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    Netflix macht sich über Marvel und DC lustig: Lohnt sich "Thunder Force" mit Melissa McCarthy als Superheldin?
    Von Christoph Petersen — 09.04.2021 um 18:00

    Ab heute gibt es „Thunder Force“ auf Netflix. Wir mochten den Film leider gar nicht. Aber wie sieht es sonst so aus? Eine Übersicht über die ersten Kritiken zur Action-Fantasy-Komödie mit Melissa McCarthy und Oscargewinnerin Octavia Spencer.

    Netflix

    Meiner Meinung nach konkurriert „Thunder Force“, die neue Komödie von Melissa McCarthys Regisseur-Ehemann Ben Falcone („How To Party With Mom“), mit dem Adam-Sandler-Totalausfall „The Ridiculous 6“ und dem Sado-Maso-Schmarrn „365 Days“ um den Titel als bisher schlechtestes Netflix Original überhaupt: Die Action ist öde, die Story sinnlos, der Cast gelangweilt! Nur Jason Bateman sorgt als The Crab mit seinen Pappmaschee-Krabbenscheren und seinen staubtrocken servierten Onelinern für eine Handvoll Schmunzler.

    Die ausführliche FILMSTARTS-Kritik zu "Thunder Force"

    Aber das muss natürlich nicht jeder so sehen – wie also kommt die Superheldinnen-Komödie mit Melissa McCarthy („Ghostbusters“) als Der Hammer und Octavia Spencer („The Help“) als Bingo sonst so an?

    Die ersten Stimmen zu "Thunder Force"

    Im Schnitt sind auch die internationalen Stimmen zu „Thunder Force“ wenig begeistert – aktuell sind etwa drei Viertel aller erschienenen Kritiken negativ bis sehr negativ, wobei natürlich längst nicht alle so scharf vorlegen wie Mark Cassidy von ComicBookMovie.com: „‚Thunder Force‘ ist etwa so lustig wie ein Sack voll ertränkter Welpen.“

    Katie Rife von AV Club drückt es jedenfalls schon deutlich diplomatischer aus: „Als Komödie ist ‚Thunder Force‘ apathisch und luftleer, ganz egal wie sehr sich Melissa McCarthy auch anstrengt.“

    Jessica Kiang von der Los Angeles Times findet wiederum deutliche Worte, wenn sie die These aufstellt: „Selbst eine zufällig ausgewählte Gruppe aus angetrunkenen Müttern und mit Ritalin vollgestopften Tweens könnte sich etwas Lustigeres und Bissigeres ausdenken als das.“

    Jeannette Catsoulis von der New York Times merkt hingegen an, dass der niedrighängende Humor und die vielen popkulturellen Anspielungen, die sich eher an ein etwas älteres Publikum richten, nicht wirklich zusammenpassen: „Die Gags sind kindisch. Aber wie viele junge Zuschauer werden erkennen, dass Lydia da gerade Jodie Foster im Film ‚Nell‘ von 1994 nachmacht?“

    Aber es gibt durchaus auch positive Stimmen – wenn auch weit weniger.

    So stellt etwa Fionnuala Halligan in ihrer Besprechung für das angesehene Branchenmagazin Screen International fest: „Nichts davon ist neu, erst recht nicht für McCarthy-Fans. Aber das macht den Film nicht schlecht oder enttäuschend, sondern angenehm vertraut.“

    In eine ähnliche Richtung zielt auch Mick LaSalle vom San Francisco Chronicle: „Der Film hat eine anständige Zahl an Lachern und eine scharfsinnige Science-Fiction-Prämisse.“

    Und Chauncey K. Robinson von The Twisted Girl Next Door geht sogar noch viel weiter – und zückt die Schulnote 1: „‚Thunder Force‘ könnte genau der Superheldenfilm sein, den die Welt gerade braucht. Die Lacher und Gags sind reichlich, aber der Film hat auch viel Herz.“

    Kommt "Thunder Force 2"?

    Wir sind also gespannt, wie „Thunder Force“ nun beim Publikum ankommen wird – denn als Superheldinnen-Origin-Story stößt der Film das Tor zu möglichen Sequels natürlich weit auf. Und wenn die Abonennt*innen einschalten, dann können die Kritiker*innen ja bekanntlich noch so laut wettern – „365 Days 2“ und „365 Days 3“ sollen schließlich auch noch kommen.

    Wir drücken trotzdem die Daumen, dass Melissa McCarthy, die wir für tolle Filme wie „Brautalarm“, „Spy“ oder „Can You Ever Forgive Me?“ schätzen, bald wieder mehr Filme ohne ihren Ehemann als Regisseur macht. Wobei die nächste Ben-Falcone/Melissa-McCarthy-Komödie mit „Superintelligence“ bereits in den Startlöchern steht und im Juni in den deutschen Kinos anlaufen soll.

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