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    Eine unglaubliche Geschichte: So hat "Jumanji" einen Ex-"Milliardär" aus der Gosse geholt
    Von Carsten Baumgardt — 27.01.2018 um 21:00

    Produzent Ted Field war ganz oben, scheffelte Millionen, verlor alles und noch viel mehr, weshalb er schließlich sogar auf der Straße landete. Nun saniert ihn dank eines alten Rechtedeals der gigantische Erfolg von „Jumanji: Willkommen im Dschungel“.

    Sony

    Der Weihnachtssuperhit „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ hat inzwischen weltweit etwa 780 Millionen Dollar eingespielt - und wird am Ende locker mehr als 800 Millionen an der Kinokasse umgesetzt haben. Und das bei verhältnismäßig geringen Produktionskosten von 90 Millionen Dollar. Das freut aber nicht nur das verantwortliche Studio Sony, das flugs eine Fortsetzung der Fortsetzung des 90er-Jahre-Quasi-Klassikers „Jumanji“ (mit Robin Williams) in Auftrag gab und somit ein weiteres Hit-Franchise etabliert hat. Noch größer fällt der Jubel wohl bei dem tief gefallenen Produzenten Ted Field aus. Der heute 64-Jährige erwarb in den 80er Jahren die Verfilmungsrechte an Chris Van Allsburgs Fantasy-Buch „Jumanji“ und war bereits 1995 ausführender Produzent von „Jumanji“ (weltweites Einspielergebnis: 263 Millionen Dollar). Wie der Hollywood Reporter berichtet, ritt der Mit-Gründer von Interscope Communications die Filmproduktionsfirma, die von 1984 bis 2003 insgesamt 56 Filme verantwortete, tief in die roten Zahlen - bis sie 2003 geschlossen wurde.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Jumanji: Willkommen im Dschungel"

    Zu den größten Erfolgen von Interscope Communications zählen Filme wie „Cocktail“, „Die Hand an der Wiege“, „Die Braut, die sich nicht traut“ oder „Der Pianist“. 2002 listete das Forbes Magazine Field, einen Erben des Kaufhaus-Giganten Marshall Field, noch mit einem Nettovermögen von 1,2 Milliarden Dollar und zählte ihn als 236. reichste Person auf diesem Planeten.

    Das Supervermögen war nur ein Mythos

    Doch schon hier wird es merkwürdig. Denn das Megavermögen war offenbar ein bloßer Mythos. „Ich war niemals Milliardär, außerdem habe ich nie auch nur mit einem Mitarbeiter von Forbes gesprochen. Das ist komplett erfunden“, erklärte Field dem Hollywood Reporter. Unter Eid sagte er aus, dass sein Vermögen zu Hochzeiten rund 100 Millionen Dollar schwer gewesen sei, er sich aber die meiste Zeit seines Geschäftslebens in ernsthaften Schulden befunden habe. Field und seine Nachfolgefirma Radar Pictures („Riddick“, „Spring Breakers“, „Last Samurai“) haben einen Haufen pikante Gerichtsprozesse wegen unterlassener Zahlungen und Betrugs am Hals.

    Die ikonischsten Comedy-Duos

    Da geht es zum Beispiel um einen 500.000-Dollar-Kredit, den er für das Produzieren des „Kickboxer“-Remakes aufgenommen hatte und nicht zurückzahlen konnte. BMG klagt wegen Betrugs im Zusammenhang mit gescheiterten Joint Ventures über 20 Filme und drei Serien, dazu verlangt Johnny Lin und sein Filmula Entertainment 2,2 Millionen Dollar von einem Investment in ein Plattenlabel. Aber das alles ist nichts im Vergleich zu den 100 Millionen Dollar Steuerschulden, die Field angehäuft hat.

    Ted Field: Altes Auto, Airbnb und eine geborgte Kreditkarte

    Mit dem US-amerikanischen Finanzamt hat Field einen Deal, der die Rückzahlungen reglementiert. Das führt dazu, dass der ehemalige Medienmogul pleite ist, in einem alten 2009er Nissan GT-R durch die Gegend tuckert (wenn der denn anspringt), in Airbnb-Wohnungen haust und von der geborgten Kreditkarte eines Verwandten lebt. Weil Field und seine Firma in einem Urteil vom Dezember 2016 von einem Gericht dazu verdonnert wurden, ihre Profite von elf Filmen, inklusive „Jumanji: Willkommen im Dschungel“, an Produzent Johnny Lins Filmula Entertainment abzutreten, wird Field von dem „Jumanji“-Geldsegen keinen Cent sehen, aber wenigstens seine Gläubiger befriedigen können und selbst wieder mehr Luft zum Überleben bekommen. Und das nächste „Jumanji“-Sequel muss schließlich nicht das letzte sein.

    Große Pläne: Durchstarten mit dem neuen „Game Of Thrones“

    Der unerwartete Erfolg hat Fields Kampfgeist geweckt. Sein Anwalt Jonathan Freud spricht von weiteren Ankündigungen, die folgen werden. Field will die Fantasy-Serie „Wheel Of Time“ (basierend auf Robert Jordans Fantasy-Romanreihe „Das Rad der Zeit“) als ausführender Produzent in Zusammenarbeit mit Sony auf die Beine stellen und daraus ein neues „Game Of Thrones“ machen. Eine Spin-off-Serie von „Jumanji“ hält Field ebenfalls für realisierbar. „Ein Hit-Film kann eine Menge meiner Probleme lösen“, freut sich Field.

     

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