In dieser Woche startet eine vielseitige Auswahl neuer Filme in den deutschen Kinos. Während es in „Der perfekte Urlaub“ ein Wiedersehen mit den Stars von „Das perfekte Geheimnis“ gibt, setzt DC mit „Clayface“ auf düsteren Body-Horror statt klassischer Superhelden-Action. Und dann wäre da noch Sacha Baron Cohen, der nach mehr als zwei Jahrzehnten als Ali G zurückkehrt. Um ihn auf der großen Leinwand zu sehen, müsst ihr euch aber beeilen.
Doch auch abseits der großen Namen gibt es einiges zu entdecken: Steven Spielbergs Tochter feiert ihr Spielfilmdebüt, ein deutscher Endzeit-Thriller entführt in eine Welt nach einer tödlichen Pandemie und ein aufwendiges Biopic widmet sich dem legendären Komponisten Frédéric Chopin.
Wir stellen euch die wichtigsten Kinostarts der Woche vor.
"Der perfekte Urlaub": Das Star-Ensemble von "Das perfekte Geheimnis" ist zurück
Mehr als 5,3 Millionen Menschen sahen 2019 die Komödie „Das perfekte Geheimnis“ im deutschen Kino. Sieben Jahre später bringt Regisseur Bora Dagtekin die Chaos-Truppe nun zurück auf die große Leinwand. Dafür versammelt er erneut ein beeindruckendes deutsches Star-Ensemble.
Leo (Elyas M'Barek), Pepe (Florian David Fitz), Carlotta (Karoline Herfurth), Eva (Jessica Schwarz), Simon (Frederick Lau), Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Maus (Diana Amft) verschlägt es aus sehr unterschiedlichen Gründen nach Mallorca, wo sie zufällig alle in derselben Finca auftauchen. Da ist natürlich das Chaos vorprogrammiert, zumal die Unterkunft bald in Flammen aufgeht und alle in ein Clubhotel umziehen müssen. Bald brechen alte Konflikte wieder auf und neue Geheimnisse kommen dazu.
Mit „Der perfekte Urlaub“ setzt Dagtekin somit erneut auf die Mischung aus Starpower, Beziehungskrisen und peinlichen Enthüllungen, die schon den Vorgänger zu einem riesigen Erfolg gemacht hat. FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen vergibt dafür 3 Sterne in der Kritik und findet, dass die Urlaubskomödie „immer dann am besten ist, wenn sie sich in Ballermann-Gefilde mit Clubsong-Cringe vorwagt und die (urdeutsche) Urlaubskultur aufs Korn nimmt“.
"Clayface": DC wagt sich ins Body-Horror-Genre
Nach „Superman“ und „Supergirl“ schlägt das neue DC-Universum eine völlig andere Richtung ein. Statt eines strahlenden Helden steht in „Clayface“ ein tragischer Batman-Gegenspieler im Mittelpunkt, dessen Geschichte sich irgendwo zwischen klassischer Comicverfilmung und Body-Horror bewegt.
Der aufstrebende Schauspieler Matt Hagen (Tom Rhys Harries) träumt in Gotham City vom großen Durchbruch. Doch nach einem brutalen Angriff ist sein Gesicht entstellt. Eine experimentelle Behandlung verspricht Rettung, verwandelt seinen Körper jedoch in eine formbare, lehmartige Masse. Hagen entwickelt Fähigkeiten, die ihn zu einem der gefährlichsten Wesen Gothams machen könnten.
Hinter dem Projekt stecken gleich zwei ausgewiesene Horror-Experten: Die ursprüngliche Geschichte stammt von Mike Flanagan („Spuk in Hill House“), während James Watkins („Speak No Evil“, „Eden Lake“) die Regie übernahm. Unser DC-Experte Julius Vietzen vergibt 3,5 Sterne in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik und hat sogar den „bisher besten DCU-Film“ gesehen.
"Ali G: Who Iz I?": Sacha Baron Cohens Kultfigur kehrt zurück
Bevor Sacha Baron Cohen mit „Borat“ und „Brüno“ weltweit für Aufsehen sorgte, machte ihn vor allem eine Figur berühmt: Ali G. Der selbsternannte Gangster aus dem Londoner Vorort Staines kehrt nun mehr als 20 Jahre nach „Ali G Indahouse“ auf die große Leinwand zurück.
Allzu viel hat sich in seinem Leben zunächst nicht verändert. Ali G verbringt seine Zeit weiterhin am liebsten mit Kiffen und Faulenzen. Dann erfährt er allerdings, dass seine langjährige Freundin Julie (Morgana Robinson) bereits im achten Monat schwanger ist. Plötzlich muss er Verantwortung übernehmen und beschließt deshalb, in den USA seine frühere Karriere wiederzubeleben.
Sacha Baron Cohen übernimmt nicht nur erneut die Hauptrolle, sondern gibt mit der Fortsetzung auch sein Regiedebüt. Wer den Kult-Komiker wieder in seiner bekanntesten Rolle auf der großen Leinwand sehen möchte, sollte sich jedoch beeilen. „Ali G: Who Iz I?“ ist vor einem sicher baldigen Start auf Amazon Prime Video nur für eine begrenzte Kinoauswertung vorgesehen und läuft nach derzeitiger Ankündigung nur am morgigen Freitag sowie am Samstag und Sonntag.
"A Quiet House": Die Tochter von Steven Spielberg gibt ihr Regiedebüt
Mit „A Quiet House“ legt Destry Allyn Spielberg ihr Regie-Debüt vor. Die Tochter von Hollywood-Legende Steven Spielberg hat sich dabei für einen düsteren Horror-Thriller entschieden.
Nachdem eine tödliche Pandemie große Teile der erwachsenen Bevölkerung ausgelöscht hat, ziehen zahlreiche verwaiste Kinder und Jugendliche durch das Land. Eine Gruppe junger Überlebender macht sich auf den Weg in den Süden, um dort eine neue Zukunft zu finden. Doch die Begegnung mit einer mysteriösen Frau (Michelle Dockery) wird für sie zur tödlichen Gefahr.
Der im Original „Please Don't Feed The Children“ betitelte Film setzt dabei weniger auf große Endzeit-Action als auf eine bedrückende Atmosphäre und psychologischen Horror. FILMSTARTS-Autor Thorsten Hanisch vergibt in seiner Kritik trotzdem nur 2,5 von 5 Sternen für ein Werk, das sich „kaum länger im Gedächtnis halten können“ wird.
"Die andere Seite": Deutscher Endzeit-Thriller mit Nina Hoss
Ebenfalls in einer von einer tödlichen Krankheit geprägten Welt spielt „Die andere Seite“ von Regisseurin Mariko Minoguchi. Nina Hoss verkörpert die Ärztin Hanna, die ihre Familie verloren hat und als Infizierte ein einsames Leben in der Wildnis führt. Als sie der jungen Lila (Precious Mariam Sanusi) begegnet, machen sich die beiden gemeinsam auf einen gefährlichen Weg über die Alpen. Sie hoffen, im Süden einen Ort zu finden, an dem sie ohne Angst und Ausgrenzung leben können.
Unser Geheimtipp der Woche begeistert als „beklemmend realistische Dystopie vor archaischer Alpenkulisse“, weswegen Kritiker Lutz Granert in der offiziellen FILMSTARTS-Rezension starke 4 von 5 Sternen vergibt.
"Chopin – Eine Sonate in Paris": Ein Musikgenie zwischen Ruhm und Krankheit
Wer eher Lust auf ein historisches Drama hat, bekommt mit „Chopin – Eine Sonate in Paris“ ein aufwendiges Biopic über einen der berühmtesten Komponisten der Musikgeschichte. Der Film entführt uns ins Paris des Jahres 1835, wo der gerade einmal 25-jährige Frédéric Chopin (Eryk Kulm) bereits ein gefeierter Star ist. Seine Musik begeistert sowohl den Adel als auch die breite Bevölkerung. Doch der Ruhm kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der junge Künstler zunehmend unter seiner angeschlagenen Gesundheit und dem Heimweh nach Polen leidet.
Auch für das aufwendige Historiendrama von Michał Kwieciński empfehlen wir unbedingt den Kinobesuch – und das „nicht nur für Klassikfans, sondern für alle, die opulentes Kino lieben“, wie Autorin Gaby Sikorski in der FILMSTARTS-Kritik urteilt. Sie vergibt starke 4 von 5 Sternen.