Sean Connery zählte zu den größten Ikonen der Hollywood-Geschichte. Obwohl sein Name – sehr zu seinem Leidwesen – untrennbar mit der Figur des James Bond verbunden war, hat der Mime auch darüber hinaus in zahlreichen unvergesslichen Filmen mitgewirkt: Man denke nur an „Der Name der Rose“, „Highlander“, „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ oder „The Untouchables“, der ihm 1988 einen Oscar einbrachte. Doch in diesem Artikel soll es ausnahmsweise nicht um sein filmisches Schaffen gehen, sondern um die enge Verbindung, die Connery viele Jahre lang zu Spanien hatte.
Sean Connerys Beziehung zu Spanien begann 1964
Erstmals besuchte der Schotte das Land im Januar 1964 für die Dreharbeiten zum Kriegsfilm „Ein Haufen toller Hunde“. Nur vier Jahre später kehrte er auf die iberische Halbinsel zurück, um unter der Regie von Edward Dmytryk den Western „Shalako“ zu drehen. Während dieser Produktion lernte er die im Südosten Spaniens gelegene Provinz Almería kennen und zeigte sich besonders von dem Küstenort Aguadulce beeindruckt.
In den folgenden Jahren zog es Connery immer wieder in die Gegend zurück. Als er sich in den 1970er-Jahren schließlich dazu entschloss, dauerhaft in Spanien zu leben, fiel seine Wahl allerdings auf Marbella, eine Küstenstadt rund 300 Kilometer weiter westlich in der ebenfalls andalusischen Provinz Málaga. Dort kaufte er Malibú, eine Villa im Viertel El Rodeo zwischen Puerto Banús und San Pedro de Alcántara. Das Anwesen lag damals weitgehend abgeschottet, sodass der Schauspieler gemeinsam mit seiner Ehefrau Micheline Roquebrune ein ruhiges und entspanntes Leben führen konnte.
Mit dem neuen Bürgermeister endete die Ruhe
Die Probleme begannen, als Jesús Gil zum Bürgermeister von Marbella gewählt wurde – denn das Verhältnis zwischen den beiden war von Anfang an nicht besonders gut. Für Ärger sorgte zunächst insbesondere Gils Entscheidung, ein Video, das Connery beim Golfspielen zeigte, für Werbezwecke zu verwenden – ohne vorher die Zustimmung der 007-Ikone einzuholen! Vor allem war es aber die von Gil vorangetriebene Stadtentwicklung, die Connerys Liebe zu Marbella allmählich schwinden ließ.
1999 verkaufte Connery seine Luxusvilla für umgerechnet rund 5,5 Millionen britische Pfund und verlegte seinen Wohnsitz auf die Bahamas. Dort lebte er bis zu seinem Tod am 31. Oktober 2020 im Alter von 90 Jahren. Auf der karibischen Insel fand er jene Ruhe wieder, die er einst in Marbella genossen hatte, die ihm durch die zunehmende Bebauung der Umgebung jedoch verloren gegangen war.
Ging bei der Umwidmung von Connerys Grundstück alles mit rechten Dingen zu?
Damit ist die Geschichte allerdings noch nicht zu Ende, denn seine Beziehung zu Marbella sorgte noch einmal für Schlagzeilen – und zwar im Zusammenhang mit dem sogenannten Fall Goldfinger! Dabei ging es um den Verdacht, dass bei der Umwidmung von Connerys ehemaligem Grundstück nicht alles mit rechten Dingen zugegangen war. Auf dem Gelände seiner einstigen Villa Malibú sollten nämlich 72 neue Luxuswohnungen entstehen, wofür zunächst die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden mussten. Die Ermittler untersuchten, ob es dabei zu illegalen Machenschaften gekommen war.
Die Vorwürfe gegen Connery wurden zwar fallengelassen. Doch im Zuge des Verfahrens verriet Juan Antonio Roca, der damals für die Stadtplanung Marbellas verantwortlich war, ein besonders interessantes Detail darüber, was den „Zardoz“-Star letzlich zum Wegzug bewogen hatte. Wie die spanische Zeitung El País berichtete, erklärte Roca vor dem Gericht in Málaga, Connery habe bei einem Abendessen zu Gil gesagt: „Ich werde nicht zulassen, dass mich die Nachbarn in Unterhosen sehen.“ (via Espinof)
Das war Connerys Art, auf den drohenden Verlust der von ihm so hochgeschätzten Privatsphäre anzuspielen. Rund um sein Anwesen waren immer mehr Häuser errichtet worden, sodass er sich zunehmend unter der Beobachtung seiner Nachbar*innen wähnte – bis er endgültig die Reißleine zog. Doch auch sein Umzug auf die Bahamas war keine überstürzte Entscheidung: Schon Mitte der 1990er-Jahre hatte Connery damit begonnen, immer längere Zeiträume in Lyford Cay zu verbringen, einer der wohlhabendsten Wohngegenden der Welt. Hier konnte er seinen Ruhestand genießen und ungestört seiner Leidenschaft für das Golfspielen nachgehen.
Übrigens: Seine finale Kinorolle spielte Connery im Jahr 2003 – in einem Blockbuster-Flop, den er von ganzem Herzen hasste. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich habe genug von den Idioten": Sean Connery hasste diesen Film so sehr, dass er seine Karriere beendeteEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Espinof.com erschienen.