Robert Pattinson ist präsent wie nie – und fast scheint es, als könne der 40-Jährige absolut nichts falsch machen: Die Beziehungs-Satire „Das Drama – Noch mal auf Anfang“ wurde in diesem Jahr zum Überraschungserfolg, Christopher Nolans „Die Odyssee“ bricht noch immer einen Rekord nach dem anderen, und in Denis Villeneuves heiß erwartetem Sci-Fi-Epos „Dune 3“ (ab 17. Dezember in den deutschen Kinos) ist der Brite ebenfalls mit von der Partie. Doch jeder greift mal daneben – da macht auch Pattinson keine Ausnahme!
Nachdem er durch die Rolle des romantischen Vampirs Edward Cullen in der fünf Kinofilme umfassenden „Twilight“-Saga zum Weltstar geworden war, setzte Pattinson – ganz ähnlich wie sein Co-Star Kristen Stewart – alles daran, das Image des Teenie-Schwarms so schnell wie möglich wieder abzuschütteln. Dafür tat er sich über die Jahre mit einer ganzen Reihe renommierter Filmemacher*innen zusammen – von David Cronenberg („Cosmopolis“) über James Gray („Die versunkene Stadt Z“) und Claire Denis („High Life“) bis hin zu den Safdie-Brüdern („Good Time“).
Doch nur weil man von einem großen Regie-Namen angeheuert wird, bedeutet das nicht, dass auch ein guter Film dabei herauskommt. Das zeigte sich im Jahr 2015, als Pattinson in seinem nach Rotten-Tomatoes-Score schlechtesten Film zu sehen war: „Königin der Wüste“ von Werner Herzog! In dem Biopic verkörpert Pattinson in einer Nebenrolle den britischen Offizier und Archäologen T. E. Lawrence, der als „Lawrence von Arabien“ in die Geschichte einging.
Herzog ist einer der wichtigsten Regisseure Deutschlands: Mit Hauptdarsteller Klaus Kinski hat er Meilensteine wie „Aguirre, der Zorn Gottes“ und „Fitzcarraldo“ aus der Taufe gehoben, in den USA drehte er mit Stars wie Christian Bale („Rescue Dawn“) und Nicolas Cage („Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen“), und auch im dokumentarischen Bereich schuf er gefeierte Werke wie „Grizzly Man“ oder „Begegnungen am Ende der Welt“.
Ein Biopic über die britische Forschungsreisende und Abenteurerin Gertrude Bell aus seiner Hand, zudem besetzt mit Stars wie Nicole Kidman, James Franco und Robert Pattinson, schien also durchaus vielversprechend – umso größer war dann allerdings die Ernüchterung, als „Königin der Wüste“ schließlich seinen Weg auf die Leinwand fand.
Gerade einmal 17 Prozent aller ausgewerteten Rezensionen auf der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes fallen positiv aus – damit ist „Königin der Wüste“ mit deutlichem Abstand vor dem vergessenen biografischen Liebesdrama „Little Ashes“ sowie „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 1)“ (jeweils 25 Prozent) der schwächste Eintrag in die Filmografie von Robert Pattinson.
Darum kam "Königin der Wüste" so schlecht an
Christos Ziolkas von The Saturday Paper schrieb beispielsweise: „Es ist ernüchternd, wenn ein Film derart danebengeht, obwohl so viele talentierte Menschen daran beteiligt sind. Das Ganze wirkt wie eine bloße Nachahmung – und am Ende werden die Filmschaffenden, das Publikum und Gertrude Bell selbst dadurch gleichermaßen herabgewürdigt.“ Julie Crawford von North Shore News schlug in dieselbe Kerbe: „Der Film ist eine herbe Enttäuschung für Fans von Herzogs Werk – und wird auch Gertrude Bell nicht gerecht.“
Bemängelt wurden unter anderem die schleppende Inszenierung, der starke Fokus auf Bells Liebesleben und die vielfach als oberflächlich empfundene Darstellung einer Frau, deren bewegtes Leben eigentlich reichlich Stoff für einen deutlich spannenden Film hergegeben hätte – gerade von einem Regisseur, der sich seit jeher für außergewöhnliche Schicksale, waghalsige Expeditionen und menschliche Grenzerfahrungen interessiert.
Wir von FILMSTARTS bilden übrigens eine der wenigen Ausnahmen: In unserer Rezension gab es starke vier Sterne! Im Fazit heißt es: „[Werner Herzogs] Porträt der ‚Wüstenkönigin‘ Gertrude Bell ist ein verspielt-eigenwilliges Historien-Drama mit einer beeindruckenden Protagonistin und herausragenden epischen Bildern.“
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