„Avengers: Endgame“ kehrt sieben Jahre nach dem ursprünglichen Kinostart als Wiederaufführung auf die große Leinwand zurück – aber nicht nur, um „Avatar“ den Titel als erfolgreichster Film aller Zeiten abzuluchsen, sondern vor allem auch zur Einstimmung und Vorbereitung auf „Avengers: Doomsday“. Daher gibt es in der „Avengers: Endgame Extended“ bzw. „Avengers: Endgame Encore“ genannten neuen Fassung auch zahlreiche Änderungen – wie viele davon ihr zu sehen bekommt, hängt allerdings davon ab, wie und wo genau ihr die Wiederaufführung schaut.
Es gibt 2 Fassungen von "Avengers: Endgame Extended"
Denn „Avengers: Endgame Extended“ läuft in zwei verschiedenen, unterschiedlich langen Fassungen in den deutschen Kinos: in der regulären Version und in einer Version, die nur in IMAX-Kinos und Kinosälen mit dem sogenannten Infinity-Vision-Gütesiegel gezeigt wird.
In beiden Versionen gibt es dabei eine Einführung von Robert Downey Jr. und Chris Evans, ein neues, erweitertes Ende, eine Mid-Credit-Szene während des Abspanns und eine sehr kurze Post-Credit-Szene nach dem Abspann. Die IMAX/Infinity-Version umfasst außerdem noch eine zweite Mid-Credit-Szene. Abgesehen davon entspricht „Avengers: Endgame Extended“ genau der bekannten Fassung – abseits des neuen Endes und der Abspannszenen gibt es im Hauptfilm keine weiteren Änderungen.
1. Unterschied: Das neue Ende von "Avengers: Endgame Extended"
Auf die kurze Begrüßung gehen wir hier nicht weiter ein, sondern stürzen uns direkt auf das besagte Ende: Wie in der Kinofassung von „Avengers 4“ sehen wir in „Avengers: Endgame Extended“, wie Steve Rogers (Chris Evans) und Peggy Carter (Hayley Atwell) verliebt tanzen – doch hier endet die erweiterte Fassung nicht, stattdessen klopft es auf einmal an der Tür. Wie sich herausstellt, ist der Besucher niemand anderes als Loki (Tom Hiddleston), der Steve und Peggy seine Hilfe anbietet.
Der Loki, den wir hier sehen ist mit großer Sicherheit dieselbe Figur wie am Ende der zweiten Staffel „Loki“, wo der ehemalige Bösewicht zum Gott der Geschichten und Wächter über das Multiversum aufstieg. Mit dieser neuen Macht will er nun Steve und Peggy helfen – wohl, weil Steve sich nicht in seinem Universum, seiner Zeitlinie befindet. Wie in „Doctor Strange In The Multiverse Of Madness“ etabliert wurde, sorgt das jedoch für Inkursionen, also die Kollision zweier Universen des Multiversums.
Vermutlich will Loki eine Inkursion verhindern, indem er Steve und Peggy in ein anderes Universum umsiedelt – Gerüchten zufolge das Universum Erde-828, in dem auch „The Fantastic Four: First Steps“ spielte. So könnten Steve und Peggy auf die Fantastic Four und womöglich auch schon Bösewicht Doctor Doom treffen, bevor es ein Wiedersehen mit den anderen Avengers gibt. Wir vermuten nämlich, dass Doom am Anfang von „Avengers: Doomsday“ zuerst noch als Verbündeter auftritt, während er im Hintergrund schon seine eigenen Pläne verfolgt
2. Unterschied: Neue Mid-Credit-Szene mit Hulk und Doom
Die erste Mid-Credit-Szene wirkt ein wenig so, als wäre sie eigentlich als Abspannszene für „Spider-Man: Brand New Day“ gedacht gewesen: Hier gibt es nämlich ein Wiedersehen mit Bruce Banner (Mark Ruffalo), der sich nach seinem Hulk-Rückfall in „Brand New Day“ in einem unterirdischen Bunker befindet, um daran zu arbeiten, das grüne Wutmonster wieder in den Griff zu bekommen. Wie er in Form eines Videotagebuchs erklärt, hat er dabei auch gute Fortschritte gemacht – doch dann bekommt er unerwarteten Besuch in Gestalt von Doctor Doom (Robert Downey Jr.)!
Der „Avengers: Doomsday“-Bösewicht sagt, dass er Banner mitnehmen will, es kommt zu einem kurzen Handgemenge, bei dem sich Banner wieder in den Hulk verwandelt. Doch offenbar erreicht Doom sein Ziel, denn am Schluss sehen wir nur noch ein magisches, grün leuchtendes Symbol auf dem Boden – das Überbleibsel eines Zauberspruchs? Die Konfrontation und Doom selbst sind nicht zu sehen, da die Kamera wie in einem Found-Footage-Horrorfilm zwischenzeitlich umfällt und aussetzt.
Diese Szene dürfte die Erklärung dafür sein, warum Bruce Banner bzw. der Hulk in „Doomsday“ nicht an der Seite der Avengers kämpft – und womöglich sogar auf der Seite von Doom steht. Gerüchten zufolge befindet sich in dessen Anhängerschaft nämlich auch ein großer, muskulöser Maskierter. Wird der Hulk also durch Magie kontrolliert oder arbeitet er sogar freiwillig mit Doom zusammen?
3. Unterschied: IMAX/Infinity-exklusive Mid-Credit-Szene mit der TVA
Während diese Abspannszene wohl extra für die Wiederaufführung gedreht wurde, wirkt die zweite Mid-Credit-Szene wie ein Ausschnitt aus „Avengers: Doomsday“: Hier besuchen wir die TVA, die schon in den beiden Staffeln von „Loki“ und in „Deadpool & Wolverine“ eine wichtige Rolle spielte. Was wie ein ganz normaler Tag bei der über das Multiversum wachenden Time Variance Authority wirkt, eskaliert jedoch schnell komplett:
Mobius (Owen Wilson), Ouroboros (Ke Huy Quan), Casey (Eugene Cordero) und einige andere TVA-Agenten und -Agentinnen beobachten, wie zwei Erden aus verschiedenen Universen miteinander kollidieren und dann immer mehr und mehr, bis es schließlich Tausende sind. Die Sache ist klar: Das Marvel-Multiversum kollabiert!
Diese Mid-Credit-Szene dient wohl dazu, die in der Loki-Szene nur angedeuteten Konsequenzen einer Inkursion genauer zu etablieren. Wir sehen hier nämlich, wie sich die beiden Erden auf Konfrontationskurs gegenseitig mit Raketen beschießen, um den Untergang der eigenen Welt abzuwenden. Ein Universum kann eine solche Inkursion schließlich nur überstehen, wenn das andere vernichtet wird. Zu sehen sind hier übrigens Erde-1127 (über die bisher nichts bekannt ist) und Erde-10005, auf der die alten „X-Men“-Filme sowie „Deadpool & Wolverine“ angesiedelt sind. Auch in „Avengers: Doomsday“ werden die X-Men wieder eine wichtige Rolle spielen.
4. Unterschied: Das Hämmern im Abspann bekommt überraschende Bilder
Bleibt noch die Post-Credit-Szene, die zwar sehr kurz, aber dafür umso spannender ist: „Avengers: Endgame“ hatte damals keine Abspannszene, hier war nur ein Hämmern zu hören – ein Verweis darauf, wie sich Tony Stark (Robert Downey Jr.) einst seine erste Iron-Man-Rüstung schmiedete. Das greift die letzte Szene von „Avengers: Endgame Extended“ nun wieder auf, indem ebenfalls die Hammerschläge zu hören sind, allerdings gefolgt von drei kurz aufblitzenden Bildern: das Schmieden, eine eiserne Maske vor dem Feuer – und schließlich das maskierte Gesicht von Doctor Doom.
Das ist vor allem deswegen spannend, weil hier eine ähnliche Origin Story von Robert Downey Jrs. Figuren Iron Man und Doctor Doom angedeutet wird. Hat sich auch Doom seine Maske und seine Rüstung selbst geschmiedet? Und war er womöglich auch in einer Höhle gefangen? Das wird zumindest suggeriert. So liefert die Szene womöglich die Erklärung dafür, warum Doom genauso aussieht wie der verstorbene Tony Stark.
Wie genau das neue Ende von „Avengers: Endgame Extended“ und die neuen Abspannszenen auf „Avengers: Doomsday“ einzahlen, erfahren wir dann spätestens beim deutschen Kinostart am 16. Dezember 2026. Hier ist zur Einstimmung auch noch einmal der Trailer: