Ben Affleck stoppte seinen Netflix-Film nur 2 Wochen vor Drehbeginn - Gleich mehrere Stars funkten dazwischen
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Ursprünglich sollte Matt Damon die Hauptrolle in Ben Afflecks neuester Regiearbeit „Animals“ spielen. Doch eine Verkettung unglücklicher Umstände verhinderte das nicht nur, sondern brachte das Netflix-Projekt beinahe komplett zum Scheitern.

Netflix
Von Selina Sondermann

In Hollywood gibt es immer wieder das Phänomen sogenannter Zwillingsfilme: Mehrere Produktionen widmen sich innerhalb kürzester Zeit demselben Thema, ohne dass dem zwangsläufig ein Verhältnis von Original und Kopie zugrunde liegt. 1998 kamen mit „Armageddon“ und „Deep Impact“ gleich zwei Filme über Asteroiden, die die Erde bedrohen, in die Kinos. Im selben Jahr konkurrierten auch die Animationsstudios Dreamworks und Pixar mit ihren jeweiligen Insektenfilmen („Antz“ und „Das große Krabbeln“).

Apropos „Armageddon”. Hauptdarsteller Ben Affleck mag den meisten als Schauspieler bekannt sein, seine beiden Oscars erhielt er jedoch für das beste Originaldrehbuch (gemeinsam mit Matt Damon für „Good Will Hunting”) und für den besten Film, „Argo”, den er inszenierte und produzierte. Nachdem er vor drei Jahren mit „Air - Der große Wurf“ die Anfänge der Partnerschaft zwischen Nike und Michael Jordan inszenierte, kehrte der 54-Jährige jetzt für Netflix ein fünftes Mal auf den Regiestuhl zurück.

In „Animals“ geht es um den von Affleck gespielten Bürgermeisterkandidaten für Los Angeles, Mark Kimball, dessen Sohn inmitten des Wahlkampfes entführt wird. Das Kriminaldrama erscheint am 9. Oktober auf Netflix, aber wie der „Gone Girl”-Schauspieler gegenüber Entertainment Weekly verriet, wäre der Film um ein Haar gar nicht zustande gekommen.

Mit Vitamin B zum Star-Cast

Als der Film 2024 angekündigt wurde, war Afflecks guter Freund und steter Weggefährte Matt Damon für die Rolle des Mark Kimball vorgesehen. Während die beiden zuletzt für den Netflix-Thriller „The Rip“ gemeinsam vor der Kamera standen, war Affleck von ihrer Zusammenarbeit bei „Air“ (die er als „die Zeit unseres Lebens“ beschreibt) so begeistert, dass er die Dynamik aus Regisseur und Hauptdarsteller unbedingt wiederholen wollte.

Auch seine Ex-Frau Jennifer Garner plante der Bostoner aus teils künstlerischen, teils pragmatischen Gründen in den Film zu holen: „Es hätte den Vorteil, dass wir beide mehr Zeit mit unseren Kindern verbringen könnten […] Ich dachte, wir könnten unsere Zeitpläne darauf abstimmen.“

Endstation Spike Lee/Denzel Washington

Die Produktionsphase von „Animals” war bereits in vollem Gange, der Beginn der Dreharbeiten nur zwei Wochen entfernt, als Affleck plötzlich von der Apple-TV-Produktion „Highest 2 Lowest“ erfuhr. Jemand sagte zu mir, Spike [Lee] und Denzel [Washington] machen da gerade diesen anderen Film, bei dem es um eine Entführung geht“, so Affleck. Vorsichtig, um Spoiler zu vermeiden, wies der Regisseur vage darauf hin, dass beide Filme ein ähnliches thematisches Stilmittel verwenden.

Obwohl der nach eigenen Angaben „True Crime“-besessene Affleck das Drehbuch gemeinsam mit Connor O. McIntyre und Billy Ray („Captain Phillips“) selbst entwickelte und schrieb, wollte er unbedingt vermeiden, dass der Eindruck einer Konkurrenzversion entstehen könnte. Zunächst debattierten Affleck, Damon und weitere Produzent*innen noch, ob es Sinn mache, den Film wie geplant zu drehen und auf eine Zurückstellung der Veröffentlichung zu setzen. Schließlich entschied man sich dafür, das Projekt aufzugeben.

"Animals" ließ ihn nicht los

Da die Stadt Los Angeles ein so zentraler Dreh- und Angelpunkt der Geschichte war, fühlte sich Affleck jedoch ständig an das gestoppte Projekt erinnert. „Ich hatte mich wirklich für die Idee begeistert, einen Film über L.A. zu machen. Mir wurde klar, dass ich hier länger gelebt habe als in Boston.“

Während das Projekt Affleck also trotz aller Hindernissen nicht losließ, warteten bereits neue Probleme auf den Regisseur: Matt Damon war inzwischen nicht mehr verfügbar. Matt hat leider gerade diesen anderen, offensichtlich kleineren Film gemacht: ,Die Odyssee’“, scherzt Affleck über das neuen Nolan-Epos, natürlich musste ein besserer Schauspieler die Rolle übernehmen.“

Affleck übernimmt – und verliert direkt den nächsten Star

Nachdem Affleck kurzerhand beschlossen hatte, selbst in die Hauptrolle des Mark Kimball zu schlüpfen, um das Projekt zu retten, tat sich direkt das nächste Hindernis auf. Die Zusammenarbeit mit Jennifer Garner in dieser Konstellation war den beiden „Daredevil“-Stars zu prekär.

Den Ehemann seiner Ex-Frau in einem Film über eine kriselnde Ehe zu spielen, würde zu unnötigen Spekulationen führen. Affleck betont: Ich würde in Zukunft gerne mit ihr arbeiten. Aber was man nicht möchte, ist den Ballast des Publikums mitzunehmen und ihn gegen den Film arbeiten zu lassen.“

Glück im Unglück

Stattdessen konnte in Scandal“-Star Kerry Washington, die Affleck während des Autorenstreiks kennenlernte, schnell ein passender Ersatz gefunden werden. Der Oscarpreisträger ist der Meinung, dass diese neue, komplexere Dynamik den Film bereichert. Die Zusammenarbeit von Washington und Steven Yeun, der ebenfalls zum Cast gehört, inspirierte weitere Szenen. Affleck fügte sie dem Drehbuch hinzu, was ihn in seinem Entschluss bestärkte, das Projekt zu Ende zu bringen.

Mit der Serie „American Hostage“, die vor wenigen Tagen beim Festival in Toronto Premiere feierte, gibt es übrigens ein erneutes Doppelgänger-Projekt, das sich mit dem Thema Geiselnahme auseinandersetzt:

"Mad Men"-Star in packendem Geiseldrama mit wahrem Hintergrund: Der erste Trailer zu "American Hostage" ist da

Selina Sondermann
Selina Sondermann
-Freie Autorin
Als Fan von Widersprüchen und Extremen fühlt sich Selina Sondermann vor allem im Horrorgenre und in Romantic Comedies zuhause. Am liebsten besucht sie Filmfestivals von Cannes bis Toronto, wo sie versucht, so viele Filme wie möglich an einem Tag zu sehen.
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