„BioShock“ gehört zu den einflussreichsten und besten Videospielen des 21. Jahrhunderts. Der atmosphärische Ego-Shooter entführt uns in die Unterwasserstadt Rapture, die einst als Utopie für die größten Denker, Künstler und Wissenschaftler der Menschheit errichtet wurde. Doch als wir die Stadt betreten, ist aus dem vermeintlichen Paradies längst ein Albtraum geworden. Zwischen den Ruinen der einst prächtigen Metropole lauern mutierte Bewohner und die ikonischen Big Daddys.
Bereits 2008 sollte „BioShock“ erstmals für die große Leinwand adaptiert werden. Damals war „Fluch der Karibik“-Regisseur Gore Verbinski für die Inszenierung vorgesehen, doch das ambitionierte Projekt scheiterte letztlich. Nachdem weitere Anläufe im Sande verliefen, kündigte Netflix 2022 schließlich die Adaption an und verpflichtete Francis Lawrence. Seitdem soll es der für zahlreiche „Tribute von Panem“-Filme sowie „Constantine“ verantwortliche Regisseur richten. Doch auf wirkliche Fortschritte warten Fans bislang vergebens. Woran liegt es also? Das versucht Lawrence im Gespräch mit The Direct zu erklären.
"BioShock"-Verfilmung: Das Spiel und Netflix sind die Probleme
Laut dem Filmemacher wird weiter an der Adaption gearbeitet, doch es sei eine besondere Herausforderung, das Spielerlebnis auf die Leinwand zu übertragen. „Es ist eine harte Nuss, diese Welt und diese Geschichte zu knacken. Vor allem, weil man beim Spielen selbst die Figur ist. Und diese Figur für den Film von Grund auf neu zu erschaffen und in diese Welt zu setzen, die auf die bestmögliche Art ziemlich durchgeknallt ist, ist schwierig.“ Dennoch zeigt sich Lawrence optimistisch. Man mache Fortschritte und komme der Umsetzung inzwischen näher. Er würde nichts lieber tun, als den Film endlich zu realisieren.
Allerdings gibt es ganz frisch noch eine weitere Hürde, die weniger mit der ungewöhnlichen Welt von „BioShock“ als vielmehr mit dem für das Filmprojekt verantwortlichen Streamingdienst selbst zu tun hat. Wie hier bereits mehrfach berichtet wurde, gab es bei Netflix gerade eine große Entlassungswelle, bei der auch mehrere Führungskräfte, darunter Filmchef Dan Lin, gehen mussten. Diese Umstrukturierungen bereiten Lawrence nicht nur durchaus Sorgen, sondern scheinen ihn sogar zu nerven. So spricht er im Interview überraschend offen von einem „Netflix-Chaos“ und „Nonsens, mit dem ich mich eigentlich gar nicht herumschlagen will oder muss“. Lawrence dürfte darauf abzielen, dass sich durch die Personalveränderungen sein Ansprechpartner ändert und auch bisherige Vereinbarungen, zum Beispiel zum Budget, nicht mehr zwingend gelten.
Kommt "BioShock" bald? Wir werden sehen!
Zuletzt machte „ES“-Erfolgsproduzent Roy Lee den Fans der Vorlage Hoffnung auf eine baldige Umsetzung. Er erklärte davon auszugehen, dass „Bioshock“ das nächste Projekt von Lawrence wird und deutete an, dass ein Drehbuch von Michael Green („Blade Runner 2049“) und Justin Rhodes („Terminator: Dark Fate“) fertig ist. Lawrence selbst ist da vorsichtiger. Er habe mehrere Projekte in der Entwicklung und man wisse nie, was das nächste werde. Es sei wie ein kleines Pferderennen und komme am Ende darauf an, wie weit die Drehbücher seien und welche Schauspieler*innen verfügbar wären. Und manchmal hänge es sogar an den Jahreszeiten, weil man zu einer bestimmten Saison drehen muss.
So will er sich nicht darauf festlegen, dass „BioShock“ sein nächster Film wird – oder überhaupt kommt. Denn noch sieht er die Probleme und sagt dazu nur: „Wir werden sehen. Hoffentlich kriegen wir das hin.“
Sicher ist dagegen, dass am 19. November 2026 mit „Die Tribute von Panem: Sunrise On The Reaping“ ein neuer Film des Regisseurs aus dem Erfolgsfranchise startet, das er mit zahlreichen Beiträgen entscheidend geprägt hat. Einen Vorgeschmack auf das Prequel zu den „Panem“-Filmen mit Jennifer Lawrence gibt es im folgenden Trailer: