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    Die ersten Kritiken zu "How I Met Your Father" - so gut wie das Kult-Original "How I Met Your Mother"?
    14.01.2022 um 10:05
    Björn Becher
    Björn Becher
    -Mitglied der Chefredaktion
    Ob Lachen mit „Jack & Jill“, Weinen mit „Bambi“ oder Hochspannung in „Heat“. Björn Becher liebt die Kraft des Kinos, ihn zu bewegen.

    „How I Met Your Mother“ lief von 2005 bis 2014 und prägte eine Generation wie zuvor in den 90ern die Serie „Friends“. Kann das Spin-off „How I Met Your Father“ da anschließen? Nun wurden die ersten Episoden gezeigt und es gibt Stimmen aus den USA.

    Disney und seine verbundenen Unternehmen

    Lange Zeit wurde „How I Met Your Father“ gerne als Reboot oder Neuauflage bezeichnet, wogegen sich die Verantwortlichen hinter der Serie wehren. Es sei ein Spin-off, sogar eine Fortsetzung. Denn schließlich spiele die neue Serie in derselben Welt und es gebe für Fans massig Anspielungen auf Elemente der Kult-Sitcom „How I Met Your Mother“ – und spätere Cameo-Auftritte der Originalstars sind explizit nicht ausgeschlossen.

    Im Mittelpunkt stehen aber erst einmal eine neue Freundesgruppe und eine neue Erzählerin: „Sex And The City“-Star Kim Cattrall ist Sophie, die ihren Kindern die Geschichte erzählt, wie sie ihren Vater kennenlernte. Also geht es ins (hier komplett Corona-freie) Jahr 2022, wo sich Sophie (hier nun Hilary Duff) mit ihrem Freundeskreis um Jesse (Chris Lowell), Valentina (Francia Raisa), Charlie (Tom Ainsley), Ellen (Tien Tran) und Sid (Suraj Sharma) mit den Liebesirrungen und -wirrungen des New Yorker Single-Lebens herumschlagen muss.

    » "How I Met Your Mother" auf Disney+*

    Doch wie gut ist die neue Serie, die nun in den USA auf Streamingdienst Hulu startet und dann demnächst via Disney+ auch nach Deutschland kommen soll? Nach unserem ersten Gesamtüberblick über die sich auf die ersten vier Episoden beziehenden Kritiken trifft Siddhant Adlakha von IGN ein Fazit, das auch unter dem gesamten Kritikenüberblick stehen könnte:

    „Ein ordentliches Spin-off zu einer viel besseren Serie.“

    Das soll die neue Serie sogar besser als das Original machen

    Zumindest stoßen in dieses Horn auch viele andere Kritiken. Bei Collider ist man zudem der Meinung, dass „How I Met Your Father“ in einem Punkt den Vorgänger übertreffe: „Die Serie ist viel diverser und viel offener hinsichtlich der möglichen Liebesgeschichten“, die sich entwickeln können. Letzteres liege auch daran, dass es nicht (wie im Original Marshall und Lilly) bereits zu Beginn ein festes Paar gebe.

    Dass die Serie für einen Streamingdienst produziert wird, ermögliche zudem, ein bisschen weniger prüde zu sein. Das Original musste sich schließlich an die strengen Sittenwächter-Regeln des US-Fernsehens halten. Hier gebe es nun auch mal deftigere Sprache und im Mittelpunkt eines Handlungsstrangs stehe ein Sexspielzeug. Diese ganze Erzählung wäre so auf einem US-TV-Sender nicht möglich gewesen (Anm.: Zu viel Sex sollte man sich aus europäischer Sicht nicht erhoffen, die Regeln hinsichtlich allein der Andeutung von Sexualität sind im klassischen US-Network-TV extrem streng).

    „How I Met Your Father“ profitiere zudem davon, dass man aus Fehlern des Vorgängers gelernt habe, stellen die Kritikerinnen Valerie Ettenhofer und E.L. Meszaros bei Slash Film bzw. CBR fest: Die neue Serie sei ein frischer Ansatz, der vielfältigere Beziehungen mit sich bringe. Dass zum Beispiel ein Geschwisterpaar Teil der Gruppe sei, ermögliche auch neue Erzählungen. Und wie es bei CBR heißt, schade der Fokus auf „neue und vielleicht auch gesündere Beziehungen“ nicht dem Humor. Die Pointen seien mal wieder perfekt auf den Punkt geschrieben.

    Weiter Gelächter vom Band

    Doch es gibt auch viel Kritik und einige prominente Magazine sehen die Serie deutlich negativer. Vor allem rund um den neuen Freundeskreis gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Während das Gros der bislang genannten Kritiken Sophie und Co. interessant findet und mehr von ihnen sehen will, ist gerade das Personal bei der eingangs zitierten Kritik von IGN ein entscheidender Faktor, warum das Spin-off erst einmal nur als ordentlich betrachtet wird und das Original besser sei: Die Figuren und ihre Beziehungen seien einfach noch nicht fesselnd.

    Beim Magazin TVLine will man das aber nicht an den Schauspieler*innen fest machen, sondern an dem Material, welches diese bekommen habe. Das sei doch „ziemlich lahm“ mit vielen schon ausgedienten Tinder-Witzen. Das schon aus dem Original bekannte Lachen vom Band sei zudem zu laut und störend. Auch bei Variety kritisiert man, dass nur eine einzige Figur überhaupt nahe an den Punkt kommt, interessant zu sein – und auch das gerade so.

    Eine negative Kritik kommt zudem von Entertainment Weekly, wo Darren Franich schreibt, dass ihm nicht klar geworden sei, warum diese Menschen miteinander abhängen und die Serie sich zudem wie ein „Friends“-Rip-off anfühle (Anmerkung von uns: was allerdings das Original ja schon war).

    Ein Twist und Wein-Saufen mit Kim Cattrall

    Zwei Dinge werden noch in nahezu allen Kritiken angesprochen, die nicht unerwähnt bleiben lassen. Es gebe einen sehr interessanten Twist rund um die Rückblendenerzählung und den Titel, den die Kritiker*innen aber nicht verraten dürfen. Die meisten bewerten diesen Twist aber sehr positiv und er steigere definitiv das Interesse und mache neugierig auf die weiteren Episoden.

    Eher negatives Feedback gibt es zu Kim Cattrall als neuer Erzählerin. Das liegt aber weniger an ihr oder ihrer Stimme, sondern vor allem an Setting und Situation, in welche man sie gepackt hat. Darüber wird sich nämlich bereits kräftig lustig gemacht. Es sei eine sehr kühle Szenerie, die verzweifelt schreie: Das ist die Zukunft. Zudem kippe die Erzählerin reichlich Wein in sich rein...

    Wie das dann alles aussieht, erfahren wir in Deutschland wohl erst in einigen Wochen, wenn „How I Met Your Father“ zu Disney+ kommt. US-Start bei Hulu ist am 18. Januar 2022.

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