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    Freddy vs. Jason
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Freddy vs. Jason
    Von Morton Gudmonsdottir
    1981 trieb Jason Voorhees als fieser Killer das erste Mal auf der großen Leinwand sein blutiges Unwesen - im „Freitag, der 13.“-Sequel. Es folgten acht weitere Fortsetzungen - Jason stieg zum Kult auf. Gleiches Muster gilt für den Schlitzer Freddy Krueger, der es mit „Nightmare On Elm Street“ insgesamt auf sieben Leinwandeinsätze (1984 bis 1994) brachte. C-Movie-Regisseur Ronny Yu vereint die beiden Kultkiller nun in dem ersten gemeinsamen Aufeinandertreffen in „Freddy Vs. Jason“. Leider ist das Ergebnis zwiespältig. Die Blut spritzt zwar Genre-gerecht aus allen Kanälen, dafür ist das Schlächter-Gipfeltreffen wenig originell und teils haarsträubend schlecht gespielt.

    Freddy Krueger (Robert Englund) schmort in der Hölle - buchstäblich. Inzwischen sind fast zehn Jahre vergangen, seit er die Träume seiner Opfer heimsuchte, um so blutige Rache für sein eigenes Schicksal zu nehmen. In Springwood hat man seinen Amoklauf systematisch verdrängt - niemand will sich an Freddy erinnern. Potenzielle Opfer werden unter Drogen gesetzt, damit sie nicht träumen, und schon ist der Meister des Albtraums machtlos. Heute hat keiner mehr Angst vor Freddy - was dem egomanischen Psychopathen wahrlich Höllenqualen bereitet, denn er hält sich selbst für eine Legende. Wie ein lebenslänglich Verurteilter kann Freddy nur noch irrwitzige Rachepläne schmieden, die er nie in die Tat umsetzen wird.

    Doch dann erweckt er jenen wahnsinnigen Jason Voorhees (Ken Kirzinger) zu neuem Leben, der genau wie er selbst als Killer Kultstatus genießt. Freddy benutzt Jason, um die Elm Street erneut in Angst und Schrecken zu versetzen und so für sich selbst ein Schlupfloch zu schaffen, durch das er dem Fegefeuer entkommen kann. Freddy begreift nämlich blitzschnell, wie einfach man Jason manipulieren kann, und er bringt den Serienmörder dazu, seine Schreckensherrschaft in Springwood fortzusetzen. Als Jason sich durch die Elm Street metzelt und die Bewohner auch Freddy wieder fürchten lernen, muss dieser allerdings feststellen, dass Jasons Blutdurst nicht mehr zu stillen ist - er hat nicht vor, Freddy das Feld zu überlassen. Entsetzen lähmt die Stadt, als sie unversehens zwischen diese Titanen des Horrors gerät, die in einem schaurigen Showdown von ungeheuren Ausmaßen aufeinandertreffen - wobei sich die Welt der Träume nicht mehr von der rauen Wirklichkeit trennen lässt. Das finale Gemetzel besteht vor...

    Warum die Produzenten die zwei Killer, die einst von Wes Craven („Nightmare On Elm Street“) und Victor Miller („Freitag, der 13.“) konzipiert wurden, gemeinsam in die Schlacht schicken, leuchtet auf den ersten Blick ein. Die letzten Ausläufer beider Serien interessierten außer die hartgesottenen Fans niemanden mehr. Mit dem Coup der Vereinigung – Anti-Superheld gegen Anti-Superheld – sollte dem nachwachsenden Teenie-Publikum noch einmal etwas Neues geboten werden. Das Rezept ging zumindest an der US-Kinokasse auf. „Freddy Vs. Jason“ passierte dort die 80-Millionen-Dollar-Grenze.

    Inhaltlich bietet die Schlächter-Mär im Doppelpack allerdings nur Hausmannkost. Alle bekannten Versatzstücke des Genres sowie der beiden Serien wurden zusammengerührt und zu „Freddy Vs. Jason“ verarbeitet. Schade nur, dass mit Ronny Yu („The Bride Of Chucky“) ein wenig versierter Regisseur diese Aufgabe übernommen hat. Der ursprünglich vorgesehene, talentiertere Guillermo del Torro drehte stattdessen lieber „Blade 2“. So durfte Yu ran. Sein „Freddy Vs. Jason“ bedient die Zielgruppe zwar solide mit einer Blutorgie, aber leider ist der Film so uninspiriert, dass höchstens die eingestreuten Zitate zu etlichen Vorgängerfilmen für Pluspunkte sorgen. Wirkliche Spannung kommt kaum auf, die Dialoge sind teils so haarsträubend wie die Storywendungen (das Debütanten-Duo Damian Shannon und Mark Swift zeichnet dafür verantwortlich). Die mäßig talentierten Darsteller wie Monica Keena („Orange County“, „Dawson’s Creek“) und R’n’B- und Popsternchen Kelly Rowland (von Destiny’s Child) tragen ihr übriges bei. Immerhin darf Langfinger Robert Englund seine Standardnummer herunterspielen - Ken Kirzinger (der Kane Hodder ersetzt) muss seinen Jason sowieso hinter der Hockeymaske verstecken. Aber große Kunst ist von dem hauptberuflichen Stuntkoordinator („X-Men 2“) und Aushilfsschauspieler eh nicht zu erwarten.

    Zugute halten muss man „Freddy Vs. Jason“ dennoch, dass er die Hardcorefans nicht enttäuschen wird. Schließlich liefert er ihnen die standesgemäßen Blutfontänen – in der heutigen Zeit natürlich digital aufgepeppt – und frisches, knackiges Opferfleisch. Wer sich nicht zur Fangemeinde zählt, sollte um „Freddy Vs. Jason“ besser einen großen Bogen machen, denn neue Anhänger wir der Film den Serien wohl nicht bringen. Und das, worauf alle warten – das Duell zwischen Freddy und Jason – findet Dramaturgie-gerecht erst im Finale statt. Davor herrscht oft blutiger Leerlauf.
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