Hand aufs Herz: Bei der riesigen Auswahl auf Netflix kann die Suche nach dem passenden Film länger dauern als gedacht. Statt endlos durch das Portfolio zu scrollen, könnt ihr euch deswegen einfach von meinen Empfehlungen inspirieren lassen und direkt zum Filmgenuss übergehen. Horror, Herz, Humor und hypnotische Bilder – die folgenden drei Filme bringen alles mit, was einen gelungenen Streaming-Abend ausmacht. Also macht es euch auf dem Sofa bequem und los geht’s!
"Scream - Schrei!" (1996)
„Was ist dein Lieblingshorrorfilm?“: Mit dieser Frage treibt der maskierte Ghostface-Killer seine Opfer in „Scream“ zu Todespanik und Verzweiflung. Als in der Kleinstadt Woodsboro eine Mordserie beginnt, gerät auch die junge Sidney Prescott (Neve Campbell) ins Visier des unbekannten Psychopathen. Ein gewöhnlicher Teenie-Slasher ist Wes Cravens („Nightmare – Mörderische Träume“) blutiger Whodunit-Spaß aber keineswegs.
„Scream“ ist clever, böse und dabei überraschend witzig: Der Film kennt die Klischees des Horrors nicht nur, sondern macht sie selbst zum Gegenstand seiner bissigen Spielereien. Zwischen schwarzem Humor, nervenzerreißender Spannung und raffinierten Wendungen entstand ein selbstironischer Kultfilm, der das Slasher-Genre in den 1990ern wiederbelebte und die Popkultur nachhaltig prägte. Ghostface wurde zur Ikone – und Cravens Meta-Horror zum Vorbild für Generationen von Filmemacher*innen.
"Hello, My Name Is Doris" (2015)
Nach dem Tod ihrer Mutter beschließt die schüchterne und etwas exzentrische Mittsechzigerin Doris Miller (Sally Field), ihr Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen. Ausgerechnet ihr deutlich jüngerer neuer Kollege John (Max Greenfield) weckt in der langjährigen Büroangestellten ungeahnte Gefühle. Mit Unterstützung einer Teenagerin stürzt sie sich in die Welt von Facebook, Indie-Konzerten sowie Großstadt-Hipstern – und in eine Schwärmerei, die ebenso rühren wie unangenehm eskalieren kann.
Was nach einer schrägen RomCom klingt, ist vor allem eine Liebeserklärung an all jene, die von der Gesellschaft längst übersehen werden. Regisseur Michael Showalter („The Big Sick“) verbindet treffsichere Fremdscham mit emotionaler Tiefe und stellt dabei gängige Alters- und Schönheitsideale infrage. Sally Field trägt den Film mit entwaffnender Verletzlichkeit und komödiantischem Gespür. „Hello, My Name Is Doris“ ist ein wunderbar eigenwilliges und charmantes Werk über Selbstfindung, unerfüllte Sehnsüchte und den Mut, noch einmal ganz von vorn anzufangen.
"Ad Astra - Zu den Sternen" (2019)
Wer bei Science-Fiction automatisch an spektakuläre Weltraumschlachten und galaktische Abenteuer denkt, dürfte von „Ad Astra“ überrascht werden: Regisseur James Gray („Two Lovers“) schickt Brad Pitt als Astronaut Roy McBride bis an den Rand des Sonnensystems, wo er seinen verschollenen Vater (Tommy Lee Jones) finden und eine Bedrohung für die Erde abwenden soll. Doch je näher Roy seinem Ziel kommt, desto deutlicher wird, dass diese Reise nicht nur durch die Weiten des Alls, sondern auch in die Abgründe der eigenen Seele führt.
Visuell atemberaubend, atmosphärisch dicht und getragen von einem bemerkenswert nuancierten Brad Pitt, verbindet „Ad Astra“ die philosophische Wucht von „2001: Odyssee im Weltraum“ mit der existenziellen Finsternis von „Apocalypse Now“. Statt auf reines Spektakel setzt Gray auf emotionale Isolation, unerfüllte Vatersehnsucht und die Frage, was uns eigentlich menschlich macht. Ein hypnotischer Gegenentwurf zum üblichen Sci-Fi-Blockbuster-Getöse.
Demnächst startet übrigens auch einer der besten Netflix-Filme 2026 beim Streaming-Giganten, der aktuell sogar für kurze Zeit im Kino läuft:
5 von 5 Sternen! Einer der besten Netflix-Filme 2026 erhält doch noch einen überraschenden Kinostart