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Ridley Scott übt scharfe Kollegen-Kritik: Wer 250 Millionen Dollar für einen Film braucht, sollte rausgeschmissen werden
Von Björn Becher — 10.05.2017 um 13:50
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Ridley Scott ist gerade auf Pressetour zu „Alien: Covenant“ und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: Im Interview mit dem Guardian erläutert er seine eigene Arbeitsweise und blickt in diesem Zusammenhang kritisch auf seine Kollegen.

20th Century Fox
Ridley Scott ist 79 Jahre alt und hat schon viel erlebt. Doch er will noch mehr: Derzeit sind ein halbes Dutzend Filme in Planung während der Filmemacher auch noch als Produzent aktiv ist. Dass er nur einen Film pro Jahr drehen kann, nervt ihn sehr, wie er dem Guardian verriet. Doch seine immense Erfahrung im Filmgeschäft habe auch Vorteile. Denn er wisse, wie man einen Film rechtzeitig und im Rahmen der Kosten fertigstellte, was er zwischen den Zeilen einigen Kollegen scheinbar abspricht.

So erklärte Scott, dass sein kommender Film „Alien: Covenant“ normalerweise 100 Drehtage benötigt hätte: „Wir haben es in 74 getan.“ Auch sparsamer sei er, denn er habe gerade mal 111 Millionen Dollar gebraucht und nicht 180 bis 260 Millionen Dollar, die – so in Scotts Worten mitschwingend - ein anderer Filmemacher ausgegeben hätte. „Das ist verrückt, wie viel Geld da bezahlt wird.“ Fazit: „Wenn du 250 Millionen Dollar für einen Film ausgibst, dann hätte man dich schon vor einem Jahr rausschmeißen sollen“, so der Regisseur zu den Kollegen des Guardians.

Laut Scott ist seine Vorbereitung der Hauptgrund dafür, dass er so schnell und kostengünstig arbeite. Es sei fatal am Set aufzutauchen und erst mal zu fragen, was gemacht wird. Es sei fatal darüber zu diskutieren, wo heute die Kameras aufgestellt werden. Die Frage bleibt allerdings, ob Scott nun wirklich glaubt, dass bestimmte im Blockbusterbereich tätige Regie-Kollegen sich vorher darüber keine Gedanken machen und so am Set Zeit und Geld verschwenden?

Während Ridley Scott gerade auf Pressetour für „Alien: Covenant“ (mehr zu dem Prequel in unserer FILMSTARTS-Kritik) ist, bereitet er seine nächsten Projekte übrigens schon vor. In Kürze starten die Dreharbeiten zu „All The Money In The World“ mit u. a. Michelle Williams, Kevin Spacey und Mark Wahlberg. Parallel dazu wird bereits das Drehbuch zu „Alien: Covenant 2“ geschrieben. Der werde dann 2018 gedreht, wie er gerade erst ankündigte.

Daneben ist Ridley Scott auch ein äußerst umtriebiger Produzent und ist an Dutzenden Filmen und Serien beteiligt – zuletzt zum Beispiel an „Taboo“ mit Tom Hardy oder dem Found-Footage-Stoff „Phoenix Forgotten“. Während Neill Blomkamps „Alien 5“, den Scott auch produzieren sollte, nicht kommen wird, bringt Denis Villenueve („Arrival“) unter der Fittiche von Scott mit „Blade Runner 2049“ die Fortsetzung eines anderen Kult-Klassikers des Briten in die Kinos. Wie es dazu kam, erklärte die Regielegende den Kollegen übrigens auch: Die Verantwortlichen der Produktionsfirma Alcon Entertainment seien auf ihn zugekommen und haben ihn informiert, dass sie die Rechte am Film einkaufen. Doch bevor sie dafür viele Millionen ausgeben, wollten sie erst von ihm wissen, ob es Potential für eine Fortsetzung gebe. „Und da habe ich gesagt: ‚Absolut‘. ‚Was ist es?‘, wollten sie wissen. Und da habe ich ihnen geantwortet: ‚Ich sage es euch, sobald ihr mich bezahlt.‘  Und so sei er nun der Produzent des Sequels. Obwohl er keine Zeit hatte, selbst Regie zu führen, habe er sich stark eingebracht und konnte schon versprechen: Der Film „ist gut, sogar sehr gut“.

Während „Alien: Covenant“ am 18. Mai 2017 in die Kinos kommt, müssen wir auf „Blade Runner 2049“ noch bis zum 5. Oktober 2017 warten.




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Kommentare
  • Jimmy V.
    Ganz unrecht hat er nicht. Es ist krass, wie viel Geld für solche Filme verfeuert wird. Ist natürlich oft aber auch die Gage der Stars...Allerdings frage ich mich, gerade auch im Hinblick der Drehtage, ob Scott nicht ein paar Tage mehr hätte ranhängen können, um manches auszubessern.
  • RockYourThoughts
    Avatar ist von James Cameron! Bekannt für Filme wie Piranha 2 oder True Lies! ;-)
  • W.W
    Der Mann sollte mal tief Luf holen und sich eine kurze Schaffenspause gönnen!
  • The_Lavender_Town_Killer
    Alter Opa beschimpft die JugendAber es stimmt schon, die Höhe der Budgets für die meisten Blockbuster heutzutage ist absurd und hinterher wundert man sich in den Studios, dass nicht genug Gewinn erwirtschaftet werden kann.
  • DanielJackson
    was kam sein Robin Hood Versuch noch einmal? na gut, lau boxofficemojo "nur" 200mio, hat er ja noch mal glück gehabt. außerdem darf der Herr nicht vergessen das ein großteil beim Budget zb für die Stars drauf geht, Avengers 2? Cap3? FdK5?Nichts desto trotz hat er schon recht, aber solange die Filme das dann einspielen ist ja alles gut. gibt auch Regisseure die mit weniger Geld, mehr machen können, Michael Bay zb, Bad Boys oder The Rock waren 1000 mal besser als Transformers 2-5(und ich beziehe bewusst den 5 mit rein!) oder Bad Boys 2! Oder Jurassic Park (63mio) zu World (150mio)!
  • Deliah C. Darhk
    Etwas wunderliche Pauschal-Aussage. ^^Na, lass ich den alten Mann mal nörgeln ...
  • WhiteNightFalcon
    Das gibt ein Jain von mir. Leute wie Cameron, Spielberg oder bei sicheren Franchises, wie Bond, Star Wars, Fast & Furious find ich solche Budgets gerechtfertigt. Aber bei Verschwendern ala Wachowski-Geschwister ist es rausgeschmissenes Geld.
  • WhiteNightFalcon
    Da hat nunmal jeder ne andere Sichtweise. Ich finde das Geld perfekt angelegt, weil es das auf die Leinwand zaubert, was ich zb sehen will: Ein Event in großem Actionmaßstab.
  • WhiteNightFalcon
    Doch, wenn es in den künstlerischen Aspekt des Film gesteckt wird, den man sieht schon. Man stelle sich einen 007-Film vor, der nur an einem Ort spielt. Man denke sich, dass ein Terminator 2 mit der Stop-Motion-Technik des ersten Teils gemacht worden wäre, nur um 30 Mio zu sparen.Aber ich weiß, worauf du raus willst. Für gute Filme braucht es kein Megabudget. John Carpenter und M Night Shyamalan zb haben mit kleinen Budgets deutlich bessere Filme gedreht, als mit großen. Auch ein Rocky von 1976 ist trotz seines 1 Mio. Dollar Budgets ein um einiges besserer Film, als ein Rocky 5 mit 30 Mio Budget.
  • Knarfe1000
    Es bleibt dann aber trotzdem Trash. Ich habe auch einige guilty-pleasures, B- und C-Filme, die mir irgendwie gefallen. Trotzdem sind sie nach gängigen Maßstäbe alles andere als gut.
  • Fabian S.
    ... atmen nicht vergessen.
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