SCHEIẞ AUF PARKINSON
Paul hat Parkinson und muss lernen, dass man gegen manche Dinge nicht gewinnen kann, nur entscheiden, wie man ihnen begegnet. Jimmy versucht sich an Dates, wird aber von der Erinnerung an seine verstorbene Frau sabotiert. Dazu kommen Babychaos, Abschiede, Verlobungen und jede Menge emotionaler Kollateralschaden.
Shrinking – Staffel 3 auf Apple TV+ hat 11 Episoden mit je ca. 35 Minuten Laufzeit und bestätigt endgültig, diese Serie gehört zum Besten, was im Comedy-Drama-Bereich läuft. Was hier so stark ist, keine Figur fühlt sich wie Füllmaterial an. Jeder bekommt Raum, Entwicklung und echte Momente.
Du lachst dich in einer Szene kaputt und zehn Minuten später sitzt du da wie emotional überfahren. Das schafft kaum eine Serie so sauber.
Jimmy ist dabei weiterhin das emotionale Zentrum. Man wünscht ihm neues Glück, versteht aber komplett, warum er nicht einfach loslassen kann. Seine Trauer ist nicht aufgesetzt, nicht melodramatisch, sondern unangenehm echt. Paul ist ein eigenes Highlight. Wie die Serie mit seiner Krankheit umgeht, ist stark geschrieben. Nicht nur traurig, nicht nur inspirierend, sondern menschlich. Stolz, Angst, Humor, Würde, alles gleichzeitig. Dann Gaby, was sie für eine Szene mit Louis bekommt, ist pures Dynamit. Louis, der Mann, der Jimmys Frau getötet hat und inzwischen fast zum Freundeskreises gehört, bekommt von ihr einen Einlauf verpasst, der komplett sitzt. Roh, ehrlich, ohne Filter.
Schauspielerisch ist das oberstes Regal,
Jason Segel, Harrison Ford, Jessica Williams alle liefern und selbst kleinste Rollen bekommen Szenen, die passen.
Das Finale ist genau deshalb so stark, weil nicht einfach jeder geschniegelt ins Glück reitet. Für viele beginnt etwas Neues, für Jimmy eben nicht wirklich und genau das versteht die Serie. Das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein, sondern auch aus Narben die man mit sich trägt.
Unterm Strich wieder eine fantastische Staffel. Figuren, Humor, Schmerz, Timing alles auf hohem Niveau. Keine Leerlaufminute, keine verschenkte Szene.
10/10 Punkten. Wenn Jason Segel mit Cobie Smulders ausgeht, sind Marshall-und-Robin-Vibes unvermeidbar. Irgendwie falsch, irgendwie süß, irgendwie perfekt.