James Cameron feierte mit „Terminator“ endgültig seinen Durchbruch und hatte mit dem für kleines Geld produzierten Science-Fiction-Thriller auch einen beträchtlichen Anteil an dem Hollywood-Höhenflug, den Arnold Schwarzeneggers Karriere anschließend erlebte. Der Film galt auf Anhieb als Meilenstein des modernen Sci-Fi-Kinos, dennoch gelang Cameron und Schwarzenegger sieben jahre später das geradezu Unmögliche:
Mit „Terminator 2 - Tag der Abrechnung“ legten die beiden nicht nur eine, sondern gleich drei, vier Schippen oben drauf. Der Film schrieb zunächst als der bis dato teuerste Film aller Zeiten Geschichte, spülte schließlich über 500 Millionen Dollar in die weltweiten Kinokassen, räumte vier Oscars ab und wird bis heute nicht nur für seine bahnbrechenden Effekte gefeiert, sondern auch als eine der besten Fortsetzungen aller Zeiten.
Damit war der Film das perfekte Sprungbrett für Edward Furlong, um richtig groß rauszukommen. Der damals 14-Jährige spielte neben Schwarzenegger und Linda Hamilton eine tragende Rolle in dem Mega-Blockbuster – und brillierte in seiner Rolle als rotzfrecher John Connor, der in der Zukunft noch von großer Bedeutung für den Fortbestand der Menschheit haben sollte. Auch Furlong selbst stand eine große Zukunft bevor, die er sich letztlich aber selbst verbaute…
Edward Furlong sollte als John Connor in "Terminator 3" zurückkehren
Furlong, der in „T2“ übrigens seinen allerersten Auftritt vor der Kamera überhaupt hatte, stieg der gigantische Erfolg in jungen Jahren allerdings zu Kopf. Lieferte er zwar noch die eine oder andere erinnerungswürdige Performance (etwa in „American History X“ an der Seite von Edward Norton), schaffte es der Kalifornier nur noch in Ausnahmefällen ins Rampenlicht – und ist seit vielen Jahren praktisch gar nicht mehr auf der Kinoleinwand zu sehen, sondern nur noch in höchstens mittelmäßigen Direct-to-Video-Produktionen. Dabei hätte alles anders laufen können.
Wie Furlong nun im Gespräch mit Love-It Film verriet, sollte er ursprünglich als John Connor in „Terminator 3 - Rebellion der Maschinen“ zurückkehren. Der 2003 erschienene Film von Jonathan Mostow war mit Produktionskosten von über 187 Millionen Dollar der bis dahin teuerste R-Rated-Film aller Zeiten und zwar nicht mehr so gut wie die Vorgänger, aber ebenfalls eine richtig große Nummer. Von der eigentlich auch Furlong Teil sein sollte. Doch daraus wurde nichts:
„Mein erster Vertrag über mehrere Millionen Dollar war für ‚Terminator 3‘“, erinnert sich der heutige 49-Jährige zurück. „Es gab eine Klausel, denn man wusste, dass ich gerne und viel feierte. Und diese besagte: keine Drogen.“ Die Bedingung war: Sollte bei Tests auch nur die geringste Spur von Suchtmitteln gefunden werden, fliegt er raus. Wie sich die meisten an dieser Stelle nun denken können, gelang es Edward Furlong am Ende nicht, clean zu bleiben.
Er habe einen Freund angerufen, um noch ein letztes Mal die Sau rauszulassen. Anschließend sei es sein Plan gewesen, für „Terminator 3“ kürzerzutreten. „Ich ging auf die Toilette und war schon etwas betrunken. Ich streute etwas Kokain auf die Toilettenbrille, schüttete aber viel zu viel hin… ich wollte es nicht verschwenden, also zog ich alles durch die Nase“, erzählt Furlong nun offen gegenüber Love-It Film. Danach könne er sich nur noch daran erinnern, dass er am Boden lag, als im Club das Licht anging. „Sagen wir einfach: An diesem Tag habe ich ‚Terminator‘ verloren“, fasst der Schauspieler schließlich zusammen.
Nick Stahl ersetzte Edward Furlong
Am Ende trat Nick Stahl („Sin City“) an Furlongs Stelle – bevor schließlich auch Christian Bale („Terminator: Die Erlösung“) und Jason Clarke („Terminator: Genisys“) in die Rolle des John Connor schlüpften.
Columbia TriStar Films
Ganz egal, wie viel das eine letztlich mit dem anderen zu tun hatte: Sowohl für die „Terminator“-Reihe als auch für Edward Furlong ging es nach „Tag der Abrechnung“ erst einmal bergab. Wie anders die Karriere sowie vor allem das Leben des wahrscheinlich ikonischsten John-Connor-Darstellers verlaufen wäre, hätte er seinen Kumpel einfach nicht angerufen, lässt sich natürlich nur spekulieren. Den Darsteller scheinen die Vorkommnisse von damals aber bis heute nicht so recht loszulassen...
Warum sich James Cameron bei der Entwicklung von „Terminator 2“ übrigens wie auf Drogen fühlte, ohne derartige Substanzen zu sich genommen zu haben, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel.
"Ich war high auf Ecstasy": James Cameron enthüllt, wie "Terminator 2" entstanden ist