Horror-Sensation: In den 90ern sorgte dieser Film für blankes Entsetzen, 20 Jahre später wurde nun die Indizierung aufgehoben
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Es ist ein Wink mit dem Zaunpfahl für all jene, die noch nicht wissen, mit welchen Filmen sie sich auf Halloween einstimmen sollen. Denn jetzt wurde ein höchst umstrittenes Kapitel einer der legendärsten Slasher-Reihen vom Index gestrichen.

Von Daniel Fabian

John Carpenters „Halloween - Die Nacht des Grauens“ ist nicht nur einer der berühmtesten Horrorfilme der Kinogeschichte, sondern gilt zugleich auch als Geburtsstunde des modernen Slashers (auch wenn „Black Christmas“ und einige andere die Erzählprinzipien des Genres genau genommen schon früher etablierten). Auch für den Autor dieses Artikels wird Michael Myers für immer einen Sonderstatus genießen – den ihm niemand so schnell streitig machen wird.

Während ich auch der ersten Fortsetzung von 1981 einiges abgewinnen kann und „Halloween: H20“ ebenso wie David Gordon Greens „Halloween“ einen festen Platz in meinem Herzen haben, weiß ich natürlich, dass langlebige Slasher-Reihen in der Regel immer wieder fragwürdige Haken schlagen, um ihr Publikum selbst nach der x-ten Meuchelei noch irgendwie bei Laune zu halten. Anderswo wurde man dahingehend jedoch richtig kreativ („Freddy's New Nightmare“) oder man bescherte den Fans zumindest ein konsequentes Guilty Pleasure („Jason X“), der Versuch, der Myers-Saga eine okkulte Note zu verleihen, ging seinerzeit jedoch mächtig in die Hose. Denn „Halloween VI - Der Fluch des Michael Myers“ sorgte 1995 für mächtig Aufsehen und gilt – aus den verschiedensten Gründen – bis heute als größtes Kuriosum der Reihe.

Nicht nur hatte der heutige Marvel-Superstar Paul Rudd („Ant-Man“) in „Halloween 6“ einen seiner ersten Kinoauftritte, zudem wurde der Killer mit der weißen Maske darin auch vom ultimativen Bösen zu einem Instrument einer druidischen Sekte (!) umfunktioniert, die den Haddonfield-Meuchler steuert. Eine (un-)kreative Entscheidung, die Liebhaber*innen der Reihe auf die Barrikaden gehen ließ – und am Ende sogar für noch mehr Entsetzen sorgte als die brutalen Kills.

Obendrein ging es bei den Dreharbeiten derart drunter und drüber, dass dabei am Ende zwei völlig unterschiedliche Schnittfassungen herauskamen – wovon eine jahrzehntelang ein Dasein als düstere Bootleg-Legende fristete. Nicht zuletzt aber gingen die Gewaltspitzen der übernatürlichen Meuchelei so weit, dass die FSK der Uncut-Version die Freigabe verweigerte – und es schließlich sogar zur Indizierung kam.

Fans der Reihe mussten mit Alternativen vorliebnehmen, die zuletzt aber wenigstens immer attraktiver wurden: In den USA wurde der sogenannte Producer's Cut zunächst auf Blu-ray veröffentlicht, bevor der Film schließlich sogar in 4K ausgewertet wurde. Und hierzulande? Könnte nun die Kehrtwende folgen. Denn jetzt wurde die Indizierung von „Halloween 6“ aufgehoben!

Wie die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) jetzt bekannt gegeben hat, kam es nun zu einer Listenstreichung (via Schnittberichte.com). Das bedeutet, dass der Film nicht mehr indiziert ist und die ungeschnittene Version künftig offen beworben und verkauft werden darf. Als Nächstes könnte der Weg zur FSK führen, die den Streifen dann aller Wahrscheinlichkeit nach ab 18 Jahren freigeben dürfte. Eine überarbeitete Heimkino-Auswertung, in der der Film dann uncut sowie in besserer Qualität als bisher vorliegt, könnte bald folgen.

"Halloween 6": Das pure Chaos demnächst in seiner vollen Pracht?

Im Kampf gegen Kunstzensur ist dies natürlich ein bedeutender Schritt, wenngleich jeder selbst darüber urteilen sollte, ob die Welt auf diese Entscheidung gewartet hat. Denn auch wenn „Der Fluch des Michael Myers“ für eingefleischte Fans der Reihe natürlich zum obligatorischen Pflichtprogramm gehört, ist der Film doch vor allem für seine desaströse Produktionsgeschichte bekannt – und für die verheerenden Auswirkungen, die diese auf das Endprodukt hatte. Gerade einmal acht Prozent der Kritiken bei Rotten Tomatoes sind positiv, auch durchschnittlich 2,1 von 5 Sternen bei Letterboxd sind eine Katastrophe – und bedeuten neben „Halloween Resurrection“ den schlechtesten Beitrag der gesamten Reihe.

Schuld daran hatten natürlich vor allem das Skript sowie auch der Umstand, dass Original-Star Donald Pleasence vor Ende der Dreharbeiten starb – und man nach Wegen suchen musste, um Dr. Loomis einen würdevollen Abschied zu ermöglichen (Spoiler: Das gelang nicht.). Meine Empfehlung daher: „Halloween VI“ sollte vor allem als Kuriosum betrachtet werden. Denn wohl nur so ist es möglich, mit dem Ganzen wenigstens so etwas wie Spaß zu haben…

Demnächst kehrt übrigens ein Horror-Klassiker zurück in die Heimkinos, der für FILMSTARTS-Redakteur Pascal Reis von ganz besonderer Bedeutung ist. Warum, erklärt er euch im nachfolgenden Artikel.

Heimkino-Highlight: Legendäres Horror-Meisterwerk erscheint endlich wieder auf Blu-ray – dieser Film hat mein Leben verändert!

Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Horror ist in seiner DNA verankert – ob irre wie „Braindead“ und „Eraserhead“ oder packend wie „Halloween“ und „High Tension“. Hauptsache ungekürzt!
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