Sie ist seit Jahrzehnten Bestandteil des deutschen Theater-, Serien- und Filmgeschehens und seit dem international gefeierten „Toni Erdmann“ erhält sie zunehmend Aufmerksamkeit aus dem Ausland: Sandra Hüller erwies sich 2026 bereits im Sci-Fi-Blockbuster „Der Astronaut - Project Hail Mary“ als Szenendiebin und ist bald neben Tom Cruise und John Goodman in „Digger“ zu sehen.
Hüller hat sich aber nicht von Hollywood schlucken lassen, sondern beweist ungebrochen in kleineren europäischen Projekten, was sie drauf hat. Das lässt sich aktuell im Drama „Vaterland“ auf der großen Leinwand erleben und nun in einem weiteren Film auf den heimischen Bildschirmen. Denn am 17. September 2026 erscheint das von wahren Ereignissen inspirierte Historien-Drama „Rose“ auf DVD und Blu-ray – einer der besten deutschen und österreichischen Filme des Jahres!
„Rose“ lässt sich aber nicht bloß via DVD und Blu-ray nachholen, sondern ebenso als VoD. Verfügbar ist das außergewöhnlicher Historiendrama auf Prime Video* und diversen weiteren Plattformen.
Darum geht es in "Rose"
Der Dreißigjährige Krieg hat Land und Leute gezeichnet. Nun kommt ein ehemaliger Soldat (Sandra Hüller) in einem abgelegenen, protestantischen Dorf an und beansprucht einen lange verlassenen, verfallenen Gutshof für sich. Der Fremde belegt seine Ansprüche mit Dokumenten, die ihn als Erben auszeichnen.
Die Dorfbevölkerung begegnet dem eigenbrötlerischen Neuling skeptisch, aber sie beugt sich der Macht der dokumentarischen Beweise. Dadurch, dass der Ex-Soldat den Hof fleißig auf Vordermann bringt und sogar einen Bären erlegt, um einem Dorfbewohner das Leben zu retten, gewinnt er nach und nach Mitmenschen für sich.
Als er aber Suzanna (Caro Braun) heiratet, um von ihrem Vater Zugang zu einem wertvollen Bachgrundstück zu erhalten, begibt sich der Veteran in gesteigerte Gefahr. Denn er ist eine Frau, die einst die Identität eines Soldaten angenommen hat – und wie lange kann sie die männliche Fassade schon Aufrecht erhalten, sobald seine Frau und das restliche Dorf von ihm erwarten, was von Ehemännern halt so erwartet wird?
Intensiv, facettenreich, aussagekräftig
Auf der diesjährigen Berlinale gewann Sandra Hüller den Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle, auf der österreichischen Diagonale wurde „Rose“ wiederum für das von Regisseur Markus Schleinzer und Alexander Brom verfasste Drehbuch sowie für die von der norwegisch-irischen Singer-Songwriterin Tara Nome Doyle komponierten Filmmusik ausgezeichnet. Des Weiteren winkten „Rose“ zahlreiche überaus positive Pressestimmen, darunter eine 4,5-Sterne-Kritik von FILMSTARTS-Autor Michael Meyns.
Der Verfasser dieses Heimkino-Tipps war ebenfalls von „Rose“ begeistert und zählt ihn zu den stärksten deutschen Produktionen des bisherigen Jahres. Daran trägt Hüllers fabelhafte Performance einen großen Anteil: Als Kriegsveteran hat die „Anatomie eines Falls“-Mimin eine intensive Leinwandpräsenz, obwohl sie ihre Rolle filigran und facettenreich anlegt.
Die Titelheldin umgibt eine Aura der Verletzlichkeit, einerseits aufgrund ihrer angreifbaren Position und den immensen Gefahren, die ihre Hochstapelei nach sich ziehen, andererseits weil sie zwischen den Zeilen wiederholt ihren Frust über den gesellschaftlichen Staus quo bemerkbar macht – obschon sie dies zu ihrer eigenen Sicherheit nicht sollte. Hüllers Figur begibt sich in Lebensgefahr, um ihr Leben auskosten zu können, haben Männer zu dieser Zeit doch weitaus mehr Rechte, Möglichkeiten und Freiheiten als Frauen.
Da sie im Zuge ihres Strebens nach Erfüllung Suzanna (der Braun unter einer naiven Oberfläche eine beneidenswerte Verschlagenheit und Aufgeschlossenheit mitgibt) in ihre Masche mit hineinzieht, gewinnt Rose auch an charakterlichen Mäkeln, die sie noch spannender machen: Es ist nachvollziehbar, dass Rose in ihrer Mannsrolle eine Ehe anstrebt, haben verheiratete Männer doch noch mehr Rechte in der Gesellschaft und werden weniger kritisch hinterfragt als ewige Junggesellen.
Aber da Rose sich der potenziellen Konsequenzen gewahr ist, falls sie auffliegen sollte, ist es egoistisch, eine weitere, unvorbereitete Person in diese Scharade zu involvieren. Das macht Rose zu einer komplexen, tragisch-heroischen Figur, anhand derer Schleinzer eine intellektuell stimulierende, emotional schlauchende Erzählung über Genderrollen, gesellschaftliche Doppelzüngigkeit und Identitätsfragen entwirft. Das ist nicht trotz, sondern sogar gerade wegen der reduzierten, die Wirkung des Films auf Hüllers Darbietung fokussierenden Mittel, mit denen „Rose“ verwirklicht wurde, umwerfend.
Einen ebenfalls von wahren Ereignissen inspirierten, starken Film mit aktuellerem Setting stellen wir euch unterdessen im folgenden Artikel vor:
Obwohl er preisgekrönt ist: Einer der besten Filme des Jahres ist immer noch viel zu unbekannt – holt ihn jetzt im Heimkino nach!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.