FÄUSTE AUS EISEN, ABER EIN HERZ AUS ZUCKERWATTE
Geon-woo wird neuer Box-Champion und feiert mit seinem Trainer Woo-jin den verdienten Triumph. Hält nur leider nicht lange, denn IKFC-Boss Baek-jeong will ihn unbedingt für seine Underground-Kämpfe verpflichten. Da dieser darauf aber keinen Bock hat, muss Überzeugungskraft geleistet werden, mit gnadenloser Gewalt.
Bloodhounds 2 auf Netflix hat 7 Episoden à ca. 50 Minuten und bringt unsere beiden Prügelhelden zurück. Nur leider mit einer Story, die diesmal deutlich weniger Wumms hat als die erste Staffel.
Das Hauptproblem ist die Handlung tritt lange auf der Stelle. Der Oberboss will seinen Kampf, bekommt ihn aber natürlich nicht sofort. Also wird gestreckt, gesucht, gedroht, rumgefahren und noch ein bisschen gestreckt. Die Polizei rennt ebenfalls durch die Gegend und tut beschäftigt, erzeugt aber ungefähr so viel Spannung wie ein kaputtes Faxgerät.
Wenn die Serie aber das macht, was sie am besten kann, Kämpfen, dann liefert sie wieder ab. Die Fights sind hervorragend choreografiert. Jeder Treffer sitzt, jeder Punch hat Gewicht, egal ob im 1vs1 oder im Hordenmodus durch Häuser, Hotelflure oder im Käfig. Das ist roh, direkt und macht einfach Laune. Der Bösewicht, gespielt von Rain, ist das große Highlight.
Kalt, fies, kontrolliert und angenehm anders motiviert. Kein Weltherrschaftsquatsche, kein Tränenmonolog. Er will einfach nur beweisen, dass er der Beste ist.
Das Finale bringt dann pflichtbewusst die Trainingsmontage, den großen Showdown und den klaren Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Staffel 3. Leider ist gerade die Trainingsphase deutlich schwächer als in Staffel 1. Eine echte Enttäuschung bleibt für mich Woo-jin. Der Mann kassiert gefühlt mehr Treffer als ein Sandsack und gewinnt nichts. Wenn das dein Co-Star ist, darf er mal glänzen und nicht nur simpel Zahnarzttermine sammeln.
Unterm Strich bleibt eine zweite Staffel, die fast überall leicht schwächer ist als die erste, außer beim Antagonisten. Trotzdem bleibt das Ganze unterhaltsam, kurzweilig und kämpferisch auf hohem Niveau.
7/10 Punkten. Wenn eine junge Frau die Polizei nach Belieben vorführt und danach das große asiatische Overacting startet, kann ich keinen mehr ernst nehmen.