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    Nach Marvel-Kritik: Die "Avengers 4"-Regisseure schlagen gegen Martin Scorsese zurück
    Von Christoph Petersen — 21.11.2019 um 12:27

    Nachdem Meisterregisseur Martin Scorsese erzählt hat, dass er sich Marvel-Filme nicht anschauen kann und sie für ihn auch „kein Kino“ seien, hatte sich wirklich jeder zu dem Thema geäußert, nur die „Avengers 4“-Regisseure selbst nicht. Bis jetzt.

    Marvel Studios 2019

    Es ist inzwischen mehr als einen Monat her, dass Martin Scorsese („Taxi Driver“, „The Irishman“) in einem Interview gesagt hat, dass Marvel-Film „kein Kino, sondern etwas anderes“ seien. Zudem sprach er die Warnung aus: „Wir sollten davon nicht überrollt werden. Wir brauchen Kinos, die einschreiten und Filme zeigen, die narrativ sind.“

    Natürlich hat die Aussage eine ziemliche Lawine von Kommentaren aus allen Ecken Hollywoods losgetreten – schließlich hat es ziemliches Gewicht, wenn ausgerechnet ein Regisseur vom Kaliber eines Martin Scorsese so etwas sagt.

    Dementsprechend gibt es inzwischen etliche Wortmeldungen von Marvel-Stars, die ihre Filme verteidigen, von Marvel-Stars, die Scorsese und seinen Standpunkt zumindest nachvollziehen können, sowie von Francis Ford Coppola, der gleich noch einen Schritt weitergegangen ist und die Marvel-Filme direkt mal als „abscheulich“ abgestempelt hat.

    Das sagen die "Avengers 4"-Regisseure zur Kritik

    Joe und Anthony Russo, deren Marvel-Blockbuster „Avengers 4: Endgame“ erst vor wenigen Monaten den Sprung an die Spitze der erfolgreichsten Filme aller Zeiten geschafft hat, hatten nun also bereits mehr als einen Monat Zeit, um sich eine passende Erwiderung zu überlegen.

    Man hatte fast schon gedacht, da kommt nichts mehr. Aber da sie nun gerade ihren neuen Film als Produzenten (den Cop-Actioner „21 Bridges“ mit Chadwick Boseman) promoten, kamen sie eben nicht länger drum herum, doch endlich mal was zu dem Vorwurf von Scorsese zu sagen.

    Dabei zeigte sich Joe Russo gegenüber dem Hollywood Reporter zunächst noch sehr versöhnlich, was die Reaktion auf Scorsese angeht: „Am Ende definieren wir Kino als einen Film, der die Menschen zusammenbringt und zu einer gemeinsam geteilten, emotionalen Erfahrung führt.“

    Mit einem Megahit im Rücken fällt alles leichter

    Aber dann können sich die Regie-Brüder einige Seitenhiebe doch nicht verkneifen – und ziehen zuerst einmal die Box-Office-Karte, wenn Joe weiter ausführt:

    „Wenn wir uns das Einspielergebnis von ‚Avengers 4‘ anschauen, sehen wir das nicht als Signal für einen signifikanten finanziellen Erfolg, sondern als Signal für einen signifikanten emotionalen Erfolg. Es ist ein Film mit einem bisher nicht bekannten Einfluss auf Menschen rund um den Globus, die die Geschichte geteilt und gemeinsam erlebt haben.“

    Das kann man schon auch als ein bisschen Geprotze unter dem Deckmantel der Bescheidenheit verstehen, aber es geht natürlich trotzdem voll in Ordnung. Ein wenig tiefer landet hingegen der nächste Schlag, wenn Joe Russo Scorsese dessen angeblichen Großstadt-Snobismus vorwirft:

    „Am Ende des Tages sind wir nur zwei einfache Typen aus Cleveland, Ohio. ‚Cinema‘ [dieses Wort verwendet Scorsese im englischen Zitat] ist aber ein New Yorker Begriff, wir in Cleveland sagen einfach ‚Movies‘.“

    Wobei sein Bruder Anthony Russo dann doch noch für eine ein wenig versöhnlichere abschließende Note sorgt: „Ein anderer Weg, wie man darüber nachdenken kann, ist, dass niemandem das Kino gehört. Wir besitzen es nicht. Du besitzt es nicht. Scorsese besitzt es nicht.“

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "The Irishman"

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