5 von 5 Sternen! Einer der besten Netflix-Filme 2026 erhält doch noch einen überraschenden Kinostart
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Eine Kinoveröffentlichung vor Streaming-Start bildet für Netflix-Produktionen die Ausnahme. „Possible Love“, der bereits im Vorfeld als absolutes Jahres-Highlight gehandelt wird, schafft es nun aber erfreulicherweise doch noch auf die große Leinwand.

Von Louis Verheyen

Auf dem diesjährigen Filmfest in Venedig gefeiert, mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet und schon jetzt als offizieller südkoreanischer Beitrag für die Oscarverleihung 2027 ausgewählt: „Possible Love“ eilt bereits im Vorfeld eine gigantische Erwartungshaltung voraus. Ursprünglich sollte die Netflix-Produktion ausschließlich auf dem hauseigenen Streamingdienst erscheinen.

Nun erhält das Prestige-Projekt aber doch noch einen überraschenden Vorab-Kinostart am 22. Oktober 2026 – auch in ausgewählten deutschen Lichtspielhäusern. Zu erwarten ist ein kurzes Exklusivfenster von etwa zwei Wochen, bevor der Film am 6. November 2026 weltweit im Netflix-Katalog landet.

Das ist „Possible Love“

Die als Drama und Romanze beschriebene Geschichte beginnt am Set eines Dokumentarfilms, an dem sich zwei sehr unterschiedliche Ehepaare kennenlernen: Sang-woo und die erfolgreiche Regisseurin Ye-ji auf der einen Seite, Mi-ok und ihr kürzlich arbeitslos gewordener Gatte Ho-seok auf der anderen. Als sich die Pfade der Paare zunehmend miteinander verflechten, beginnen auf beiden Seiten verborgene Sehnsüchte hochzukochen und festgefahrene Beziehungen sowie Rollenbilder hinterfragt zu werden.

Regie übernahm Lee Chang-dong, dessen letzter Film „Burning“ (2018) nun schon eine ganze Weile her ist. Der Mystery-Thriller gilt für viele, den Autor dieses Artikels eingeschlossen, als ganz großes Meisterwerk. Umso erfreulicher ist es, dass das Drehbuch zu „Possible Love“ erneut in Zusammenarbeit mit „Burning“-Co-Autorin Oh Jung-mi entstanden ist.

Auch in den Hauptrollen finden sich Namen aus vergangenen Werken des Regisseurs: So arbeitete er mit Sul Kyung-gu bereits an „Oasis“ (2002) und mit Jeon Do-yeon an „Secret Sunshine“ (2007) zusammen. In-sung Zo kennt man hingegen aus dem ebenfalls dieses Jahr erscheinenden Monster-Kracher „Hope“. Das bekannteste Gesicht im Cast dürfte aber Cho Yeo-jeong darstellen, die mit „Parasite“ im wohl beliebtesten südkoreanischen Film der letzten zehn Jahre mitspielte.

Wir vergeben die volle Punktzahl!

Zum begeisterten Publikum, das den Film schon beim Filmfest in Venedig sehen durfte, zählt auch unser FILMSTARTS-Redakteur Christoph Petersen: In seiner Kritik verleiht er „Possible Love“ die Höchstwertung von fünf Sternen. Dabei lobt er sowohl Lee Chang-dongs „Gespür für Details und Dialoge“ als auch seinen „wunderbar verspielt-trockenen Humor“, mit dem der Regisseur gesellschaftliche Klassenunterschiede gnadenlos sichtbar macht.

Vor allem aus seiner Ruhe schöpfe der Film seine Schlagkraft – was ihn in einem dunklen Kinosaal nochmal um einiges wirkungsvoller machen dürfte als zu Hause vorm Fernseher. Doch wie auch immer man sich „Possible Love“ letztlich zu Gemüte führt, alles deutet auf eines der großen Film-Highlights des Jahres hin.

Übrigens: Besonders vielversprechend ist auch die wohl meisterwartete Doku 2026, zu der nun ein erster langer und ziemlich intensiver Trailer erschienen ist. Auch hier zeigen sich erste Stimmen restlos begeistert:

Hautnah an der größten Betrügerin Silicon Valleys: Der erste lange Trailer zur Doku "You Can See Everything“ wirkt wie ein Psychothriller
Louis Verheyen
Louis Verheyen
-Freier Autor
Genießt alle Facetten des Kinos und lässt sich von „Mulholland Drive“ ebenso gern verstören wie von „Call Me By Your Name“ verzaubern. Hofft immer noch wehmütig darauf, dass Richard Kelly mal wieder einen Film dreht.
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