2027 kehrt „Star Wars“ erneut auf die große Leinwand zurück. Nachdem Jon Favreau mit „The Mandalorian And Grogu“ in diesem Jahr die lange Kinopause der Saga beendet hat, übernimmt diesmal „Deadpool & Wolverine“-Regisseur Shawn Levy das Ruder. Für „Star Wars: Starfighter“ konnte er unter anderem Ryan Gosling, Amy Adams, Matt Smith, Mia Goth und „Lanterns“-Star Aaron Pierre gewinnen. Die große Hoffnung ist, dass ihre geballte Star-Power die legendäre Saga an den Kinokassen wieder in die Erfolgsspur bringen kann.
Da überrascht es nicht, dass Disney sich das nächste Weltraumabenteuer einiges kosten lassen wird. Jetzt sind erstmals konkrete Zahlen zu den Produktionskosten bekannt geworden. Bereits kurz nach dem Ende der Dreharbeiten hat „Star Wars: Starfighter“ satte 226,5 Millionen Dollar verschlungen, und es stehen noch zahlreiche kostspielige Arbeiten aus. Damit übertrifft der Film zu einem vergleichbaren Zeitpunkt sogar die Ausgaben für einige der bisher teuersten „Star Wars“-Blockbuster. Allerdings muss man die Zahlen auch genau einordnen.
Wird "Star Wars: Starfighter" teurer als "Star Wars 7" und "Star Wars 8"?
Dazu müssen wir uns erst einmal anschauen, woher die zuerst vom Wirtschaftsmagazin Forbes berichtete Summe überhaupt stammt. Wie so oft, wenn konkrete Zahlen vorliegen, ist ein Dreh in Großbritannien der Ursprung. Dort gibt es staatliche Steuervergünstigungen für Film- und Serienproduktionen. Doch um diese in Anspruch zu nehmen, muss man detailliert nachweisen, wofür wie viel Geld verwendet wurde. Diese Unterlagen sind einsehbar. Während Hollywood-Studios sonst ein großes Geheimnis um ihre Ausgaben machen, lassen sich die Kosten hier bis auf den letzten Cent fürs Crew-Catering nachvollziehen.
So konnte Forbes aus den Unterlagen für die Produktion des kommenden „Star Wars“-Films herausfinden, dass einen Monat nach Abschluss der Dreharbeiten insgesamt 164,9 Millionen britische Pfund verbucht waren, was zum damaligen Umrechnungskurs rund 226,5 Millionen US-Dollar entspricht. Das ist mehr Geld als zu einem vergleichbaren Produktionszeitraum für „Star Wars 7: Das Erwachen der Macht“ und „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ ausgegeben wurde. Für die beiden ersten Filme der Sequel-Trilogie wurden nach Abschluss der Dreharbeiten 147,6 Millionen bzw. 162,3 Millionen Pfund ausgewiesen. Von einer Rekordsumme ist das allerdings noch weit entfernt. Für den allerdings aus diversen Umständen extrem kostenfrontlastigen „Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers“ hatten sich zum vergleichbaren Zeitpunkt bereits Ausgaben von 281,6 Millionen Pfund angesammelt.
Die Summen erklärt – und warum sie noch kein finales Budget ist
Wie teuer „Star Wars: Starfighter“ am Ende ist, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Denn die bisher ausgewiesenen Ausgaben umfassen noch nicht alle Arbeiten, die bis zum fertigen Film anfallen. Insbesondere die sicher aufwendigen visuellen Effekte dürften die Produktionskosten weiter in die Höhe treiben. Allerdings ist zu beachten, dass für das finale Filmbudget noch erhebliche Abzüge berücksichtigt werden müssen.
Dass wir seit einiger Zeit aus Großbritannien so konkrete Zahlen bekommen, hat zu einer Welle von Berichten über angebliche Rekordbudgets geführt. Allerdings lassen sich die Summen von der Insel nicht 1:1 mit sonstigen Hollywood-Budgets vergleichen. Denn die Zahlen aus den britischen Unterlagen spiegeln die reinen Bruttoausgaben wider, die eingereicht werden, um Steuervergünstigungen zu erhalten. Wenn Hollywood-Studios selbst Budgets kommunizieren, berechnen sie die von Anfang an bei der Projektplanung einkalkulierten Rückzahlungen, Förderungen und Erleichterungen bereits ein.
Das sehen wir jetzt bei „Star Wars: Starfighter“ konkret, denn dort zeigen die Zahlen auch, wie viele Millionen Disney zurückbekommt. Bislang seien laut Forbes bereits entsprechende Erstattungen in Höhe von rund 51,5 Millionen Dollar bestätigt worden. Dadurch reduzieren sich die bisherigen Nettokosten, die dann am Ende das klassische Budget ergeben, schon einmal auf ungefähr 175 Millionen Dollar. Weitere Steuervergünstigungen könnten folgen, weil auch zumindest ein Teil der Spezialeffektarbeiten in Großbritannien durchgeführt wird. Dazu wurde „Star Wars: Starfighter“ auch an anderen Orten gedreht, allen voran in Italien. Auch hier gibt es Fördermodelle, die laut Forbes noch einmal zu Erstattungen von bis zu 22,5 Millionen Dollar führen könnten.
Was zeigen uns die Zahlen also?
Die Zahlen verraten uns also nicht, wie viel „Star Wars: Starfighter“ am Ende wirklich kosten wird und ob unterm Strich vielleicht sogar ein Ausgabenrekord steht (was angesichts der Kosten von „Star Wars 9“ aber unwahrscheinlich ist). Sie zeigen uns allerdings, dass der Film wirklich richtig, richtig teuer wird und Disney ein durchaus beachtliches finanzielles Risiko eingeht. Denn auch wenn „Star Wars“ zu den größten Marken der Filmgeschichte gehört, steht das Franchise gerade im Kino unter Druck. „The Mandalorian And Grogu“ blieb zuletzt mit weltweiten Einnahmen von rund 346 Millionen Dollar deutlich hinter den Erwartungen zurück.
„Star Wars: Starfighter“ muss in ganz andere finanzielle Dimensionen vorstoßen, um am Ende ein Erfolg zu werden. Ob dies der angeblich rund fünf Jahre nach den Ereignissen von „Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers“ spielende, mit neuen Figuren eigenständige Film schaffen kann, wird die Zukunft zeigen. Im Mai 2027 wissen wir mehr. Dann spielt Ryan Gosling einen zwielichtigen Ex-Piloten, der einen jungen Protagonisten (Flynn Gray) in einem eigentlich ausrangierten Sternenjäger auf der Flucht vor gefährlichen Verfolgern quer durch die Galaxis transportiert.
Ein „Star Wars“-Star hat derweil gerade die Hauptrolle in der Neuauflage einer Sci-Fi-Kult-Marke übernommen. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
Über 60 Jahre alter Science-Fiction-Klassiker kehrt zurück: "Star Wars"-Star übernimmt die Hauptrolle