Der beste Film des Jahres bietet bombastische Fantasy-Action wie "Herr der Ringe" – und wird wohl trotzdem ein gigantischer Flop: Bitte lasst das nicht zu!
von Christoph Petersen
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100 Prozent positive Stimmen auf Rotten Tomatoes, 5 Sterne von FILMSTARTS, selbst der Oscar-Triumph ist schon so gut wie sicher – und trotzdem haben das atemberaubende Fantasy-Epos „Wildwood“ kurz vor dem Start viel zu wenige auf dem Schirm.

Wenn Kritiker*innen vor Begeisterung ausrasten und auch FILMSTARTS die ganz seltene 5-Sterne-Wertung zückt, dann aber trotzdem niemand ins Kino geht, handelt es sich in der Regel um anspruchsvolle Kunstfilme, die eh nicht für die breite Masse gedacht waren. Aber diesmal ist es anders: 15 Jahre Arbeit, mehr als 1.100 aktive Drehtage, ein Blockbuster-Budget jenseits der 100-Millionen-Dollar-Marke – und als Ergebnis das atemberaubendste Fantasy-Abenteuer seit „Herr der Ringe“! Wenn es nur einigermaßen gerecht zugehen würde, sollten Kinofans auf aller Welt gerade über nichts anderes mehr sprechen …

… und trotzdem droht „Wildwood“ bei seinem US-Start am kommenden Wochenende ein historischer Flop. Immerhin hat die begeisterte Berichterstattung dafür gesorgt, dass statt der anfänglich prognostizierten 6 bis 8 Millionen Dollar inzwischen immerhin 12 bis 14 Millionen Dollar möglich scheinen. Aber selbst das ist angesichts der gewaltigen Produktionskosten noch immer viel zu wenig – und es ist auch einfach so verdammt schade, weil ja außer Frage steht, dass der absolut überwiegende Teil des Publikums völlig begeistert und geplättet aus dem Kinosaal kommen würde.

In Deutschland startet „Wildwood“ hingegen zwar offiziell erst am 5. November – aber am 31. Oktober finden bereits Previews statt, bei denen man ein Zeichen für herausragendes und vor allem handgemachtes Kino setzen könnte.

Wildwood
Wildwood
Von Travis Knight
Mit Peyton Elizabeth Lee, Jacob Tremblay, Mahershala Ali
Starttermin 5. November 2026
User-Wertung
3,2
Filmstarts
5,0

Wenn ihr – wie viel zu viele – trotz der euphorischen Trailer-Reaktionen ebenfalls noch nichts oder zumindest nicht genug von „Wildwood“ gehört habt, hier noch mal kurz die wichtigsten Infos zusammengefasst: Als sechster Spielfilm der LAIKA-Studios ist auch „Wildwood“ ein Stop-Motion-Film – die Animationen stammen also nicht aus dem Computer, stattdessen wurden die Figuren und Sets real gebaut. Der Aufwand für jede einzelne Sekunde ist deshalb ohnehin schon der totale Wahnsinn – und „Wildwood“ setzt vor allem mit seinen gewaltigen Fantasy-Schlachten völlig neue Maßstäbe.

Der Oscar für den besten Animationsfilm des Jahres ist damit fast schon sicher – und in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik haben wir dazu geschrieben: „So spektakuläres Kampfgetümmel haben wir seit Helms Klamm nicht mehr auf der Leinwand gesehen.“

Beim Schauen denkt man die ganze Zeit, dass da doch jemand mit dem Computer nachgeholfen hat: Aber jeder Baum und jeder Strauch wurde tatsächlich von Hand gebaut! Capelight
Beim Schauen denkt man die ganze Zeit, dass da doch jemand mit dem Computer nachgeholfen hat: Aber jeder Baum und jeder Strauch wurde tatsächlich von Hand gebaut!

Die Story klingt nur vermeintlich altbekannt, erweist sich dann aber doch als ganz eigen – und schlägt voll durch ins Herz des Publikums: Ihre Eltern haben Prue (Peyton Elizabeth Lee) immer gewarnt, mit ihrem Bruder Mac nicht nach draußen zu gehen. Prue nimmt ihn trotzdem auf den Spielplatz mit, wo er von Krähen in einen nahegelegenen Wald verschleppt wird.

Gemeinsam mit ihrem Klassenkameraden Curtis (Jacob Tremblay) jagt Prue ihm hinterher und landet in einer magischen Welt, in der Menschen, Vögel und Bandit*innen verfeindet sind. Die größte Gefahr ist allerdings die irre Alexandra (Carey Mulligan): Sie befehligt den Krähenschwarm sowie eine Hyänen-Armee und will Mac opfern, um das gesamte Reich in die Dunkelheit zu stürzen …

Der größte Verlierer wäre das Kino selbst

Nun muss sich trotz der schwachen Prognosen niemand Sorgen um LAIKA („ParaNorman“, „Kubo – Der tapfere Samurai“) sowie den Gründer/Regisseur Travis Knight machen – als Sohn des milliardenschweren NIKE-Gründers Phil Knight wird er trotz eines potenziell dreistelligen Millionenverlustes für „Wildwood“ sicher nicht am Hungertuch nagen.

Der wahre Verlierer ist vielmehr das (handgemachte) Kino selbst – und natürlich alle, die sich dieses spektakuläre Fantasy-Meisterwerk entgehen lassen …

Netflix hingegen könnte ein echter Fantasy-Hit ins Haus stehen – selbst wenn anders als bei den „Wildwood“-Reaktionen längst nicht alle vom ersten Trailer begeistert waren:

481 Millionen Views in nur 7 Tagen: Wird dieses 250 Millionen Dollar teure Fantasy-Epos der nächste Hit für Netflix?

Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.
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