Der anhaltende Trend zu Videospielverfilmungen hat 2026 mal wieder für ein Kino-Doppel gesorgt: Mit „Mortal Kombat 2“ und „Street Fighter“ sind im Abstand von nur wenigen Monaten gleich zwei Prügelspiel-Verfilmungen auf der großen Leinwand gestartet. Das Fernduell schien sich dabei lange Zeit zugunsten von „Street Fighter“ zu entscheiden, weil die Trailer einen knallbunt-abgedrehten Action-Spaß versprachen – im Gegensatz zum bierernsten „Mortal Kombat 2“-Gemetzel. Doch nachdem nun auch „Street Fighter“ in den Kinos gestartet ist, sieht die Sache anders aus.
Nicht nur sind die Kritiken und User-Wertungen zu „Mortal Kombat 2“ insgesamt besser. „Street Fighter“ konnte am Startwochenende auch deutlich weniger Geld einspielen, obwohl die Prügelspiel-Verfilmung immer noch ordentlich angelaufen ist: Während „Mortal Kombat 2“ zum Start 63 Millionen Dollar weltweit einspielen konnte, kam „Street Fighter“ auf nur 51,1 Millionen Dollar. Auch hier in Deutschland reichte es mit 65.000 verkauften Tickets gerade mal für Platz 4 hinter „Verity - Dunkle Geheimnisse“ (145.000), „Shaun das Schaf - Spuk im Kürbisfeld“ (110.000) und „Heimsuchung“ (74.000).
Angesichts des Budgets von wohl 82 Millionen Dollar dürfte „Street Fighter“ zwar kein großer Hit mehr werden, aber eben auch kein großer Flop. Das schreibt auch das US-Branchenmagazin Deadline. Ähnlich erging es dem ebenfalls 80 Millionen Dollar teuren „Mortal Kombat 2“, der am Ende seiner weltweiten Kinoauswertung auf rund 129,6 Millionen Dollar kam.
"You Can See Everything": Der neue beste Film aller Zeiten ist auch eine Kino-Sensation
Während „Street Fighter“ also keine große Erfolgsgeschichte ist, sieht es beim zweiten Neustart des Wochenendes ganz anders aus: „You Can See Everything“ ist neuerdings nicht nur der bestbewertete Film bei Letterboxd, einer von zahlreichen Filmfans aus aller Welt frequentierten Plattform. Der riesige Hype um den Ausnahme-Dokumentarfilm von Lance Oppenheim und Nathan Fielder hat sich auch in einem sensationellen Kinostartwochenende niedergeschlagen:
„You Can See Everything“ hat in den USA am ersten Wochenende 15 Millionen Dollar eingespielt. Das ist natürlich deutlich weniger als „Street Fighter“, der allein in Nordamerika auf 31 Millionen Dollar kam. Allerdings hat der Dokumentarfilm auch gerade einmal sieben Millionen Dollar gekostet – und ist damit jetzt schon ein weiterer Hit für das renommierte Indie-Studio A24, das dieses Jahr bereits große Erfolge mit so unterschiedlichen Filmen wie „The Drama“ und „Backrooms“ feiern konnte.
Die 15 Millionen Dollar bedeuten zudem den zweitbesten Start eines Dokumentarfilms (nach Michael Moores „Fahrenheit 9/11“ mit 23,9 Millionen Dollar) und den zweitbesten Start eines in unter 1.000 Kinos angelaufenen Films seit Sacha Baron Cohens Mockumentary „Borat“. Die US-Branchenmagazine berichten von über 2.000 ausverkauften Vorstellungen, Schlangen rund um den Block in vielen Städten und einem Hype vor allem beim jüngeren Publikum. Die Entscheidung von A24, den Film auf verhältnismäßig wenigen Leinwänden zu zeigen, war also genau richtig, weil das Gefühl, den Film unbedingt sehen zu müssen, so noch befeuert wurde.
Getragen vom Schwung des grandiosen Startwochenendes kann man „You Can See Everything“ in den kommenden Wochen nun größer und vor allem auch international ausspielen – in Deutschland hat der Dokumentarfilm über die verurteilte Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes, die sich vor Haftantritt von Filmemacher Nathan Fielder begleiten und interviewen lässt, noch keinen Starttermin. Das dürfte aber sicherlich nur eine Frage der Zeit sein.
Einen guten Eindruck von „You Can See Everything“ vermittelt schon der Trailer, denn der wirkt eher wie ein Psycho-Thriller: