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    Thor 3: Tag der Entscheidung
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Thor 3: Tag der Entscheidung
    Von Christoph Petersen
    Thor 2 – The Dark Kingdom“ war trotz eines Donnergottes, der mitten im Showdown einfach mal ein paar Stationen mit der Londoner U-Bahn fährt, einer der dunkleren Filme im Marvel Cinematic Universe (MCU). Und als dann auch noch bekannt wurde, dass der dritte Teil im englischen Original den Untertitel „Ragnarok“ (der Weltuntergang in der nordischen Mythologie) tragen soll, gingen viele Beobachter ganz logisch davon aus, dass in „Thor 3: Tag der Entscheidung“ wohl kaum plötzlich eitel Sonnenschein vorherrschen würde. (Die MCU-Verantwortlichen selbst sollen zwischenzeitlich sogar Angst gehabt haben, dass der Film zu düster werden könnte.) Aber Pustekuchen! Nachdem schon das Anheuern von Comedy-Spezialist Taika Waititi („5 Zimmer Küche Sarg“) als Regisseur sowie Chris Hemsworth‘ Wunsch nach „Guardians Of The Galaxy“-Humor darauf hindeuteten, war dann allerspätestens nach dem Release des ersten Trailers klar: In „Thor 3: Tag der Entscheidung“ wird vor allem auf Gags gesetzt. Und die Wahrheit ist nun sogar noch extremer: In „Thor 3: Tag der Entscheidung“ wird (fast) nur auf Gags gesetzt.

    Nachdem er dem Feuerdämonen Surtur (Stimme im Original: Clancy Brown) seine Hörner abgenommen hat, um so den in seinen Träumen angekündigten Untergang Asgards zu verhindern, reist Thor (Chris Hemsworth) zurück auf die Erde, um dort nach seinem Vater Odin (Anthony Hopkins) zu suchen, den Thors verschlagener Halbbruder Loki (Tom Hiddleston) inzwischen in ein Altersheim in New York abgeschoben hat. Zugleich taucht die Todesgöttin Hela (Cate Blanchett) auf, die einst gemeinsam mit Odin die neun Welten der asgardischen Kosmologie eroberte, dann aber von ihm für Tausende Jahre gefangen gehalten wurde. Als Thor und Loki per Bifrost-Brücke nach Asgard zurückzukehren versuchen, werden sie von Hela aus dem regenbogenenfarbenen intergalaktischen Strahl herausgestoßen. Thor landet so auf dem (erstaunlich bunten) Müllplaneten Sakaar, wo er für den dort herrschenden Grandmaster (Jeff Goldblum) als Gladiator antreten muss und in der Arena überraschend auf einen guten alten Bekannten trifft…


    Der gute alte Bekannte, das wurde schon früh in der Marketingkampagne zum Film offenbart, ist zugleich auch ein großer grüner Bekannter (Mark Ruffalo) – was Thor wiederum mit dem freudigen, der Situation eines Gladiatorenkampfes auf Leben und Tod völlig unangemessenen Ausruf quittiert: „YES! We know each other. He's a friend from work.“ Wäre man gemein, könnte man sagen, dass das nicht nur ein Gag, sondern so ziemlich der einzige Gag des Films ist – schließlich setzt Taika Waititi ab der Auftakt-Konfrontation zwischen dem an einer Kette baumelnden Thor und dem Feuerdämonen Surtur immer und immer und immer wieder auf dieselbe Pointe: Eine vermeintlich dramatische Situation spitzt sich langsam zu – und wird dann durch eine unpassende Bemerkung oder Geste einer Figur plötzlich ironisch gebrochen. Man kann es aber auch positiv ausdrücken: Wir haben selbst beim 50. Mal noch fast genauso laut gelacht wie beim ersten Mal – und das ist eine ziemlich erstaunliche Leistung.

    Dass der „Wo die wilden Menschen jagen“-Regisseur in Chris Hemsworth einen Comedy-Bruder im Geiste gefunden hat, haben die beiden ja schon mit ihrer grandiosen Kurzfilm-Mockumentary über das Abbleiben von Thor während der Geschehnisse in „The First Avenger: Civil War“ bewiesen:


    Auch wenn der Donnergott in den „Avengers“-Filmen einige der besten Gags hatte und die ersten zwei „Thor“-Filme einen beachtlichen Humoranteil aufweisen, wurde man nie ganz das Gefühl los, dass Hemsworth trotzdem noch mit leicht angezogener Handbremse agierte – gerade, wenn man sich dazu im Vergleich seine urkomischen, konsequent szenenstehlenden Gastauftritte in „Vacation“ und „Ghostbusters“ ansieht. Aber damit ist jetzt Schluss: Egal ob er sich komödiantische Schlagabtäusche mit Loki, Dr. Strange (Benedict Cumberbatch), Valkyrie (Tessa Thompson) oder natürlich dem Hulk (die beiden wirken in ihren besten Szenen wirklich wie ein altes zankendes Ehepaar) liefert – das Timing von Hemsworth in dieser intergalaktischen Nummernrevue ist schlichtweg makellos. Nur gegen einen kann er in dieser Hinsicht dann doch nicht anstinken: Die selbstironische Gaga-Performance, die „Jurassic Park“- und „Independence Day“-Star Jeff Goldblum hier als selbstverliebter, seine Untertanen in blauen Schleim transformierender Grandmaster abzieht, entpuppt sich nämlich als pures Comedy-Gold.

    Aber das omnipräsente ironische Augenzwinkern hat auch seine Schattenseiten. Wenn die Dramatik der Heldenreise bereits Dutzende Male der Lächerlichkeit preisgegeben wurde, dann stellt sich der Zuschauer darauf ein – und fiebert nicht plötzlich an seinen Nägeln kauend mit, wenn die spannungslösende Pointe irgendwann doch einmal ausbleibt: So entpuppt sich vor allem das epische Finale – wie schon häufiger bei Marvel – als ziemliche Enttäuschung. Auf der Zielgeraden von „Thor 3“ werden Opfer gebracht, Völker vertrieben und Welten zerstört, aber nichts davon entwickelt irgendeinen emotionalen Punch, kann es nach der vorangegangenen Sketchparade auch gar nicht mehr. Etwas Vergleichbares gilt neben Thors Beziehung zu Loki (hinter den amüsanten Sticheleien fehlt diesmal die zweite, ernsthafte Ebene) vor allem auch für die Rolle der Hela: Als Todesgöttin stimmt die zweifache Oscarpreisträgerin Cate Blanchett (ausgezeichnet für „Aviator“ und „Blue Jasmine“) zwar immer mal wieder mit sichtlichem Spaß in den Trash-Charme des restlichen Films ein, aber in der Figur steckt überaus offensichtlich noch viel mehr emotionales und finsteres Potential, das nun ungenutzt verpufft. Die erste weibliche Antagonistin in einem Marvel-Film ist okay in einer Komödie wie „Thor 3“ – aber in einem nur ein wenig ernsthafteren Comic-Blockbuster hätte es die hirschgeweihtragende Todesgöttin tatsächlich zu einem unvergesslichen Bösewicht bringen können.

    Fazit: Die lustigen Momente in „Thor 3: Tag der Entscheidung“ sind tatsächlich SEHR lustig. Aber zugleich fallen die (zum Glück seltenen) dramatischeren Augenblicke völlig flach und sorgen so vor allem in der zweiten Hälfte doch für einige Längen – solche plötzlichen Wechsel vom brüllend Komischen zum berührend Dramatischen haben etwa im ersten „Guardians Of The Galaxy“ noch deutlich besser funktioniert.
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    Kommentare

    • Sky
      Ehrlich gesagt fand ich Taika Waititi als Regisseur von den Filmen her, die ich von ihm kannte immer gut . . . bis nach 20 Minuten Thor Ragnarok. Ich fand den Film einfach nur elendig schlecht(hieran gibt es erstmal nichts zu kommentieren, denn es ist einfach meine Meinung). Der Humor hat soziemlich jede Spannung die man nur irgendwie hätte aufbauen können sofort im Keim erstickt und jede Konversation dadurch regelrecht zerstört. In Thor (und generell den meisten Marvel Filmen) erwartet man eher Abenteuer/Action und Fantasy/SciFi, und nicht eine lässige Komödie, bei der die Handlung schon eher zur Nebensache wird, solange man nur genügend Witze in alles hereinstopfen kann. Ab einem gewissen Zeitpunkt konnte ich einfach nicht mehr wirklich über die Witze lachen, da ich (im Gegensatz zu meiner Erwartung) gefühlt in einer Seifenoper saß, statt in einem zumindest ein bisschen Spannenden Actionfilm. Für mich hat der Film höchstens ein Rating von 2, da er sein Genre einfach komplett verfehlt hat und einfach keine einzige Konversation ernstzunehmen war.
    • Bond, James Bond
      Für mich der beste Thor-Teil...und in meiner MCU Rangliste, wo ich eine Hälfte gut finde, die andere Hälfte schwach, rangiert Ragnarok auf Platz 5.Außerdem finde ich es persönlich stark übertrieben, dass der Film wegen seinen Gags als Gagparade tituliert wird. So ähnlich wie auch bei The Last Jedi. Ragnarok finde ich nämlich nicht alberner als die beiden Guardians Filme. Die Kritik, dass sich aufbauende Spannung durch Sprüche wieder zunichte gemacht wird, habe ich immer bei den Guardians gesehen.Ansonsten stimme ich zu, dass Comedy-Timing von Hemsworth und Goldblum sind grandios.
    • Hans H.
      Bunt, schrill und optisch ne Wucht. Das war´s aber auch schon. Leider. Was ist denn aus dem sensiblen Hulk geworden? Eine Karikatur. Das passt einfach nicht. Auch Loki, den man in Avengers 1 als eiskalten Killer kennengelernt hat, verkommt hier zum überflüssigen Clown-Sidekick. Thor macht seine Sache gut. Aber insgesamt ist mir das alles nicht ernst genug. Einzig der Auftritt von Doctor Strange bleibt mir in Erinnerung und ich hätte nicht gedacht, dass Kate Blanchet mit ihren fast 50 Jahren eine so tolle Figur hat! Wauzi! Auch halte ich die Comicverfilmungen auch anhand dessen fest, ob ich den Film demnächst nochmal sehen wil. Das ist bei diesem hier leider nicht der Fall. Irgendwann nochmal .... werde ihn mir für 9,90 € bei Media Markt kaufen.
    • Micox
      Weiß echt nicht was hier so viele meckern.. Einer der geilsten Marvel ever..
    • Micox
      Die letzten Marvel Filme haben durchweg enttäuscht..Normalerweise finde ich bewertet FS auch immer viel zu gut..Aber Thor 3 ist einer der besten Marvel Filme überhaupt.. Durchweg gelungen, einfach nur geil lustig und geile Action.. Die Szene mit Dr. Strange ist legendär und die komplette Story, alle Charaktere und und und..Großes Lob und gerne weiter so!!!Wer hier meckert dem ist nicht zu helfen..4,5 Sterne..
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