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    Die besten Filme des Jahres 2018 (von Tobias Tißen)
    Von Tobias Tißen — 25.12.2018 um 16:00
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    Zum Ende des Jahres präsentieren wir euch täglich die Top-10-Liste eines FILMSTARTS-Mitarbeiters mit den besten Filmen, die 2018 regulär in den Kinos angelaufen sind. Heute mit den Lieblingsfilmen von Redakteur Tobias Tißen.

    Koch Films

    2018 war ein durchwachsenes Kinojahr, das mir vor allem durch seine missratenen Blockbuster in Erinnerung bleiben wird: „Black Panther“, „Ready Player One“, „Verschwörung“, „Jurassic World 2“, „Phantastische Tierwesen 2“, „Tomb Raider“, „Pacific Rim 2“, „Meg“ – keiner dieser horrend teuren, künstlerischen Entgleisungen wusste mir zu gefallen und so ist der Film, der aus meiner Liste am ehesten die Bezeichnung „Blockbuster“ verdient, auch Damien Chazelles Neil-Armstrong-Biopic „Aufbruch zum Mond“ (Budget: 59 Millionen Dollar).

    Doch anstatt mich darüber zu ärgern, was für lieblose Stangenprodukte Hollywood zuletzt in die Welt geblasen hat, möchte ich an dieser Stelle lieber mein absolutes Highlight des Filmjahres 2018 ins stroboskopartig pulsierende Rampenlicht stellen: Nicolas Cage, der seine debilsten Grimassen aus „Face/Off“, „Con Air“ und „Wicker Man“ noch einmal aufgesetzt und für das Psychedelic-Splatter-Meistwerk „Mandy“ zusätzlich noch mit einer Extraprise Wahnsinn gewürzt hat. Von der Leistung des Ex-Megastars, der in den vergangenen Jahren hauptsächlich durch hastig heruntergekurbelte C-Film-Reißer schlurfte, kann sich selbst „Tanz der Teufel“-Aushängeschild Bruce Campbell, seines Zeichens Großmeister des blutverschmierten Psycho-Grinsens, noch eine dicke, fleischige Scheibe absägen.

    Koch Media
    Nicolas Cage in „Mandy“

    Darüber hinaus möchte ich euch noch zwei Filme ans Herz legen, die es leider nicht auf das Siegertreppchen geschafft haben, bei denen ich aber nicht umherkomme, ihnen ein paar warme Worte zu widmen:

    Zum einen „A Prayer Before Dawn“, in seiner ersten Hälfte ein wahnsinnig brutaler und bitterer Gefängnisfilm, danach packendes Boxer-Drama  und wohl das Kinoerlebnis, das mir 2018 am meisten an die Nieren ging. Zum anderen die nicht viel weniger nierenstrapazierende, am Ende des Zweiten Weltkriegs angesiedelte Machtmissbrauchs-Studie „Der Hauptmann“ von Robert Schwentke („R.E.D.“). Dieses oft ins bitterbös Groteske abgleitende Drama protzt mit grandiosen Schwarz-Weiß-Bildern, ist herausragend gespielt (Hi, Frederick Lau) und stellt die Hässlichkeit und Sinnlosigkeit des Krieges gnadenlos ins Schaufenster, wodurch er ebenso verstört wie er auf grausame Weise unterhält.

    Platz 1: "Mandy"

    Nach meiner Lobeshymne auf Nic Cages Leistung ist es wohl keine Überraschung mehr, dass Panos Cosmatos‘ „Mandy“ auch auf dem Goldmedaillenplatz meiner Liste landet. Schließlich haben mich auch erst wenige Filme im Kino so überwältigt – aus den vergangenen Jahren fallen mir da nur „Mad Max: Fury Road“ und „Blade Runner 2049“ ein. Und das liegt weniger an Handlung oder Figuren als an dem audiovisuellen Wahnsinn den der Kanadier griechischer Abstammung da auf die Leinwand gebannt hat: Psychedelisch flimmernde, grobkörnige Bilder treffen auf den dröhnenden, jauchzenden, im positivsten Sinne ohrenbetäubenden, letzten Score des Anfang des Jahres leider verstorbenen Jóhann Jóhannsson, dazu Cage und ein paar schmackhafte Gewaltexzesse. Mehr will ich doch gar nicht.

    Platz 2: "Aufbruch zum Mond"

    Auf Platz zwei landet quasi der exakte Gegenentwurf zu „Mandy“. Die Neil-Armstrong-Biographie „Aufbruch zum Mond“ von Regie-Wunderkind Damien Chazelle ist zwar auch ein audiovisuelles Meisterwerk, jedoch auf einer unglaublich majestätischen statt abgründig verstörenden Ebene. Der Soundtrack von Chazelles Stamm-Komponist Justin Hurwitz (bekam gleich zwei Oscars für „La La Land“) ist ein Sammelsurium verschiedenster Stilrichtungen – und untermalt dennoch jede Szene in absoluter Perfektion. Dazu kommen die beeindruckendsten und mitreißendsten Weltraum-Sequenzen überhaupt. Ich bin und bleibe Fan des Regisseurs, den ich übrigens zum Film interviewen durfte. Schade, dass auch er als nächstes eine Serie macht…

    Mein Interview mit Damien Chazelle zu "Aufbruch zum Mond"

    Platz 3: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"

    Der Konsens-Film des Jahres. Unter uns FILMSTARTS-Mitarbeitern gab es höchstens ein oder zwei, bei denen „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ nicht auf einem der vorderen Plätze ihrer Liste landete. Und auch wenn es mittlerweile langweilig wird, muss auch ich mich anschließen. Denn Regisseur und Autor Martin McDonagh gelingt es tatsächlich, sein meisterhaftes Spielfilm-Debüt „Brügge sehen… und sterben?“ noch um ein My zu übertreffen und das Zusammenspiel von wahnsinnig tragischen und zum Brüllen komischen Momenten, das niemand so sehr in Einklang zu bringen vermag wie er, auf die absolute Spitze zu treiben. Und muss ich jetzt noch irgendwas über die Leistung von Sam Rockwell sagen? Ich denke nicht.

    Die weiteren Platzierungen

    Die besten Filme ohne deutschen Kinostart

     

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    Kommentare
    • sprees
      Ich glaube schon, dass sich nicht gerade wenig Leute von solchen Faktoren beeinflussen lassen. Gerade die Leute die ins Kino mitgeschleppt werden. Natürlich gibt es die Enthusiasten die das nicht kümmert aber es werden große Filmstarts dann nicht in diesen Zeitraum gelegt und überschneiden sich dann mit anderen Laufzeiten. Somit sind WM und der Hitzesommer schon Faktoren die es zu beachtet gilt. Wie groß die nun ins Gewicht fallen darüber lässt sich dann streiten aber als blöde Vermutungen sehe ich sie nicht
    • BlackWidow.
      Langweilige Liste. Außer Wind River. Der war Bombe.Wo sind die besten Filme wie Avengers: IW, Was läuft in der Redaktion nur falsch ;).
    • BlackWidow.
      Echt?Von Wind River abgesehen, die Liste der gepflegten Langweile.
    • BlackWidow.
      Du kannst die Leute nicht zwingen ins Kino zu gehen. Wenn nur bestimmte Zielgruppen angesprochen werden. Unabhängig von der blödesten aller Vermutungen (WM, Rekordsommer). Ich gehe auch während Großereignisse und bei der schlimmsten Hitze ins Kino. Wenn was läuft das mich anspricht.
    • EgyptPumpkin
      Ich habe noch nicht alle sogenannten Blockbuster dieses Jahres gesehen, aber gemessen an dem, was ich gesehen habe, war das Jahr ebenfalls eine Enttäuschung. Freue mich tatsächlich ein bisschen darüber Black Panther in der Liste der Enttäuschungen von Tobias Tißen zu sehen. Für mich macht der Film nahezu nichts wirklich besonders gut. Alles ist irgendwie nur ok.
    • TresChic
      @ Herr Tißen: Mandy auf Platz 1. Respekt! ;-)
    • OzzieCobblepot
      Frohe Weihnachten! Ich schreibe auch gern einen Brief bzw eine Mail an Filmstarts um für dich Stellung zu beziehen, da ich den Umgang mit dir, aus dem was ich bisher zumindest weiß, wirklich unangebracht finde. Ich würde nur gerne vorher den Austausch lesen, um mir von dem, was die Begründung für die Sperrung gewesen ist, ein deutliches Bild machen zu können. Ich schreibe auch gern einfach so etwas, aber ich würde mich sicherer und berechtigter fühlen, wenn ich weiß, was genau abgelaufen ist.
    • Bruce Wayne
      Schön dass du das nicht auf dir sitzen lässt. Es gibt genug Leute die hinter dir stehen und Filmstarts für ihre Entscheidungen kritisieren.
    • Heyho
      Habe den ersten Usern jetzt den Schriftverkehr von mir und Carsten geschickt. Die kennen sich im Medienbereich sogar gut aus und wissen wie ich mich wehren kann gegen den Rufmord seitens Filmstarts. Alternativ würde ich vorschlagen mich einfach wieder freizuschalten und zuzugeben dass die Homophobievorwürfe unangebracht waren. Wäre schön wenn ein paar User hier mal fs ins Gewissen reden. Frohe Weihnachten euch.
    • sprees
      Möchte gar nicht so sehr auf die Liste eingehen sondern auf die Einleitung zum Kinojahr 2018. Ich fand es auch kein geschichtsträchtiges Kinojahr.Ich fand vorallem, die Mitte (Blockbuster) geht Hollywood so langsam verloren. Dieses Jahr haben es nur 7 Filme in die Top 100 der umsatzstärksten Filme aller Zeiten geschafft. 2017 waren es immerhin noch 12 Streifen. Nicht nur die Qualität (Natürlich Geschmackssache) sinkt sondern auch das Interesse. Erstmal seit langer Zeit sind in Deutschland weniger als 100 Mio Kinobesucher gezählt worden. Die letzten Jahre um die 120-130 Mio. Das ist ein starker Rückgang. Natürlich kann man das nicht nur an der Qualität der Filme festmachen. Rekordsommer und WM haben bestimmt auch eine Rolle gespielt aber trotzdem bin ich mir sicher das eben auch die Qualität der Filme ausschlaggebend dafür war. Wenn da für die Mitte nicht mehr genügend Qualität kommt dann überlegt man sich 5 mal ob man heute mal so eben für 10-15 Euro ne Karte ziehtDeswegen hoffe ich auf ein spannenderes und erfrischenderes Kinojahr 2019 als 2018
    • Bruce Wayne
      Ganz nett.
    • OzzieCobblepot
      Mandy war auch mein Platz 1
    • Sentenza93
      Kann man so stehen lassen. :)
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