„Presence“ feierte bereits im Januar 2024 seine Premiere auf dem renommierten Sundance Film Festival. Ein Jahr später folgte der reguläre US-Kinostart – und auch in vielen weiteren Regionen ist der neue Film von Steven Soderbergh längst erschienen. In Deutschland musste man sich derweil in Geduld üben – doch jetzt hat die Wartezeit endlich ein Ende.
Nachdem der Film am 3. September seine digitale Premiere bei Amazon Prime Video* und Co. feierte, erscheint „Presence“ am 8. Oktober 2026 endlich auch auf DVD und Blu-ray* sowie als 4K-Blu-ray*. Letztere wird es zunächst exklusiv als limitierte Edition im Mediabook geben, die den Film zusätzlich auf Blu-ray enthält. Als Bonus obendrauf gibt es ein 24-seitiges Booklet, ein Q&A mit Steven Soderbergh und Trailer.
Während sich das UHD-Sammlerstück zwar in der Verpackung, nicht aber im grundlegenden Design von den Standard-Ausgaben unterscheidet, muss an dieser Stelle dennoch angemerkt werden: Verleiher Capelight Pictures, bei dem ihr den Film übrigens auch direkt im Shop* bekommt, hat sich für ein grandioses, ebenso stylisches wie zur Prämisse des Films passendes Design entschieden. Chapeau!
Aber hat sich das jahrelange Warten auf den Film gelohnt?
"Presence": Geister-Horror mal andersrum
Wenn man den Plot grob überfliegt, könnte man direkt mit den Augen rollen. Schon wieder ziehen Eltern (Lucy Liu, Chris Sullivan) mit ihren Kindern (Callina Liang, Eddy Maday) in ein neues Haus. Schon wieder beginnen sich schon bald die rätselhaften Ereignisse im vermeintlich trauten Heim zu häufen. Und schon wieder scheinen hier übernatürliche Mächte die Finger im Spiel zu haben. Und doch ist „Presence“ alles andere als eine kreative Bankrotterklärung.
Soderbergh bedient sich nämlich eines erzählerischen sowie auch eines inszenatorischen Kniffs, die ein wenig Würze in die vermeintlich aufgewärmte Geisterhorror-Suppe bringen. Wer möglichst blind in den Film gehen will, sollte aber weder den nachfolgenden Trailer schauen noch diesen Artikel weiterlesen …
… für alle Neugierigen – Achtung, Spoiler-Warnung! – wollen wir indes noch ein wenig tiefer gehen.
Denn was „Presence“ ausmacht, ist die Umkehrung der klassischen Erzählperspektive und die damit einhergehende Kameraführung. So wird das Publikum hier nicht etwa an die Seite der Familie gestellt. Stattdessen nimmt man als Zuschauer*in den Blickwinkel der titelgebenden Präsenz ein.
Als nicht an die Fesseln des Körpers gebundene Entität beobachtet man vor allem die zwischenmenschlichen Vorgänge, die innerhalb der Familie vor sich gehen, die angespannten und entfremdeten Beziehungen, die Traumata, die wie eine dunkle Wolke über ihrem Alltag schweben. So ist „Presence“ über weite Strecken vor allem ein Drama, dessen voyeuristische Perspektive intime Einblicke bietet, wie man sie nicht oft zu sehen bekommt – und den Horror nur punktuell entfaltet, wenn es nötig ist. Hier mal ein flimmerndes Licht, da mal ein schwebendes Buch.
Für den Verfasser dieses Artikels bringt Soderbergh damit willkommenen frischen Wind in ein Genre, das nach zig „Conjuring“- und „Insidious“-Gruslern neue Impulse auch wirklich gut gebrauchen kann. Ob man das Ganze als nettes Experiment mit Gimmick einordnet oder als auf einzigartig-einnehmende Weise unter die Haut gehenden Schocker, hängt letztlich wohl stark davon ab, wie sehr man sich auf die Nummer einlassen kann.
Ganz neu ist das Konzept übrigens nicht. Genau fünf Tage nach der „Presence“-Weltpremiere wurde in Sundance auch noch „In A Violent Nature“ präsentiert, der nach ähnlicher Devise funktioniert – und das Publikum an die Seite eines Slasher-Killers stellt. Hier steht sogar schon bald Teil 2 ins Haus:
Die Horror-Slasher-Sensation 2024 wird fortgesetzt – und jetzt gibt's endlich den ersten Trailer*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.