„Adolescence“ mausert sich tatsächlich mehr und mehr zum „Rentierbaby“ des aktuellen Serienjahres. Hat die vergleichsweise kleine britische Miniserie im Vorfeld kaum jemand auf dem Schirm gehabt, generiert die an die Nieren gehende Geschichte um einen 13-Jährigen, der seine Mitschülerin umgebracht haben soll, aktuell mehr und mehr Aufmerksamkeit.
Schon nach den ersten vier Tagen stand fest, dass „Adolescence“ mit 24,3 Millionen Views den bislang besten Start einer fiktionalen Netflix-Serie im Jahr 2025 hingelegt hat, noch vor dem Harlan-Coben-Hit „Ich vermisse dich“, der zweiten Staffel „The Night Agent“ und der Robert-De-Niro-Serie „Zero Day“. Und in seiner ersten vollen Woche hat das One-Shot-Drama hier jetzt noch mal eine deutliche Schippe draufgelegt.
"Adolescence": Satte Steigerung in Woche 2
Es ist nicht ungewöhnlich, dass beliebte Netflix-Serien in ihrer zweiten Woche mehr Viewzahlen verzeichnen als in der ersten, da hier durch die üblichen Starts am Donnerstag oder Freitag in der Auftaktwoche weniger Tage in die Statistik einzahlen.
Dass „Adolescence“ in Woche 2 (17. bis 23. März 2025) nun aber sage und schreibe 42 Millionen Views verzeichnen kann und damit die Zahlen aus der Vorwoche fast verdoppelt, ist eine beachtliche Leistung und macht deutlich, dass sich – ähnlich wie einst bei „Rentierbaby“ – gerade erst nach und nach rumspricht, mit was für einer Serien-Perle man es hier zu tun hat.
Auf dem besten Weg zu einer der erfolgreichsten Netflix-Serien aller Zeiten
Insgesamt kommt „Adolescence“ damit nun auf einen Wert von 66,3 Millionen Views nach nur elf Tagen – und bricht damit prompt noch einen Rekord: Noch nie wurde eine Netflix-Miniserie (nein, auch nicht „Rentierbaby“) innerhalb der ersten zwei Wochen so oft geschaut.
Ein Sprung in die Liste der meistgeschauten englischsprachigen Netflix-Serien aller Zeiten ist damit mehr als wahrscheinlich. Hier rangiert derzeit die zweite Staffel des Historien-Hits „Bridgerton“ mit 93,8 Millionen Views auf Platz 10. Es fehlen „Adolescence“ also nur noch 27,5 Millionen Views, um vorbeizuziehen.
Und da für die Top-10 die Werte relevant sind, die ein Titel in den ersten 91 Tagen nach Release erzielt, hat „Adolescence“ hierfür sogar noch jede Menge Zeit. So ist wohl nicht die Frage, ob die Serie in der All-Time-Top-10 landet, sondern vielmehr auf welchem Platz sie sich letztlich einsortiert.
"The Electric State" und "The Residence" haben keine Chance gegen "Adolescence"
Schon jetzt kann „Adolescence“ übrigens der „Bridgerton“-Produktionsschmiede Shondaland die lange Nase zeigen. Deren frisch gestartete neue Serie „The Residence“ belegt zwar Platz 2 der in der vergangenen Woche am meisten abgerufenen Netflix-Serien, ist mit 6,4 Millionen Views aber weit abgeschlagen. Hier hat man sich vom starbesetzten Whodunit-Krimi im Weißen Haus sicher mehr erhofft.
Gleiches gilt wohl auch für den Sci-Fi-Blockbuster „The Electric State“, mit 320 Millionen Dollar Budget immerhin der teuerste Netflix-Film aller Zeiten. Der kommt mit 22,5 Millionen weiteren Views zwar auf ähnliche Werte wie in der (bereits eher enttäuschenden) Vorwoche (25,2 Millionen Views) und belegt somit auch weiterhin den ersten Platz der vom 17. bis 23. März meistgeschauten Filme auf Netflix. Die Tendenz zeigt aber schon jetzt nach unten. Hier dürfte das massive negative Echo für den Film der „Avengers: Endgame“-Macher wahrscheinlich eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.
Ein Einzug in die Top-10 der erfolgreichsten englischsprachigen Netflix-Filme (auf Platz 10 steht hier „We Can Be Heroes“ mit 137,3 Millionen Views) dürfte damit für „The Electric State“ unerreichbar sein – und von den Traum-Werten von „Adolescence“ ist man ohnehin weit entfernt. Über ebenjene Werte dürfte sich derweil ein Streaming-Konkurrent ganz besonders ärgern, dem der Hit glatt durch die Lappen gegangen ist. Mehr dazu erfahrt ihr hier:
"Adolescence" sollte eigentlich gar keine Netflix-Serie werden: Der Streaming-Konkurrenz ist ein echter Hit durch die Lappen gegangen