Nur weil man selbst in Filmen mitspielt, muss man sich da wirklich intrinsisch für die Materie interessieren? Da gehen die Meinungen auseinander. Natürlich ist die Zeit, sich mit der Kinogeschichte oder dem aktuellen Leinwandgeschehen zu beschäftigen, am trubeligen Set begrenzt – und es ist irgendwie verständlich, dass man zu Hause ein bisschen Abstand zu dem Thema braucht, mit dem man beruflich ohnehin ständig zu tun hat. Aber sollte die Arbeit in der Filmbranche nicht in erster Linie von Leidenschaft geprägt sein?
Auch diese Haltung wird in Hollywood vertreten – so gibt es gleich eine ganze Reihe von Schauspieler*innen, die einen Account auf der Cinephilen-Plattform Letterboxd haben und dort Filme bewerten, darunter Rachel Sennott („Bottoms“), Ayo Edebiri („After The Hunt“) oder Kyle MacLachlan („Twin Peaks“).
Ob „Primetime“-Star Robert Pattinson ein Letterboxd-Konto hat, ist nicht bekannt – manche Stars halten ihr Handle nach eigenen Angaben auch geheim, um völlig unbefangen und ohne den Druck der Öffentlichkeit Sterne verteilen und Rezensionen schreiben zu können. Doch im Allgemeinen hält der 40-Jährige viel von der „Letterboxdifizierung“ seines Berufszweigs.
Robert Pattinson findet: Schauspieler müssen sich Filme anschauen
„Das ist gut, man sollte sich Filme ansehen“, so der „The Batman“-Mime im Rahmen der von Letterboxd initiierten Videoserie „In The Screening Room“. „Ich glaube, ich bin da ein totaler Snob. Ich hasse das, denn lange Zeit traf man irgendwelche Schauspieler, und niemand von ihnen hatte irgendetwas gesehen. Da dachte ich: ‚Warum schaut ihr euch keine Filme an?‘ Das ist so seltsam. Es gibt so viele Schauspieler, die keine Filme schauen und sich auch nicht dafür interessieren.“
Zendaya, die in diesem Jahr drei Mal (!) mit Pattinson vor der Kamera stand – für „Das Drama“, „Die Odyssee“ und „Dune: Part Three“ –, saß während dieser Aussagen neben ihrem Leinwandpartner und fühlte sich sichtlich ertappt. „Ich glaube, ich könnte mich da verbessern“, räumt die 30-Jährige ein. „Manchmal bin ich so beschäftigt, dass ich denke: ‚Verdammt, ich bin gar nicht auf dem neuesten Stand‘ und Dinge nicht gesehen habe, die ich eigentlich hätte sehen sollen. Letterboxd setzt einen mit seinen Top 5 ganz schön unter Druck. Da denkt man: ‚Verurteilt mich nicht! Ich weiß es nicht! Nehmt einfach, was Rob gesagt hat!‘“
Damit spielt Zendaya auf die Frage an, die Letterboxd regelmäßig Stars auf dem roten Teppich stellt – nämlich die nach ihren vier (nicht fünf!) Lieblingsfilmen. Tatsächlich haben sich beide Stars bislang erfolgreich davor gedrückt, sich auf vier Favoriten festzulegen. Allerdings hat Pattinson diverse andere Gelegenheiten genutzt, seine Lieblinge zu nennen – darunter „Einer flog über das Kuckucksnest“, „Der Exorzist“, „Die Teufel“, „White Material“ und gleich mehrere Filme aus dem Früh- und Spätwerk von Nouvelle-Vague-Ikone Jean-Luc Godard.
Keanu Reeves hat Letterboxd übrigens bereits Rede und Antwort gestanden. Seine Antworten (inklusive seiner absoluten Lieblingskomödie!) findet ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich habe im Kino noch nie so viel gelacht": Keanu Reeves ist ein riesiger Fan dieser Kult-KomödieEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer brasilianischen Schwesternseite AdoroCinema erschienen.