Wenn ein Filmemacher mit Comedy-Vergangenheit einen Horrorfilm dreht, ist das Ergebnis oft eine Gratwanderung. Regisseur Zach Cregger kommt aus der Sketch-Comedy und hat mit „Barbarian” und „Weapons” bewiesen, dass er auch in Horrorfilmen sich nicht scheut, Humor einzusetzen.
Umso interessanter ist, was Cregger nun über die Arbeit an seinem „Resident Evil”-Film verrät. Denn ausgerechnet dieser Humor wurde im Laufe der Postproduktion zum Problem. Der Regisseur zog daraus eine radikale Konsequenz, die viele Fans überraschen dürfte.
Was die Testvorführungen ergaben
Im Interview mit dem Hollywood Reporter berichtet Cregger, dass die Testvorführungen ihm ein unerwartetes Urteil einbrachten: Das Publikum mochte den Film durchaus, empfand ihn aber als schlicht zu witzig. Daraufhin habe er so viele Gags wie möglich entfernt. Das Ergebnis überraschte ihn, denn nicht nur beim Publikum kam der Film besser an, sondern auch ihm gefiel er dann besser. „Ein bisschen Humor hat in einem Horrorfilm schon Auswirkungen, und es gibt keinen einzigen Witz, den ich aus diesem Film herausgenommen habe, den ich vermisse”, sagt Cregger. Wie viel genau herausgeflogen ist und ob die humorvollere Fassung überhaupt noch in nutzbarer Form existiert, hat bislang niemand verraten.
Die Neuverfilmung erzählt keine der bekannten Spielhandlungen nach, sondern eine eigenständige Geschichte während des Ausbruchs in Raccoon City. Austin Abrams spielt Bryan, einen medizinischen Kurier, der eigentlich nur ein Spenderorgan in ein Krankenhaus bringen soll. Stattdessen landet er mitten im Chaos der infizierten Stadt und muss um sein Überleben kämpfen. Zum Cast gehören außerdem Zach Cherry, Kali Reis und Paul Walter Hauser. Erste Ausschnitte zeigten unter anderem Ego-Perspektiven und Verweise auf den Umbrella-Konzern.
Dass Cregger sich Freiheiten gegenüber den Spielvorlagen nimmt, hat online bereits für Unmut gesorgt. Der Regisseur selbst sieht das entspannt. Angesichts der Weltlage relativiere sich für ihn ohnehin manches. So gab es beispielsweise Kritik am Wetter in seinem „Resident Evil”-Film. „Da denke ich mir: Okay, Alter. Lass uns einfach unsere Prioritäten ein bisschen zurechtrücken”, sagt Cregger.
Nach den ersten Eindrücken ignoriere Cregger die Vorlage aber keineswegs : Der Film soll bewusst wie ein Survival-Horror-Spiel funktionieren und enthält Anspielungen für Fans der Games. Außerdem ist auch die Kameraarbeit stark an die Perspektive aus der Videospielreihe angelehnt. „Resident Evil” startet am 17. September in den deutschen Kinos.
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