Werbefreie TV-Premiere: Der "007 der DDR" in seinem zweiten Fall – 2025 spionierte er noch in den Kinos!
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Was ist nach der Wiedervereinigung eigentlich aus den einst im Westen spionierenden Agenten der DDR geworden? „Kundschafter des Friedens“ gab uns 2017 eine amüsante Antwort darauf. Heute könnt ihr die Fortsetzung des Kinohits erstmals im TV sehen.

Von Oliver Kube

Acht Jahre dauerte es, bis nach dem 2017er-Überraschungs-Hit „Kundschafter des Friedens“ endlich eine Fortsetzung kam. Ob die ebenso spaßig ist wie ihr Vorgänger, erfahrt ihr etwas weiter unten in diesem Artikel. Oder ihr schaltet einfach rechtzeitig euer Fernsehgerät ein und urteilt selbst:

Arte zeigt „Kundschafter des Friedens 2“ am heutigen 2. Oktober 2026 um 20.15 Uhr als Free-TV-Premiere. Wiederholungen folgen am 13. und 19. Oktober jeweils um 14.00 Uhr. Zudem steht der FSK-12-Titel schon jetzt als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung – ebenso wie der erste Teil übrigens. Wer bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann natürlich auch auf DVD oder Video-on-Demand ausweichen:

"Kundschafter des Friedens 2": Das ist die Story

Die kleine Gruppe ehemaliger DDR-Agenten kommt mehr und mehr in die Jahre. Gelegentlich müssen sie mittlerweile auch schon mal als Sargträger ran. So zuletzt bei der Beerdigung ihres alten Chefs Fuchs. Hier treffen der selbsternannte „James Bond des Ostens“ Falk (Henry Hübchen), der Logistiker Locke (Thomas Thieme) und der ewige Romeo Harry (Winfried Glatzeder) nach einer Weile wieder aufeinander. Das Quartett wird durch Tamara (Katharina Thalbach) vervollständigt, eine Technik-Expertin und unerschütterliche Revolutionärin.

Wie sich herausstellt, hatte Fuchs die letzten Jahre seines Lebens auf Kuba verbracht, wo dessen Tochter Helene (Corinna Harfouch) nun die Unterstützung der Kundschafter braucht. Denn ihr Vater hat die Ernst-Thälmann-Halbinsel – ein kleines Stück Land, das Fidel Castro einst der DDR geschenkt hatte – an seine Haushälterin vererbt. Die Ex-Spione hoffen, im karibischen, real existierenden Sozialismus überwintern zu können, und machen sich auf den Weg. Kaum angekommen, müssen sie allerdings feststellen, dass sich auch dort die Zeiten geändert haben …

Kundschafter des Friedens 2
Kundschafter des Friedens 2
Starttermin 23. Januar 2025 | 1 Std. 36 Min.
Von Robert Thalheim
Mit Henry Hübchen, Katharina Thalbach, Corinna Harfouch
User-Wertung
2,8
Filmstarts
2,5
Auf Paramount+ streamen

Zu viel Ostalgie, zu wenig Biss

Konnte „Kundschafter des Friedens“ damals noch starke 4 von 5 möglichen Sternen absahnen, gab es für „Kundschafter des Friedens 2“ in der FILMSTARTS-Kritik lediglich durchschnittliche 2,5 Sterne. Rezensent Michael Meyns begründet dies im Fazit so: „Gelang es [Regisseur] Robert Thalheim („Am Ende kommen Touristen“) im ersten Teil seiner Agenten-Komödie noch, auf allzu viel (N)Ostalgie zu verzichten und stattdessen mit Witz und Humor von unterschiedlichen Lebensvorstellungen zu erzählen, verzichtet er in der Fortsetzung nun auf jegliche Subtilität und inszeniert stattdessen ein allzu naiv-verklärtes Stück Revolutions-Romantik.“

Wer über diese etwas unglückliche Verschiebung im Fokus hinwegsehen kann, darf dennoch wieder eine zumindest streckenweise launige Agenten-Komödie erwarten. Zumal der zwischenzeitlich leider verstorbene Michael Gwisdek vor der Kamera hochkarätig durch Katharina Thalbach („Die Blechtrommel“) ersetzt wurde und in Person von Corinna Harfouch („Der Untergang“) auch noch eine der seit Dekaden besten deutschen Schauspielerinnen dazu stieß.

Henry Hübchen als etwas abgehalfterter Ex-Agent. Majestic-Filmverleih
Henry Hübchen als etwas abgehalfterter Ex-Agent.

Die beiden Neuzugänge komplettieren ein Ensemble, für das sich das Einschalten trotz der erzählerischen Schwächen des Films tatsächlich lohnt. Angeführt vom zwischen Hybris und Melancholie changierenden Henry Hübchen („Alles auf Zucker“) hatte der Cast vor sonniger Kulisse – gedreht wurde größtenteils auf Gran Canaria – offensichtlich einen Riesenspaß bei der Arbeit. Diese gute Laune, zu der auch liebevolle kleine Seitenhiebe auf die 007- und „Mission: Impossible“-Reihen beitragen, steckt an. Und wer am Ende dennoch etwas enttäuscht sein sollte, kann ja gern nochmal den weiterhin großartig funktionierenden ersten Film anschauen.

Die DDR trat natürlich nicht nur auf dem Spionagefeld gegen den Westen an. Auch in den Filmstudios des Arbeiter- und Bauernstaates wurde der Kampf der Systeme praktiziert. Die Ergebnisse waren teilweise faszinierend – so wie bei diesem mit für damalige Verhältnisse exorbitantem Budget gedrehten Sci-Fi-Streifen, der nun erstmals als Blu-ray zu haben ist:

Das Warten hat ein Ende: Die deutsche Antwort auf den besten Sci-Film aller Zeiten gibt es jetzt endlich auf Blu-ray!

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Das deutschsprachige Gegenwartskino ist oft deutlich besser als sein Ruf. Oliver Kube fallen aktuell u. a. "Everytime", "Rose", "Der Heimatlose" und "Vaterland" als Belege dafür ein.
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