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    "Alien"-Serie von Disney wird Sci-Fi für Erwachsene – aber einen wichtigen Unterschied zu den Filmen gibt es
    Von Julius Vietzen — 02.07.2021 um 15:00

    Die „Alien“-Serie von Disney wird ohne Ellen Ripley (Sigourney Weaver) auskommen müssen, das wurde nun endgültig bestätigt. Doch sie wird sich auch noch in einer anderen Hinsicht von den Filmen unterscheiden, wie Serien-Schöpfer Noah Hawley verriet.

    Disney und seine verbundenen Unternehmen.

    Im Dezember 2020 kündigte der zum Disney-Konzern gehörende US-Sender FX eine neue Serie aus dem „Alien“-Universum an. Schon damals wurde bekannt gegeben: Die „Alien“-Serie spielt in der nicht allzu fernen Zukunft auf der Erde. Und die Serie wird sich trotz Disney-Heimat an ein erwachsenes Publikum richten, denn schließlich ist sie nicht direkt bei Disney, sondern bei FX beheimatet, wo etwa auch wenig jugendfreie Stoffe wie „Fargo“ und „Legion“ laufen.

    Und apropos „Fargo“ und „Legion“: Noah Hawley, der sich bereits als Schöpfer dieser beiden hochklassigen Serien auszeichnen konnte, wird sich auch hauptverantwortlich um die „Alien“-Serie kümmern – und im Interview mit Vanity Fair verriet er nun mehr über Setting, Story, Thematik und den Status des Projekts.

    Keine Ellen Ripley

    Angesichts des bereits verkündeten Settings auf der Erde der nahen Zukunft, konnten sich „Alien“-Fans das zwar bereits ausrechnen, nun bestätigte es Hawley aber nochmal explizit: Ellen Ripley (in den Filmen gespielt von Sigourney Weaver) wird in der „Alien“-Serie nicht vorkommen.

    „Sie ist eine der tollsten Figuren aller Zeiten und ich finde, ihre Geschichte wurde schon ziemlich perfekt erzählt. Ich will da nicht reinpfuschen“, so Hawley.

    Kein begrenztes Setting

    Spannend sind allerdings zwei Ideen, die Hawley im Interview anspricht und die dafür sorgen könnten, dass sich die Serie wohltuend von den Filmen abhebt und nicht einfach nur mehr vom Selben erzählt:

    Zum einen soll die Serie nämlich kein begrenztes Setting haben, anders als etwa „Alien“, der nur auf einem einzigen Raumschiff spielt, oder „Alien 3“, der auf einem Gefängnisplaneten angesiedelt ist. „Die ‚Alien‘-Geschichten sind immer gefangen. Gefangen in einem Gefängnis, gefangen auf einem Raumschiff. Ich dachte, dass es interessant sein könnte, wenn man das Ganze ein wenig öffnet. Was passiert, wenn man es nicht eindämmen kann? Das sorgt für eine viel direktere Bedrohung.“

    Womöglich können wir uns also darauf einstellen, dass die Aliens in der Serie wie eine Pandemie die ganze Welt bedrohen, während bisher weit ab der Erde gegen Xenomorphs gekämpft wurde (mal abgesehen von den „Alien Vs. Predator“-Filmen). Wie sich das Ganze in diesem Fall aber in den Gesamtkanon der Reihe einfügt (in der die Menschen ja eigentlich erst viel später auf die Aliens stoßen) oder ob die Serie gar davon losgelöst wird, bleibt abzuwarten.

    Klassenkampf mal anders

    Zum anderen will Hawley die bisher vorherrschende Klassenkampf-Metapher der Filme auf den Kopf stellen und den Spieß umdrehen: Bisher waren es noch vornehmlich Menschen aus der Arbeiterklasse, die es mit den Aliens aufnehmen mussten. Hawley spricht von „hemdsärmeligen Space-Truckern“ in Teil 1 und „gemeinen Soldaten“ in Teil 2, die geschickt werden, um die Drecksarbeit zu machen.

    In der Serie sollen nun auch die Leute gezeigt werden, die diese Arbeiter und Arbeiterinnen entsenden, und laut Hawley soll es an der Zeit sein, dass auch die Oberschicht mal die scharfen Krallen und Zähne der Xenomorphs zu spüren bekommt. „Ihr werdet also sehen, was passiert, wenn die Ungerechtigkeit nicht bewältigt wird, mit der wir auch gerade in unserer Welt zu kämpfen haben. Wenn wir es als Gesellschaft nicht schaffen, uns gegenseitig zu unterstützen und den Reichtum gerecht zu verteilen, was passiert dann mit uns?“

    Nicht nur aufgrund des Gewaltgrads, sondern auch aufgrund der eher erwachsenen Thematik wird sich die Serie also an ein älteres Publikum richten.

    "Alien"-Serie 2023 bei Disney+?

    Außerdem verriet Hawley auch noch ein bisschen was über den aktuellen Status des Projekts. Er sei gerade dabei, die Drehbücher zu den einzelnen Folgen zu schreiben und man plane, mit den Dreharbeiten im Frühling 2022 zu beginnen. Gleichzeitig betonte Hawley aber auch, dass bei der Serie einiges an visuellen (also computergenerierten) Effekten nötig sei, daher tippen wir auf einen Start im Jahr 2023.

    Da es FX bei uns nicht gibt, dürfte die Serie in Deutschland dann vermutlich bei Disney+ landen, wo es mit Star mittlerweile eine eigene Themenwelt gibt, in der auch nicht so familienfreundliche Filme und Serien abrufbar sind, darunter mit „Legion“ und „Atlanta“ auch einige der größten FX-Formate.

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