Eigentlich haben wir bei „Passengers“ zwei Filme in einem, die auch nur bedingt ein rundes Ganzes ergeben. Der erste Teil präsentiert uns eine schöne Romanze mit Jennifer Lawrence, die eigentlich gar nicht schlecht schauspielern kann und Chris Pratt, der hier ebenfalls extrem passend besetzt ist. Das erste Kapitel des Films muss Pratt auch alleine bestreiten und etabliert sich hier als der sympathische, hemdsärmelige, coole Typ, den wir auch schon in „Jurassic World“ gesehen haben. Diese Rolle ist einfach ideal für ihn. Nach einer folgenschweren Entscheidung verbringt er dann mit Jennifer Lawrence eine schöne gemeinsame Zeit auf dem Raumschiff, dass cool gestylt ist und wie ein Luxus-Kreuzfahrtschiff daherkommt. Die sich zart entspinnende Romanze zwischen den beiden ist schön und auch glaubhaft inszeniert.
Als echter Szenendieb entpuppt sich aber der Barmann Michael Sheen in einer lässigen Shining-Hommage. Er ist am Ende auch der Auslöser für die weitere tragische Entwicklung der Liebesgeschichte, wofür man ihm noch nicht mal richtig böse sein kann, immerhin ist er auch nur eine KI. Relativ kurz danach kippt dann der Film auch und wird zu einem aufregenden SciFi-Action-Abenteuer, dafür muss die Liebesgeschichte dann auch mal kurz ausgesetzt werden. Hier ist die Story aber dann tatsächlich hochdramatisch und richtig spannend. Allerdings wirkt es eben so, als ob hier zwei Filme getrennt voneinander existieren, oder Regisseur Moretn Tyldum konnte sich nicht entscheiden, in welche Richtung er galoppieren will. Dennoch sind sowohl die Lovestory als auch die SciFi-Action wirklich gut gelungen, nur die Verbindung der beiden Teile will nicht so recht gelingen.
Schauspielerisch sind die beiden Protagonisten selbstredend über jeden Zweifel erhaben, vor allem Jennifer Lawrence ist wieder mal einfach umwerfend. Über Michael Sheen als Scene-Stealer haben wir schon gesprochen, dann gibt es noch in einem kleinen aber auch sehr dramatischen Gastauftritt Laurence Fishburne und Andy Garcia mit einer Screentime von etwa 20 Sekunden. Das Kernstück von „Passengers“ bildet aber ganz eindeutig die Optik. Was Kameramann Rodrigo Prieto hier veranstaltet ist schlichtweg atemberaubend, allein die Szene im Schwimmbad, wenn die künstliche Schwerkraft ausfällt, ist absolut fantastisch und schon jetzt legendär.
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Der Film verschenkt eine ganze Menge Potenzial, indem die moralischen und ethischen Implikationen, die James‘ Entscheidung, Aurora aufzuwecken, mit sich bringen, komplett ausgeblendet werden. Sie sagt zwar mehrfach „Dun hast mir mein Leben genommen“, was ja faktisch auch eigentlich so ist, aber mehr wird daraus nicht gemacht. Es passiert keine Aufarbeitung und keine Auseinandersetzung, das schwächt den emotionalen Impact des Films spürbar ab und ist auch der Grund, warum es bei mir deshalb zu einem Downgrading von mindestens 1 Punkt kommt.
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FAZIT: Eindrucksvoll inszenierter SciFi-Film, der erst als wunderschöne Romanze beginnt, dann aber in ein krachendes Abenteuer-Spektakel abbiegt. Visuell fantastisch, handwerklich top! Von mir gibt’s eine klare Empfehlung, nicht nur für Science Fiction-Fans.