Dass die Netflix-Serie „Liebes Kind“ 2023 auf großes Interesse stoßen würde, war eigentlich schon absehbar, schließlich wurde vier Jahre zuvor schon die gleichnamige Buchvorlage von Romy Hausmann ein absoluter Hit. Wie gewaltig die Adaption des Entführungs-Thrillers dann letztlich eingeschlagen hat – und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – dürfte aber selbst die Verantwortlichen überrascht haben.
So regnete es jede Menge Lob und Preise, darunter ein International Emmy für die Beste Miniserie. Doch damit nicht genug: Mit sage und schreibe 82 Millionen Views ist „Liebes Kind“ seit der Umstellung der Netflix-Statistik von Stunden auf Views die erfolgreichste deutsche Netflix-Serie überhaupt. Zeitweise hatte sie sogar einen Platz in der Top-10 der größten nicht-englischsprachigen Serien-Hits auf Netflix inne, wenn auch nur kurz.
Drei Jahre später meldet sich Serien-Schöpferin Isabel Kleefeld nun mit einem neuen Projekt beim Streamingdienst zurück, das sie diesmal sogar allein als Autorin, Regisseurin und Showrunnerin verantwortet – und das erneut auf einem Bestseller basiert (aus der Feder von Melanie Raabe). Ab dem heutigen 13. Oktober 2026 können alle sechs Folgen von „Die Falle“ bei Netflix abgerufen werden.
Darum geht's in "Die Falle"
Vor zehn Jahren hat die Bestseller-Autorin Lisa Konrad (Friederike Becht) mit ansehen müssen, wie ihre Schwester Opfer eines Mordes wurde. Den Verlust hat sie nie wirklich überwunden, ihr Haus nach einem Umzug seit damals nicht mehr verlassen. Doch bietet sich eines Tages eine unverhoffte Möglichkeit auf einen Abschluss, als sie glaubt, im Fernsehen den Täter wiederzuerkennen.
Lisa fasst daraufhin einen Entschluss: Sie schmiedet einen riskanten Plan, um den Mann zu konfrontieren, zur Rede zu stellen und zur Rechenschaft zu ziehen. Doch hat sie nach all der Zeit wirklich den Richtigen ins Visier genommen?
Lohnt sich "Die Falle" auf Netflix?
Mit „Die Falle“ widmet sich Isabel Kleefeld, wie schon in „Liebe Kind“, erneut dem Thema Traumabewältigung und verknüpft dieses auch hier wieder mit der Suche nach einer Wahrheit, die erst nach und nach entblättert wird. Das geschieht streckenweise schön originell, etwa wenn Lisa ihre Vergangenheit in ihrem neuen Roman verarbeitet und wir dessen Handlung tatsächlich auf einer zweiten Story-Ebene präsentiert bekommen. Auch auf diese Weise tauchen wir zunehmend in die spannende Psyche der Hauptfigur ab, deren Sicht und Erinnerungen längst nicht immer verlässlich sind.
Nur schade, dass wir nicht ganz konsequent bei Lisas Perspektive bleiben, sondern einige fehlende Puzzlestücke eher uninspiriert in herkömmlichen Flashbacks anderer Figuren serviert werden, um letztlich alles klipp und klar aufzulösen. Generell werden so manche Gedanken, Beweggründe und Taten im Off-Kommentar etwas zu sehr ausbuchstabiert. Das kratzt auch ein wenig am emotionalen Punch, der bei „Liebes Kind“ besser gesessen hat. Dennoch kann man sich nicht zuletzt auch wegen der famosen Hauptdarsteller Friederike Becht („One For The Road“) und Hans Löw („Liebes Kind“) dem Sog ihres spannenden Katz-und-Mausspiels nur schwer entziehen.
Was euch derweil im Oktober noch so für Film- und Serienneuheiten bei Netflix erwarten, erfahrt ihr in unserer großen Monatsübersicht:
Neu auf Netflix im Oktober 2026: Staffel 2 eines blutigen Sci-Fi-Highlights, Monster-Horror mit Josh Hartnett & "Lupin" mit neuer Synchro