Zurück in den Ozean mit Dorie, Marlin und Nemo!
Pixar war in den 2000ern der König unter den Animations-Studios. In den 2010ern jedoch wurde die Konkurrenz immer größer mit Filmen wie „Drachenzähmen leicht gemacht“. Pixar selbst hatte einige Erfolge weiterhin („Alles steht Kopf“), aber auch einige erste Totalausfälle („Cars 2“) und war die meiste Zeit eher… unterwältigend. Bis dato hatte sich das Studio mit Fortsetzungen noch eher zurückgehalten und diese eher sorgfältig geplant, wie die „Toy Story“-Sequels. Andere, wie „Cars 2“ hingegen, wirkten deutlich einfallsloser. Doch Pixar wollte nach „Toy Story 3“ offenbar wieder an das erfolgreiche Sequel-Zeitalter anknüpfen und brachte 2016 die Fortsetzung zu einem ihrer größten Hits raus: „Findet Nemo“. Der neue Film, welcher 13 Jahre nach dem ersten Teil erschien, hieß nun „Findet Dorie“. Sehr einfallsreich… Doch das Endergebnis ist ein überraschend unterhaltsames Pixar-Abenteuer, das sich auch zehn Jahre später noch gut gehalten hat.
Nachdem Nemo von seinem Vater Marlin und Dorie wieder gefunden wurde, erinnert sich der blaue Doktorfisch Dorie plötzlich an ihre Eltern. Sie beschließt sich auf die Suche zu machen, obwohl sie nicht weiß, wer sie sind, wo sie sind und ob sie überhaupt noch leben. Doch schnell findet sie einen Hinweis, der sie in ein großes Auswilderungs-Aquarium führt…
Dass man den Spieß jetzt umdreht mit Dorie als Protagonistn, wirkt etwas langweilig, aber die Story ist tatsächlich deutlich mehr als das. Zugegeben, die ersten zehn Minuten des Films sind nicht so spaßig wie der Rest und wirken etwas gehetzt. Aber sobald Dorie & Co im Auswilderungs-Aquarium eintreffen, wird der Streifen deutlich besser. Das liegt vor allem an den neuen Figuren, wie Hank, dem Oktopus. Der bringt eine schöne neue Dynamik in die Geschichte, während viele andere Charaktere für den nötigen Witz da sind. Und sowohl Dorie als auch Marlin bekommen etwas mehr Tiefe als Figuren. Am besten gefällt mir aber am Ende vielleicht sogar die kraftvolle und positive Message, wie auch schon im ersten Film. Da hat Regisseur Andrew Stanton, der auch den ersten Teil drehte, wieder beste Arbeit geleistet!
Dennoch ist „Findet Dorie“ nicht ganz so stark wie „Findet Nemo“: Die Story hat wie gesagt einige Holpersteine und in meinen Augen leidet der Film unter zu viel hektischer Action. Dabei ist diese sehr unterhaltsam, besonders das Finale im Truck! Am Ende fühlt sich „Findet Dorie“ aber mehr wie ein kleiner, unterhaltsamer Kurztrip mit schönem Ende an, während „Findet Nemo“ immer noch eine emotionale Reise ist.
Optisch hat Pixar hier nochmal eine Schippe obendrauf gelegt. Die Wassereffekte sind unfassbar realistisch und besonders die Animationen von Hank sind ein Genuss. Und der Score von Thomas Newman, der bereits Teil 1 so wundervoll vertont hat, hat ein paar herrliche neue Themen, behält aber seine melancholische Grundatmosphäre.
Ich muss aber auch etwas zur Synchronisation sagen, denn gerade die war im ersten Teil fabelhaft und machte einige Figuren so charmant. Christian Tramitz und Anke Engelke als Marlin und Dorie sind zum Glück wieder dabei und klingen zwar ein Stück älter, aber immer noch enthusiastisch. Ohne die beiden würde der Film im Deutschen nicht funktionieren. Besonders Engelke zeigt wieder, was für eine begabte Synchronsprecherin sie nach wie vor ist! Nur schade, dass Jean Pütz als Herr Rochen nicht mehr dabei ist…
Fazit: „Findet Dorie“ ist eine unterhaltsame und kurzweilige Fortsetzung mit wichtiger Botschaft für Groß und Klein. An Teil 1 reicht der Film zwar nicht heran, aber es ist schön noch mal ein Abenteuer mit all diesen liebevollen Figuren aus meiner Kindheit zu erleben.