meine Bankfiliale, jetzt ist sie Schauplatz eines Raubüberfalls: Ein ganz persönlicher Kinotipp
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Ist euch schon mal aufgefallen, dass Filme eine ganz andere Wirkung haben, wenn sie an Orten spielen, die man aus seinem Alltag kennt? Ich kann euch jetzt aus persönlicher Erfahrung sagen: Bei Banken ist der Effekt sogar besonders stark!

Von Christoph Petersen

Vor zwei Jahren hatten wir die Verantwortlichen des Gangster-Thrillers „Schock“ bei uns zu Gast im Podcast – und obwohl ich in Hamburg aufgewachsen bin und seit 17 Jahren in Berlin lebe, habe ich sofort gespürt, dass der Kölner Stadtplan in dem Film absolut ernstgenommen wird. Wenn jemand in einem Film um eine Ecke biegt und dann plötzlich an einem ganz anderen Ort herauskommt, dann spürt man, dass etwas nicht stimmt, selbst wenn man die Stadt persönlich gar nicht kennt.

Der Meisterregisseur François Truffaut fuhr berühmterweise die Strecken zwischen den einzelnen Drehorten in Paris selbst mit der Metro ab, um die Uhren an den Sets auf eine logisch passende Uhrzeit einzustellen. Natürlich ist das pedantisch – aber gerade solche Details verleihen einer Stadt im Kino eine besondere Glaubhaftigkeit.

Liam Neeson vor meiner Haustür

Aber selbst wenn man solche Dinge auch unterbewusst wahrnimmt, ist der Effekt fürs Publikum natürlich noch viel stärker, wenn man den Ort selbst kennt. So ist Liam Neeson im Berliner Bomben-Thriller „Retribution“ MEINE Straße im Stadtteil Friedrichshain langgeheizt, nur um dann nach einer einzigen scharfen Rechtskurve viele Kilometer entfernt herauszukommen. Damit war die Actionszene für mich gegessen.

Natürlich gibt es für solche Dinge produktionstechnische Gründe – aber um die bestmögliche Wirkung zu erzielen, muss man sich mitunter eben besonders viel Mühe geben.

Eine Bank ist sogar noch mal was anderes

Im vergangenen Jahr habe ich auf dem Filmfest Hamburg eine Vorstellung besucht, ohne vorab ganz genau zu wissen, was ich mir da eigentlich gleich anschaue (meine bevorzugte Vorgehensweise auf Filmfestivals). Und zu meiner Überraschung fand ich mich plötzlich in genau der Bank wieder, in der ich als Kind mein erstes Konto hatte. In der realen Welt hat die Filiale der Hamburger Sparkasse zwar inzwischen geschlossen, aber leerstehend bot sie sich als Drehort für einen Film natürlich besonders an.

Billie
Billie
Starttermin 17. September 2026 | 1 Std. 48 Min.
Von Sheri Hagen
Mit Ruby Commey, Thelma Buabeng, Joy Ewulu
User-Wertung
3,2
Vorführungen (13)

Und der Effekt war erstaunlich: Gerade die Thriller-artigeren Momente haben bei mir besonders gut funktioniert, allein schon deshalb, weil ich früher selbst oft genug in genau diesen Räumen am Schalter stand. Dabei handelt es sich bei „Billie“ von Sheri Hagen eigentlich um eine Tragikomödie – und das Publikum um mich herum hat sich im ausverkauften Kinosaal stellenweise weggeschmissen vor Lachen.

Heute startet „Billie“ nun auch endlich regulär in den deutschen Kinos – und von mir gibt es eine klare Empfehlung, selbst wenn ihr eure Bankgeschäfte noch nie persönlich am Nettelnburger Bahnhof im Hamburger Osten abgewickelt habt: Die besten Freundinnen Nina (Ruby Commey) und Angie (Thelma Buabeng) gehen für einen Kleinkredit zur Bank, weil die Klassenreise für Ninas Teenager-Tochter 300 Euro kosten soll. Aber dann gibt es Stress mit Angies Mann Marc (Timo Jacobs), der bei der Bank arbeitet. Es kommt zum Streit – und plötzlich glauben alle, inklusive der vor der Filiale in Stellung gehenden Polizei, dass Nina die Bank ausrauben will …

Wer auch im Heimkino gelungene Unterhaltung und einen der bisher besten Filme des Jahres erleben möchte, der klickt einfach hier:

Heimkino-Tipp: Einer der besten deutschen Filme des Jahres – er zeigt, warum Sandra Hüller ein internationaler Star ist!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.
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