J.J. Abrams dürfte dieser Tage stolz auf "Sieben"-Regisseur David Fincher sein. Ganz im Stile des "Lost"-Schöpfers läuft die virale Marketingkampagne zu der kommenden Stieg Larsson-Verfilmung "Verblendung" auf Hochtouren. Mit dem Blog Mouth Taped Shut setzte Fincher ein ausgeklügeltes Marketing-Rad in Bewegung, über das Fans immer wieder mit Fotos vom Set und anderen Film-Impressionen gefüttert wurden. Auf diesem Blog ist nun ein neues Video aufgetaucht, das vorgeblich einen Unfall zeigt, der in "Verblendung" eine entscheidende Rolle spielt.
In "Verblendung" beauftragt Henrik Vanger (Christopher Plummer) den Journalisten Mikael Blomkvist (Daniel Craig) Nachforschungen zu dem mysteriösen Fall seiner Nichte Harriet anzustellen, die vor 40 Jahren spurlos von einem Familienfest auf der Insel Hedeby verschwand. Zusammen mit der Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara) beginnt Blomkvist neue Spuren zu verfolgen, die direkt in Vangers Verwandschaft führen. Harriet muss am Tag ihres Verschwindens auf der Insel gewesen sein, die von dem Eiland führende Brücke war wegen eines schweren Unfalls gesperrt. Das im Super-8-Stil gehaltene, tonlose Video stammt nun vorgeblich von einem vorbeifahrenden Passanten, der die Aufräumarbeiten im Anschluss an den schweren Unfall filmt. Versteckt sind kleine Hinweise, die auf eine Internetseite leiten, die auch zur Marketingkampagne für den Film zu gehören scheint.
Hier nun das Video:
Am 12. Januar 2012 startet "Verblendung" in den deutschen Kinos, die Frage ist derzeit nur, in welcher Schnittfassung der Film letztlich zu sehen sein wird. Nachdem sich Paramount und Fincher bei dessen Film "Der seltsame Fall des Benjamin Button" bezüglich der Laufzeit gehörig in die Haare bekommen hatten, gibt es auch dieses Mal Differenzen zwischen dem "The Social Network"-Regisseur und Verleih Sony. Während Fincher gerne eine dreistündige Schnittfassung veröffentlichen würde, will Sony den Film mit einer Lauflänge von nicht länger als zwei Stunden und zwanzig Minuten auf die Leinwand bringen. Man darf gespannt sein, wer sich letztendlich durchsetzt. Zünglein an der Waage könnte eventuell sein, dass Sony weiteren Verfilmungen von Stieg Larssons Millenium-Trilogie unter Finchers Leitung sicher nicht ganz abgeneigt sein dürfte.