Es gibt Horrorfilme, die sind so verrückt, dass man sie gesehen haben muss, um es zu glauben. David Lynchs „Lost Highway“ ist ein gutes Beispiel dafür, aber auch „Hausu“ von Nobuhiko Ōbayashi. Auch die Filme von Jane Schoenbrun passen in diese Kategorie: Sowohl das Langfilm-Debüt „We’re All Going To The World’s Fair“ als auch „I Saw The TV Glow“ haben ihre Wurzeln zwar im Horrorkino, sind zugleich aber vielschichtige Auseinandersetzungen mit Identität, Gesellschaft und Genrekonventionen.
Mit „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ hat Jane Schoenbrun am 20. August 2026 einen neuen Film in die Kinos gebracht – und auch dieser schlägt wieder in eine ähnliche Kerbe. Den Meta-Schocker könnt ihr aktuell sogar noch vereinzelt in den Lichtspielhäusern sehen. Wer es in den nächsten Tagen nicht mehr schafft, ein Ticket zu lösen, muss sich nicht grämen. Den experimentellen Horror-Trip gibt es schon ab dem 2. Oktober 2026 im Streaming-Abo von MUBI.
Darum geht es in "Teenage Sex And Death At Camp Miasma"
Eine ambitionierte queere Filmemacherin (Hannah Einbinder) erhält die Chance, den nächsten Teil der finanziell angeschlagenen Slasher-Reihe „Camp Miasma“ zu inszenieren. In der Vorbereitung setzt sie sich so intensiv mit dem von ihr innig geliebten Original auseinander, dass ihre Faszination für dessen legendäres „Final Girl“ (Gillian Anderson) immer weiter wächst. Schließlich schafft sie es sogar, die einstige Hauptdarstellerin, die seit Jahren zurückgezogen lebt, für eine Rückkehr zu „Camp Miasma“ zu gewinnen.
Doch die Zusammenarbeit nimmt schon bald eine unerwartete Wendung. Je mehr Zeit die Regisseurin mit der geheimnisvollen Frau verbringt, desto stärker gerät sie in deren Bann. Gleichzeitig verschwimmen für sie zunehmend die Grenzen zwischen Realität und Einbildung. Schon bald wird auch die Arbeit am Film zu einem gefährlichen Spiegel ihrer eigenen Obsessionen.
Darum solltet ihr den Film nicht verpassen
Wir können euch „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ wärmstens empfehlen, sofern ihr eine Vorliebe für das Slasher-Kino der 80er und insbesondere die „Freitag der 13.“-Reihe habt oder euch gerne mit dem Konzept von Geschlecht und Sex im Horrorfilm auseinandersetzt.
Aber keine Angst, Jane Schoenbruns neuester Film ist keine trockene Dissertation, sondern vielmehr eine herrlich launige und blutige Meta-Auseinandersetzung mit dem Thema, die irgendwann die Grenzen zwischen Fiktion und Realität komplett verschwimmen lässt. Und nicht von ungefähr wurde der Schocker schon früh als „eine pestartige Sintflut aus Blut, Eingeweiden und allerlei anderen Flüssigkeiten“ beschrieben. Folgerichtig gibt es in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik von Chefredakteur Christoph Petersen für diesen abgefahrenen Spaß auch 4,5 von 5 möglichen Punkten.
Übrigens ist selbst ein Ausnahmetalent wie Jane Schoenbrun nicht vor Rückschlägen gefeit. Gerade bei der Finanzierung von „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ gab es einige Hürden zu überwinden. Wer mehr darüber lesen will, klickt hier:
"Ich will dieses System zerstören": Horror-Regie-Talent Jane Schoenbrun packt über bittere Studio-Absage aus