Schnell-Bewerter
Mein FILMSTARTS
    Darum enttäuscht "Solo: A Star Wars Story" an den Kinokassen
    Von Carsten Baumgardt — 28.05.2018 um 16:14
    facebook Tweet

    Die Zahlen sind ernüchternd für Disney – und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit: Überall schneidet das Spin-off „Solo: A Star Wars Story“ so schlecht ab, wie kein anderer „Star Wars“-Film zuvor. Wir suchen nach Erklärungen.

    Disney

    Zunächst die Fakten: In Deutschland startete Ron Howards Vorgeschichte zu „Star Wars“-Held Han Solo bei hochsommerlichen Temperaturen mit rund 385.000 Besuchern (inklusive Mittwochspreviews) am ersten Wochenende (24. bis 27. Mai 2018). Das bedeutet zwar Platz 1 in den deutschen Kinocharts für „Solo: A Star Wars Story“, ist aber eine riesen Enttäuschung, weil alle weiteren neun „Star Wars“-Filme weit besser abgeschnitten haben.

    Die Start-Wochenenden der „Star Wars“-Filme in Deutschland:

    • „Star Wars: Die letzten Jedi“ 1,63 Mio. (gesamt: 5,89 Mio.)
    • „Rogue One: A Star Wars Story“ 1,0 Mio. (gesamt: 3,99 Mio.)
    • „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ 2,14 Mio. (gesamt: 9,06 Mio.)
    • „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith” 1,95 Mio. (gesamt: 5,62 Mio.)
    • „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger” 1,85 Mio. (gesamt: 5,70 Mio.)
    • „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung” 1,79 Mio. (gesamt: 8,05 Mio.)
    • „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ 650.000 (gesamt: 5,05 Mio.)
    • „Das Imperium schlägt zurück“ 650.000 (gesamt: 5,05 Mio.)
    • „Krieg der Sterne“ 711.000 (gesamt: 8,02 Mio.)

    Weltweit schwache Zahlen für "Solo"

    Aber nicht nur in Deutschland hinkt das Ergebnis den Erwartungen und Ansprüchen hinterher. In Nordamerika erreichte „Solo: A Star Wars Story“ zum Start nach drei Tagen 83,3 Millionen Dollar (voraussichtlich 101 Millionen am Vier-Tage-Feiertagswochenende) – das liegt deutlich hinter den Prognosen, die zwischen 130 und 150 Millionen Dollar (für vier Tage) betrugen. Zum Vergleich: Das erste aktuelle „Star Wars“-Spin-off „Rogue One“ startete im Dezember 2016 noch mit 155,1 Millionen nach drei Tagen („Star Wars: Das Erwachen der Macht“: 248,0 Millionen, „Star Wars: Die letzten Jedi“: 220,0 Millionen). Dagegen fallen die „Solo“-Zahlen derb ab.

    Unsere Kritik zu "Solo: A Star Wars Story"

    Auch international ist keine Rettung für die 250 Millionen Dollar teure Produktion (ohne Marketingkosten) in Sicht. Lediglich 65 Millionen Dollar kamen am ersten Wochenende außerhalb von Nordamerika zusammen („Rogue One“: 134,9 Mio. ohne China und Südkorea) – wobei Großbritannien mit 10,3 Millionen Dollar für „Solo“ noch vor dem so wichtigen chinesischen Markt (10,1 Mio.) lag. Von den größeren Nationen fehlt nur noch Japan, wo der Han-Solo-Film am 29. Juni 2018 startet. Die Analysten von BoxOfficeMojo rechnen „Solo: A Star Wars Story“ derzeit auf 525 bis 575 Millionen Dollar weltweit zum Ende der Kinoauswertung hoch.

    Enttäuschte Erwartungen

    Aber warum bleibt „Solo“ so weit hinter den Erwartungen zurück? Dafür gibt es mehrere Erklärungsansätze. Dass Disney aus dem bewährten Veröffentlichungsrhythmus (jährlich im Dezember) ausgebrochen ist, hat garantiert nicht geholfen. Fakt ist, dass „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Start: 14. Dezember 2017) vor drei Monaten noch in knapp 300 Kinos lief. Die Gefahr der Übersättigung ist definitiv gegeben. „Star Wars 8“ wurde zudem so kontrovers diskutiert wie höchstens noch George Lucas’ Prequel-Trilogie (von der zwei Filme übrigens auch im Mai starteten). Viele Hardcore-Fans lehnten Rian Johnsons Vision – und vor allem seinen rabiaten Umgang mit der „Star Wars“-Legende Luke Skywalker – schlichtweg ab, und vertraten diese Meinung lautstark. Auch das hallt bis zu „Solo“ nach, weil Nachfolgeprojekte an der Kinokasse immer die Reaktion auf den Vorgänger abbekommen – besonders zum Start.

    Dazu kommen natürlich auch die hohen, kinofeindlichen Temperaturen, die Zuschauer kosten – wobei aber die derzeit große Konkurrenz von „Avengers: Infinity War“ (schon mehr als drei Millionen Besucher in Deutschland) und „Deadpool 2“ (1,2 Millionen nach elf Tagen) diesem Umstand weit besser getrotzt hat. Im Dezember ist der „Neue Star Wars“ (seit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“) immer der Film, an dem sich alle anderen ausrichten müssen, im Mai dagegen ist „Solo“ dann nur eines von drei ähnlich angelegten Werken, die um die Aufmerksamkeit des Publikums kämpfen, wobei „Solo“ im mittlerweile ungewohnten zeitlichen Umfeld rund um den Erdball den Kürzeren gezogen hat.

    Unser Interview mit Alden Ehrenreich

    Aber all das sind nur äußere Umstände, die durchaus wichtig sind, aber den Kern des Problems noch nicht beleuchtet haben. Der Film selbst stand in der Produktion unter keinem guten Stern, die spektakuläre Absetzung der Regisseure Phil Lord und Chris Miller („21 Jump Street“, „The LEGO Movie“) wenige Wochen vor Ende der Dreharbeiten, hat einen Imageschaden hinterlassen, obwohl sich alle Beteiligten die größte Mühe gegeben haben, kein böses Wort übereinander zu verlieren – was sogar geglückt ist. Die Botschaft, die mitschwang: Lord und Miller haben zu viel improvisiert und zu chaotisch gedreht. Ron Howard sprang ein, drehte 70 Prozent der Szenen neu und begradigte die Produktion zu einem unterhaltsamen Werk, das tatsächlich Spaß macht.

    Aber warum ist „Solo: A Star Wars Story“ eigentlich da? Braucht das jemand? Das Marketing hatte darauf keine Antwort parat. Sicherlich nicht, um zu erfahren, wie Han seinen Nachnamen Solo bekam und ganz sicher auch nicht, um Han beim Duschen mit Chewie zuzusehen. Für uns ist „Solo: A Star Wars Story“ ein netter bis guter Unterhaltungsfilm, der das „Star Wars“-Universum launig ein wenig erweitert, aber der Event-Charakter eines „Star Wars“-Films blieb dennoch auf der Strecke.

    "Star Wars" muss ein Event bleiben

    Es ist sicherlich nicht zu gewagt zu behaupten, dass der viel risikoreichere „Solo: A Star Wars Story“-Film von Phil Lord und Chris Miller besser gelaufen wäre – ganz unabhängig von der Qualität. Ein „Star Wars“-Film der beiden Improvisationskünstler hätte etwas Besonderes gehabt. Bei der Konkurrenz von Marvel sind es auch mal die unerwarteten Figuren, die plötzlich die große Kasse einfahren, weil „Black Panther“ den Nerv der Zeit trifft (genauso wie „Wonder Woman“ bei DC) und wo die Kreativen bei „Deadpool“ und der Fortsetzung „Deadpool 2“ auch mal völlig verrücktspielen dürfen, was das Publikum gerade hier ausdrücklich belohnt hat.

    Unser Interview mit Ron Howard

    Das heißt im Umkehrschluss: Wenn das sehr auf Traditionen pochende Disney-Studio mehr Mut zeigt und Kreativität tatsächlich erlaubt, ist es nicht gesagt, dass der gerade angekündigte „Boba Fett“-Spin-off-Film noch weniger einspielt als „Solo“. Vielleicht finden sie ja einen richtig coolen Ansatz, der Boba Fett die Galaxis rocken lässt. Denn der ist nötig, um Disneys Strategie von einer parallelen Veröffentlichung von „Star Wars“-Hauptfilmen und Spin-offs weiterhin erfolgreich zu gestalten. Das Label „Star Wars“ allein reicht nicht mehr!

     

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Kommentare
    • tiptop
      Ich fand den Film super, vorallem da er sich von der Art an die alten Teile anlehnt (nicht inhaltlich wie teil 7). Alles Super!
    • KaptainKabul
      Seh ich komplett anders. Jar Jar Binks war eine personelle Fehlentscheidung und der Episode 1 und 2 waren beide von der Grundstory nicht sehr packend. Aber sie waren konsistent in Ihrem Weltaufbau. Der Letzte Jedi war einfach nur völlig Banane. In dem Film ergibt rein gar nichts Sinn, er ist eine völlige Dekostruktion von allem was Star Wars ist. Eine Beleidigung an die Fans. Wie du Thrawn in den Mund nehmen kannst und gleichzeitg irgendetwas an the Last Jedi gut finden kannst ist für mich völlig unverständlich. TLJ Fehler aufzulisten würde mich mehrere Seiten kosten. George Lucas Fehlentscheidungen in den Prequels wiegen nichtmal ansatzweise so schlimm wie dieses Machwerk.
    • HansGans
      Naja EP8(=EP5) war Durchschnitt. Wie in EP7(=EP4) der mir besser als EP8 gefiel keine neuen Ideen, obwohl es genug tolle Romanvorlagen gibt! Thrawn Trilogie!Schlechteste Star War ever war EP2 den Rotz da und Jar Jar Binks.
    • HansGans
      Disney Star Wars Filme:Rogue One > EP7 > EP8 > SoloAlte Filme:EP4 > EP5 > EP6Neue FilmeEP3 > EP1 > EP2
    • Jimmy V.
      Schon klar, ich habe ja aber auch nur auf die anekdotische Evidenz reagiert. ;)Ansonsten: Der Film hat genug eingespielt, dass es sich lohnte. Es war ja jedem klar, dass der zweite Teil einer Trilogie weniger Kohle macht als der Auftakt, zumal nach so langer SW-Abstinenz. Jedoch stimmt, dass die Kritik an TLJ zum Misserfolg von Solo auf jeden Fall beigetragen hat.
    • Sky-Guy
      Ja, das war bei der Szene an Bord des Millennium Falken in Landos Kleiderschrank.
    • Bruce Wayne
      Ähem, doch? Sogar noch ein wenig schlimmer.
    • Pantau69
      Ich frage mich, warum müssen Geschichten über Han Solo oder Boba Fett gefilmt werden. Ich warte darauf, daß endlich die Geschichte der Entstehung der Jedi sowie der Sith (dunkle Jedi, Sith Lord Tenebrae, Darth Bane, Legionen von Lettow,Orden von Dai Bendu etc.) erzählt wird. Hier könnte auch wieder mehr der Zauber der allerersten Filme einfliessen. Das wären viel interessantere Geschichten.
    • Glenn Arias
      Han Solo ist eine Figur, mit der viele einfach Harrison Ford verbinden. Jemand anderen wollen sie nicht wirklich in der Rolle sehen.Des weiteren weckt ein Spin Off einer bekannten Figur wahrscheinlich einfach nicht so viel Interesse wie ein neuer Hauptfilm.Kombiniert man das mit den negativen Nachwirkungen des letzten Films und den ungünstigen Starttermin, dann ist das schlechte Ergebnis von Solos solo Film gut zu verstehen.
    • Pumm T.
      Ich bin Star Wars Fan seit meiner Kindheit und mir gefiel TLJ sehr gut und dennoch schau ich solo nicht im Kino, weil mich der Film einfach nicht interessiert. Mir reicht der auf BlueRay
    • as140
      Aber sie lernen anscheinend nicht. Hätte Disney die Kritik an Last Jedi verstanden, hätten sie den Starttermin für Ep 9 ein paar Monate verschoben, um mehr Arbeit ins Drehbuch zu stecken.
    • as140
      Man könnte da schon fast Ähnlichkeiten mit dem DCEU feststellen...DC befindet sich nicht annähernd in so einer Abwährtsspirale.
    • as140
      In meinem Bekanntenkreis fanden die meisten TLJ gut bis sehr gut (aber eher gut).Tjo, es geht aber nicht um Bekanntenkreise, sondern um die Mehrheiten. Und wenn es der Mehrheit gefallen hätte, wären die Reviews besser ausgefallen, hätte der Film nicht 700 Mio. weniger eingespielt als Ep 7 und dann hätte Solo einen besseren Kinostart hingelegt.
    • as140
      Rogue One ist der einzige Disney Star Wars, der gut gelaufen ist.
    • as140
      Ich denke TLJ war kein schlechter Film. Aber er hat Star Wars die Magie genommen.Das ist das Hauptproblem. Wäre es ein 0815 Scifi-Blockbuster, dann wäre er sicher auch positiver aufgenommen werden. Aber er fühlte sich nicht sonderlich nach Star Wars an.
    • as140
      Das stimmt. Eine gut durchdachte Trilogie von Disney hätte erstmal gereicht. Und auch bitte längere Abstände wie früher. Man musste zwar 3 Jahre zwischen den Filmen warten, hat aber auch gemerkt, dass viel Arbeit dadrin steckte.
    • V_ossi
      Hab den Film gestern gesehen und stelle mal die steile These auf: Am Film selbst liegt es nicht.Unsere* Meinung und die Artikel, die hier und sonst so im Internet in letzter Zeit aufgetaucht sind, würde ich Zusammenfassen mit:- Zu Viel- Zu Oft- Zu MainstreamigDie turbulente Produktionsgeschichte, die Rogue One ja auch hatte, ist zwar für den Film Nerd in mir interessant, ändert aber mMn nicht so viel am Einspielergebnis. Dafür ist das einfach ein zu spezielles Thema, das gar nicht Jeder mitbekommt.Viel schlimmer ist mMn, dass sich Star Wars nicht mehr nach etwas Besonderem anfühlt. Bis zu Ep. VII waren das halt 6 Filme, die zum popkulturellen Allgemeinwissen gehörten und weiterem Material für die Fans drum herum. Seit Disney aber zugeschlagen und Star Wars gekauft hat, wird man gefühlt von Star Wars erschlagen, aber man scheint keine so konsistente Strategie, wie bei Marvel zu haben.Hier Ep. VII (aka. Ep. IV Remake) um den Hype wiederzubeleben, dann Rogue One, ein Kriegsfilm um etwas Diversität ins Star Wars Universum zu bekommen, dann Ep. VIII, der dem direkten Vorgänger in vielen Punkten diametral gegenüber steht und jetzt Solo, der wieder den Stil wechselt und den geneigten Fan mit der Frage zurück lässt: Quo vadis, Star Wars?Man hätte einfach einen klareren Plan für Star Wars haben und den auch besser kommunizieren müssen, anstatt sich nur auf den Namen zu verlassen.Wie wäre es mit einer neuen, zusammenhängenden und konsistenten Trilogie gewesen und Ablegerfilmen, die alleine funktionieren, aber eine übergreifende Story erzählen?*Waren zu Dritt im Kino und haben recht unterschiedliches Hintergrundwissen zu den Filmen.
    • Darth Doom
      Ja, Rogue One beweist es.
    • Kay Krause
      Fand ihn bei der letzten Sichtung sehr schwer verdaulich und langatmig. Vielleicht ändert sich das wieder. Damals im Kino fand ich ihn mit jeder Sichtung besser.Aktuell ist mein Stand: Film zu lang, Johnsons Ansatz klasse, Darstellung der Macht im Film (wie es Luke erklärt) ebenfalls klasse. Der Hänger in der Mitte stört mich nur sehr stark.
    • Kay Krause
      Ich habe mich schon auf so eine Antwort gefreut! :D
    Kommentare anzeigen
    Folge uns auf Facebook
    Die beliebtesten Trailer
    Guns Akimbo Trailer OV
    Morbius Trailer DF
    Black Widow Trailer OV
    Die Hochzeit Trailer DF
    Birds Of Prey: The Emancipation Of Harley Quinn Soundtrack-Trailer OV
    James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben Trailer DF
    Alle Top-Trailer
    Alle Kino-Nachrichten
    5 Gründe, warum "Harry Potter 8" kommen wird!
    NEWS - Reportagen
    Samstag, 18. Januar 2020
    Chewbacca in "Star Wars 9": Habt ihr diese wichtige Szene überhaupt bemerkt?
    NEWS - Im Kino
    Samstag, 18. Januar 2020
    Chewbacca in "Star Wars 9": Habt ihr diese wichtige Szene überhaupt bemerkt?
    Fox ist tot: Disney schafft legendären Studio-Namen ab
    NEWS - Reportagen
    Freitag, 17. Januar 2020
    Fox ist tot: Disney schafft legendären Studio-Namen ab
    Die neuesten Kino-Nachrichten
    Neustarts der Woche
    ab 16.01.2020
    Bad Boys For Life
    Bad Boys For Life
    Von Adil El Arbi, Bilall Fallah
    Mit Will Smith, Martin Lawrence, Vanessa Hudgens
    Trailer
    1917
    1917
    Von Sam Mendes
    Mit George MacKay, Dean-Charles Chapman, Mark Strong
    Trailer
    Lindenberg! Mach dein Ding!
    Lindenberg! Mach dein Ding!
    Von Hermine Huntgeburth
    Mit Jan Bülow, Detlev Buck, Max von der Groeben
    Trailer
    Weathering With You - Das Mädchen, das die Sonne berührte
    Weathering With You - Das Mädchen, das die Sonne berührte
    Von Makoto Shinkai
    Trailer
    Viva The Underdogs - A Parkway Drive Film
    Viva The Underdogs - A Parkway Drive Film
    Von Allan Hardy
    Trailer
    Vom Gießen des Zitronenbaums
    Vom Gießen des Zitronenbaums
    Von Elia Suleiman
    Mit Elia Suleiman, Gael García Bernal, Tarik Kopty
    Trailer
    Filme veröffentlicht in der Woche
    Back to Top